Trinkgeld
So großzügig sind die Deutschen im Urlaub

| Redaktion 
| 02.08.2026

Um die hartnäckigste Frage vorweg zu beantworten: Falls Sie sich in Sachen Trinkgeld an die Zehn-Prozent-Regel halten, machen Sie nichts falsch. Eine aktuelle Studie des Reiseveranstalters TUI hat die Großzügigkeit deutscher Urlauber darüber hinaus noch etwas genauer unter die Lupe genommen und teils große Abweichungen zwischen Bundesländern und Altersklassen festgestellt.

Es ist eine der kleinsten Entscheidungen des Urlaubs – und trotzdem sorgt sie regelmäßig für kurze Denkpausen: Die Rechnung kommt, der Service war gut, die Hand greift nach dem Portemonnaie. Aber was packt man auf den ausgewiesenen Betrag? Beim Trinkgeld treffen persönliche Gewohnheiten, kulturelle Unterschiede und die besondere Stimmung des Reisens aufeinander.

Der Hannoveraner Reiseveranstalter TUI und das Meinungsforschungsinstitut Appinio haben sich auf wissenschaftlicher Basis mit der Frage befasst und die Ergebnisse in Form ihrer Trinkgeld-Studie 2026 geteilt.

Wie angedeutet gilt die wohl größte Unsicherheit dabei der angemessenen Summe. Unter den 2000 Deutschen, die zu ihrem Trinkgeld-Verhalten im Urlaub befragt worden sind, denken immerhin 50,7 Prozent: Fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags als Bonus fürs Personal sind normal.

Ein knappes Viertel (24,8 Prozent) gibt weniger als fünf Prozent Trinkgeld, während 21,2 wiederum mehr als zehn Prozent zusätzlich zahlen. Das bedeutet zusammengerechnet, dass 96,7 Prozent aller Studienteilnehmer grundsätzlich Trinkgeld zahlen und lediglich 3,3 Prozent völlig darauf verzichten.

Berliner legen am meisten obendrauf

Daneben haben TUI und Appinio regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands unter die Lupe genommen. Großzügigkeit (…beziehungsweise die Möglichkeit, sie zeigen zu können) sind dabei längst nicht gleichmäßig verteilt: Menschen aus Berlin (35,1 Prozent) oder Hamburg (genau 30 Prozent) sind besonders geneigt, die Zehn-Prozent-Trinkgeld-Grenze zu sprengen.

Während sich Nordrhein-Westfalen mit 21,3 Prozent besonders spendablen Urlaubern sehr nah am Bundesdurchschnitt bewegt, lassen Menschen in Sachsen lediglich zu 14,1 Prozent mehr als ein Zehntel des Rechnungsbetrags springen.

Infografik: So verteilen Deutsche Trinkgeld im Urlaub

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf tui.com.

Wer derweil denkt, dass insbesondere lebens- und einkommenserfahrene Personen mehr Trinkgeld geben, täuscht laut Studie: Unter den 25- bis 34-jährigen legen 29,1 Prozent mehr als zehn Prozent obendrauf, während es in der Gruppe der 55- bis 65-jährigen nur 14,5 Prozent sind.

TUI mutmaßt, dass Generation Z aufgrund eigener Gastro-Erfahrungen verstärkte Unterstützung ausdrücken will. Auf der anderen Seite zahlen fast acht von zehn älteren Reisenden ein Trinkgeld an Reinigungskräfte, was unter Millennials bloß etwa die Hälfte tut.

Altersunabhängig überschreiten 25,1 Prozent der Männer und 17,3 Prozent der Frauen die Zehn-Prozent-Grenze.

Im Übrigen wirkt sich der Urlaub selbst durchaus darauf aus, wie tief extra in den Geldbeutel gegriffen wird: Immerhin 37,1 Prozent der Befragten sind auf Reisen etwas großzügiger als in heimatlichen Gefilden; für 58,3 Prozent wiederum scheint der genaue Ort keine Rolle bei der Höhe des Trinkgelds zu spielen.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV