Vom Milliarden-Portfolio zur Hobelbank
René Benko lässt sich in Haft zum Tischler ausbilden

| Redaktion 
| 12.03.2026

Seit einem Jahr sitzt der Signa-Gründer Rene Benko in Untersuchungshaft – nun wurde sein Antrag auf Arbeitsbewilligung genehmigt. In der Justizanstalt Innsbruck wird der einstige Milliarden-Jongleur künftig in der Tischlerei arbeiten. Warum Benko jetzt zum Handwerk greift und wie es um die Ermittlungen im größten Insolvenzfall der österreichischen Geschichte steht.

Nach über zwölf Monaten hinter Gittern sucht der gefallene Immobilien-Mogul nach einer neuen Aufgabe. Laut Informationen des Wirtschaftsmagazins trend hat die Justizanstalt Innsbruck gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft einem ungewöhnlichen Ansuchen stattgegeben: René Benko darf in der Gefängnistischlerei arbeiten.

Sein Anwalt Norbert Wess bestätigt diesen Schritt. Bisher war der Terminkalender des U-Häftlings fast ausschließlich mit der Aufarbeitung des gigantischen Strafakts gefüllt. Da sich die Ermittlungen nun in einer Phase befinden, in der keine täglichen neuen Substanzveränderungen auftreten, wird Platz für eine "produktive Beschäftigung".

Ein Jahr Signa-Insolvenz: Die U-Haft wird zum Dauerzustand

Die Entscheidung zur Arbeitsaufnahme fällt in eine kritische Zeit. Benkos Untersuchungshaft wurde erst kürzlich bis April 2026 verlängert. Die Vorwürfe wiegen schwer: Es geht um mutmaßlichen schweren Betrug, betrügerische Krida und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Signa-Imperiums.

Während die Insolvenzverwalter weltweit versuchen, die Reste des Milliarden-Portfolios zu versilbern, reduziert sich Benkos Welt nun auf wenige Quadratmeter Werkstatt. Für die Justiz ist die Arbeitsbewilligung ein Standardprozess zur Resozialisierung und Tagesstrukturierung, für die Öffentlichkeit ist es das Symbol eines beispiellosen Abstiegs.

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