Bierabsatz weltweit
Fußball-WM 2026: Brauereien rechnen mit zusätzlichem Bierabsatz von 590 Millionen Litern

| Redaktion 
| 14.06.2026

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnte zur bierreichsten WM der Geschichte werden. Analyst:innen rechnen damit, dass Fans während des Turniers weltweit rund eine Milliarde zusätzliche Biergläser konsumieren. Für die internationale Brauwirtschaft wäre das ein willkommenes Signal in einer Phase sinkender Absatzzahlen und wachsender Konkurrenz durch alkoholfreie Alternativen. Ob der erhoffte WM-Effekt tatsächlich eintritt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gilt bereits jetzt als größtes Turnier der Geschichte. Mit 48 teilnehmenden Nationalteams und insgesamt 104 Spielen entstehen weltweit zusätzliche Konsumanlässe, von denen insbesondere die internationale Braubranche profitieren könnte.

WM könnte Biermarkt beleben

Wie das manager magazin unter Berufung auf eine Analyse der Investmentbank Jefferies berichtet, könnten Fans während der 39 Turniertage rund eine Milliarde zusätzliche Biergläser konsumieren. Auf das Gesamtjahr gerechnet würde dies einem zusätzlichen Absatz von etwa 590 Millionen Litern Bier beziehungsweise einem Wachstum von rund 0,3 Prozent entsprechen.

Für die Branche wäre das eine willkommene Entwicklung. Viele Brauereien kämpfen seit Jahren mit rückläufigen Verkaufszahlen. In Deutschland sank der Bierabsatz 2025 um sechs Prozent und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Jahrzehnten. Auch international blieb die Nachfrage zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Gründe dafür sind unter anderem ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein vieler Konsument sowie die angespannte finanzielle Situation zahlreicher Haushalte.

Dennoch spielen deutsche Brauereien auch international weiterhin eine wichtige Rolle. So zählen mehrere heimische Brauereigruppen laut dem BarthHaas-Ranking zu den 40 größten Bierherstellern der Welt.

Große Brauereikonzerne zählen zu den Profiteuren

Besonders profitieren könnten global aufgestellte Brauereikonzerne mit starker Marktpräsenz auf dem amerikanischen Kontinent. Marktbeobachter sehen vor allem Anheuser-Busch InBev in einer guten Ausgangsposition. Der Konzern ist offizieller Partner der FIFA-Weltmeisterschaft und verfügt mit Marken wie Budweiser, Corona und Stella Artois über eine starke Stellung in den Gastgeberländern.

Auch Heineken könnte von der erhöhten Nachfrage profitieren. Weniger Wachstumspotenzial sehen Analyst dagegen bei Carlsberg, da der dänische Brauereikonzern in Nord- und Südamerika vergleichsweise schwach vertreten ist.

Zusätzlichen Rückenwind könnten die Anstoßzeiten liefern. Viele Begegnungen wurden so angesetzt, dass sie in wichtigen Absatzmärkten in die konsumstarken Abendstunden fallen. Davon könnten insbesondere Gastronomiebetriebe, Bars und Public-Viewing-Veranstaltungen profitieren.

Zwischen Chancen und Unsicherheiten

Trotz der positiven Prognosen bleibt die Entwicklung schwer kalkulierbar. Der tatsächliche Absatz hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu zählen der sportliche Erfolg einzelner Nationalteams, die Wetterbedingungen während des Turniers sowie regionale Konsumgewohnheiten.

Hinzu kommen logistische Herausforderungen. Brauereien müssen ihre Produktions- und Liefermengen planen, lange bevor feststeht, welche Mannschaften die entscheidenden Turnierphasen erreichen. Überraschende Erfolge einzelner Teams könnten regional zu einer deutlich höheren Nachfrage führen, während ein frühes Ausscheiden favorisierter Mannschaften die Erwartungen dämpfen könnte.

Parallel setzt sich ein langfristiger Trend fort: Alkoholfreie Produkte gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Deutschland entfallen bereits mehr als zehn Prozent des Branchenumsatzes auf alkoholfreies Bier. Das Segment zählt damit zu den wichtigsten Wachstumstreibern der Branche.

Gleichzeitig sehen sich Verbraucher:innen bei klassischen Bier- und Grillabenden mit steigenden Kosten konfrontiert. Eine Analyse zeigt, wie stark sich die Ausgaben für eine typische WM-Grillparty seit dem vergangenen Turnier erhöht haben.

Für viele Brauereien bleibt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 dennoch eine seltene Chance, die zuletzt schwache Absatzentwicklung zumindest teilweise auszugleichen.

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