Zukunft des Naschens
Ferrero investiert Millionen in Neoh: Zucker-Ersatz Zero+ erobert die Süßwaren-Welt

Sensationeller Deal für das österreichische Food-Tech Neoh: Die Ferrero-Familie steigt über ihre Investmentgesellschaft Teseo Capital beim Spezialisten für zuckerfreies Naschen ein. Mit einem Millionen-Investment im zweistelligen Bereich sichert sich der globale Nutella-Gigant Zugriff auf die Zucker-Ersatztechnologie "Zero+".

Zehn Jahre nach der Gründung gelingt dem Wiener Startup Neoh der finale Durchbruch in die oberste Liga der Lebensmittelindustrie. Die Ferrero-Familie beteiligt sich am Unternehmen, um die globale Zuckerreduktion voranzutreiben, wie die Tageszeitung Der Standard berichtet.

Hinter dem Einstieg steht Teseo Capital, das Luxemburger Vehikel der milliardenschweren Ferrero-Dynastie. Es ist das erste Mal, dass der Konzern hinter Weltmarken wie Kinder und Ferrero Rocher in ein österreichisches Unternehmen investiert. Laut Investment Director Alessandro Boccardo habe man weltweit nach Lösungen zur Zuckerreduktion gesucht – und sei in Wien fündig geworden: "Zero+ hebt sich durch seine industrielle Einsetzbarkeit massiv ab", erklärt er dem Medium.

Zero+: Die angebliche Wunderwaffe gegen den Blutzuckerspiegel

Herzstück des Deals ist die Technologieplattform Zero+. Der Ersatzstoff besteht zu über 90 Prozent aus pflanzlichen Ballaststoffen (Agave, Chicorée, Mais, Weizen) und ermöglicht es, herkömmlichen Zucker funktional zu ersetzen, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen. Eine Studie bescheinigt der Formel zudem eine hohe Blutzucker-Stabilität – ein entscheidendes Verkaufsargument im wachsenden Gesundheitsmarkt.

Millionen-Spritze durch Teseo Capital und Zintinus

Zusätzlich zu Ferrero zieht Neoh einen weiteren Schwergewicht-Investor an: Zintinus, den Fonds des ehemaligen Metro-Chefs Olaf Koch. Insgesamt fließt eine Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich. Obwohl Neoh das Geschäftsjahr 2024 mit einem bilanziellen Minus von 16 Millionen Euro abschloss, blickt Gründer Manuel Zeller optimistisch in die Zukunft. Für 2025 wird ein Umsatz von rund 22 Millionen Euro angepeilt.

Das "Coca-Cola-Modell": Geheimhaltung statt Patent

Interessant ist die Schutzstrategie von Neoh: Es gibt kein Patent auf Zero+. Zeller setzt bewusst auf das "Coca-Cola-Modell" – strikte Geheimhaltung der Rezeptur, um keine Bauanleitung für Konkurrenten zu veröffentlichen. Mittlerweile versteht sich Neoh nicht mehr nur als Riegel-Hersteller, sondern als offene Technologieplattform, die ihre Formel anderen Produzenten zur Verfügung stellt.

Vision: Nutella ohne Zucker?

Auf die Frage, ob die Kooperation mit Ferrero eines Tages zu einem zuckerfreien Nutella führen könnte, antwortet Zeller: "Davon ist noch keine Rede, aber ich träume davon."

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