Baubranche
Hausbau in Rekordzeit: Etzi errichtet Rohbau in nur 277 Minuten

| Redaktion 
| 03.02.2026

Effizienzsteigerung durch serielle Vorfertigung: Das oberösterreichische Unternehmen Etzi demonstrierte in Ried im Traunkreis die Zukunft des modernen Bauwesens. Mit einer Bauzeit von unter fünf Stunden für einen 100-Quadratmeter-Bungalow setzt das Unternehmen neue Maßstäbe für Prozesssicherheit und zeigt, wie die Branche dem Fachkräftemangel und steigenden Kosten begegnen kann.

Was im österreichischen Ried im Traunkreis passierte, war kein Zufall, sondern das Ergebnis extremer Planungstiefe. In exakt 4 Stunden, 37 Minuten und 16 Sekunden errichtete das Team einen 100-Quadratmeter-Bungalow inklusive Ziegelwänden, Betondecke und bereits integrierten Fensterlösungen. Für Geschäftsführer Maximilian Etzenberger ist das Tempo nur das Symptom einer tieferliegenden Veränderung: "Wir wollten zeigen, was durch Prozesssicherheit und industrielle Vorfertigung heute möglich ist."

 
 
 
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Der "Product-as-a-Service"-Ansatz im Bauwesen

Hinter dem Rekord steht eine klare strategische Ausrichtung. Im modernen Hausbau gewinnen nicht mehr die Firmen mit den meisten Maurern, sondern jene mit der besten Logistik-Architektur.

  • Präzision: Vorgefertigte Wand- und Deckensysteme eliminieren Fehlerquellen vor Ort.
  • Taktung: Die Montage von Fensterkomplettlösungen wird zum standardisierten Handgriff.
  • Zeitvorteil: In einer Branche, in der Finanzierungskosten durch Verzögerungen explodieren, ist Baugeschwindigkeit ein harter Währungsfaktor.

Trend zu Fertighäusern

Dass Innovation auch eine soziale Komponente haben kann, beweist die anschließende Versteigerung des Bungalows. Ein Teil des Erlöses geht an die "OÖ Krone-Aktion Weihnachtsfreude". Bei einem aktuellen Höchstgebot von rund 95.000 Euro (Stand Januar 2026) zeigt sich, dass der Markt für schnellen, bezahlbaren Wohnraum vorhanden ist. Gebote sind noch bis zum 28. Februar möglich.

Auch in Deutschland ist ein Trend zum Fertighaus zu erkennen. Mit einer Fertighausquote von 26 Prozent bei Ein- und Zweifamilienhäusern im Jahr 2024 wurde ein Allzeithoch erreicht. Während der Süden (Baden-Württemberg mit 43,5 %) aufgrund der Holzverfügbarkeit traditionell dominiert, ziehen NRW und Norddeutschland durch serielle Ansätze im Massivbau (wie bei Etzi) zunehmend nach.

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