Stromausfall nur bis Mittwoch
Berliner Blackout ist beendet

| Redaktion 
| 07.01.2026

Aufwändige Reparaturmaßnahmen werden selten schneller als geplant abgeschlossen – doch wenn es eine wünschenswerte Ausnahme für die Regel gibt, dann wohl diese: Bereits am Mittwochvormittag ist die schrittweise Wiederversorgung der Gebiete angelaufen, die in Berlin seit Samstag von einem weitreichenden Stromausfall betroffen waren. Die für den Blackout verantwortlichen Linksextremisten weisen derweil Russland-Theorien zurück.

Noch auf der Pressekonferenz der Senatskanzlei Berlin am Dienstagmittag bestätigten die Beteiligten, darunter der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, Bürgermeisterin und Energiesenatorin Franziska Giffey sowie Innensenatorin Iris Spranger, dass sich die Reparaturarbeiten an der beschädigten Hochspannungsleitung im Süden der Hauptstadt bis zum Donnerstag ziehen würden.

Zu diesem Zeitpunkt waren nach Angaben des Senats nach wie vor über 25.000 Haushalte nicht ans Stromnetz angeschlossen; eine ähnlich große Zahl konnte seit Samstag mithilfe von Notlösungen wie mobilen Generatoren versorgt werden.

Unerwartete Erleichterung für die weiterhin vom Blackout Betroffenen gab es dann jedoch schon am Mittwochmorgen: Unter anderem mit einem Posting auf X verkündete Kai Wegner, dass die Versorgung schneller als ursprünglich geplant zurückkehren würde.

"Wir fahren heute ab 11:00 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch", so der Regierende Bürgermeister Berlins. "Möglich wurde das auch, weil wir die Großschadenslage ausgerufen und damit die notwendigen Kräfte und Abläufe gebündelt haben."

"Wir werden aus dieser Lage die notwendigen Schlüsse ziehen"

Zum gewählten Ansatz erklärt Wegner: "Es war richtig, parallel an zwei Standorten zu arbeiten – so konnten die Reparaturen schließlich am Anschlagsort erfolgreich abgeschlossen werden. Ich danke allen Beteiligten für die schnelle und professionelle Lösung dieser Krise."

Der vorzeitige Abschluss der Reparaturen dürften den Berliner Verantwortlichen in der Nachbereitung des Ausnahmezustandes auch politisch zugutekommen, nachdem (wie berichtet) selbst aus Feuerwehrkreisen Kritik an der Reaktion auf die Folgen des Anschlags aufgekommen war.  

"Wir werden aus dieser Lage die notwendigen Schlüsse ziehen und die Resilienzstruktur Berlins weiter verbessern", verspricht Wegner, der außerdem ergänzt: "Es ist mir persönlich wichtig, dass wir jetzt die Menschen beim Wiederhochfahren unterstützen, damit insbesondere Heizungsanlagen keinen Schaden nehmen."

In diesem Zusammenhang betont auch die Senatskanzlei Berlin, dass bislang benutzte Notstromaggregate wieder vom Netz getrennt werden sollen, um weitere Schäden zu vermeiden.

Extremisten und Polizei dementieren Russland-Theorie

Derweil hat sich die linksextremistische Gruppierung, die den Anschlag für sich beansprucht, mittels eines Beitrags auf einer entsprechend ausgerichteten Website erneut zu Wort gemeldet.

Bezug wird dabei vor allem auf die primär online verbreitete Theorie genommen, dass es sich bei dem Angriff auf die Berliner Strominfrastruktur eigentlich um eine von Russland gesteuerte Aktion gehandelt habe. Bereits am Dienstag unterstrich die Berliner Polizei, dass es dafür keine belegbaren Hinweise gebe.

Auch die Gruppierung selbst untermauert ihr selbstbestimmtes Handeln: "Dass Menschen hier vor Ort in der Lage sind, Infrastruktur anzugreifen, passt nicht ins Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden", weshalb auf die Konstruktion eines externen Feindes zurückgegriffen werde. Dies sei ein "Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren".

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