Milliarden-Deal setzt Adidas und Nike unter Druck
Puma verkauft 30 Prozent an Anta Sports aus China

| Redaktion 
| 27.01.2026

Puma bekommt einen neuen Großaktionär: Der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports übernimmt für 1,5 Milliarden Euro knapp ein Drittel der Anteile – und verändert damit das Kräfteverhältnis in der globalen Branche. Für Adidas und Nike wächst der Druck durch die neue Allianz auf dem Weltmarkt.

Mit dem Verkauf von rund 30 Prozent seiner Anteile an den chinesischen Konzern Anta Sports vollzieht Puma einen tiefgreifenden strategischen Schritt. Der Milliarden-Deal sichert dem neuen Großinvestor eine Schlüsselposition – und könnte die globale Sportartikelindustrie langfristig umkrempeln.

Neuer Hauptaktionär bringt Milliarden und Ambitionen

Die französische Pinault-Familie veräußert ihre vollständige Beteiligung an Puma – insgesamt 29,06 Prozent, gehalten über die Beteiligungsgesellschaft Artémis – an Anta Sports. Der Preis: 35 Euro je Aktie, rund 60 Prozent über dem letzten Börsenschlusskurs. Die Transaktion hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und macht Anta zum größten Einzelaktionär des deutschen Sportartikelherstellers.

Puma befindet sich aktuell in einem ambitionierten Restrukturierungsprozess. Unter CEO Arthur Hoeld, einem langjährigen Adidas-Manager, plant das Unternehmen unter anderem den Abbau von 900 Stellen weltweit bis Ende 2026 – mit dem Ziel, bis 2027 wieder auf nachhaltigen Wachstumskurs zu kommen. 

Wie die Financial Times berichtet, steht der Deal im Zeichen einer klaren Internationalisierungsstrategie des chinesischen Konzerns. Der Einstieg bei Puma ist Teil eines über Jahre hinweg ausgebauten Markenportfolios – und könnte weitreichenden Einfluss auf den europäischen Markt haben.

Anta setzt auf Globalisierung und Markenmacht

Mit der Beteiligung an Puma setzt Anta seinen globalen Expansionskurs fort. Der Konzern besitzt bereits Markenrechte an Fila China, hält Beteiligungen an Arc’teryx, Salomon, Wilson, Descente und übernahm zuletzt Jack Wolfskin. Die Strategie: gezielte Mehrmarkenführung und Internationalisierung.

Anta bezeichnet den Einstieg bei Puma als wichtigen Meilenstein zur Stärkung der eigenen globalen Wettbewerbsfähigkeit. Das Investment soll nicht nur den Zugang zum europäischen Markt verbessern, sondern auch Synergien bei Markenführung und Marktpräsenz schaffen – vor allem mit Blick auf das Wachstumspotenzial in China.

Kommt die Komplettübernahme?

Obwohl derzeit keine vollständige Übernahme geplant sei, schließt Anta eine intensivere Zusammenarbeit nicht aus. Eine stärkere Einflussnahme im Aufsichtsrat gilt als wahrscheinlich. Analyst:innen sehen den Einstieg als potenziellen Gamechanger – insbesondere für den asiatischen Markt, der für Puma schwer zugänglich war.

Der Milliarden-Deal verschärft auch den Wettbewerb: Mit frischem Kapital, operativer Erfahrung und starkem Markenportfolio wird Anta zu einem ernstzunehmenden Gegenspieler für Platzhirsche wie Adidas, Nike oder New BalanceHinweise auf ein mögliches strategisches Interesse seitens Anta gab es bereits in den Wochen zuvor – erste Signale für den nun besiegelten Coup waren bereits erkennbar.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV