Pitch Day in Berlin
Superpublic: Diese Startups ziehen ins Reality-Büro

| Redaktion 
| 16.09.2026

Acht Startups und eine Jury, die über ihren Lebensmittelpunkt entscheidet – zumindest für die sechs Wochen, in denen ihnen Superpublic die Factory Berlin bereitstellt, um aus vielversprechenden Ansätzen lukrative Unternehmen zu machen. Ehe das "Y Combinator trifft Love Island"-Konzept ab Ende des Monats praktisch anläuft, wurden die finalen Teilnehmer dafür am Dienst per Pitch-Wettbewerb ermittelt.

Wir erinnern uns: Mitte August kündigte sich in Form von Superpublic ein Experiment an, das den klassischen Startup-Accelerator kurzerhand mit den Mechanismen eines Reality-Formats vermischt. Statt Gründer abgeschottet an ihren Ideen arbeiten zu lassen und erst am Ende auf die fertigen Unternehmen zu schauen, soll bei dem Berliner Projekt bereits der Weg dorthin zum öffentlichen Spektakel werden.

Vier Gründer beziehungsweise Startups ziehen dafür gemeinsam in ein Büro, arbeiten sechs Wochen lang an ihren Vorhaben und lassen sich dabei von Kameras begleiten. Die Mischung brachte Superpublic-Mitgründerin Marie Hinderer auf die Formel "Y Combinator trifft Love Island".

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Entwicklung eines Produkts oder Geschäftsmodells, sondern mindestens genauso die Frage, wie früh sich dafür Aufmerksamkeit und eine eigene Community gewinnen lassen. Scheitern, Kurswechsel und Fortschritte verschwinden entsprechend nicht hinter verschlossenen Türen, sondern werden selbst zu Content.

Acht empfehlen sich für die Factory

Obwohl die Büroräume der Factory Berlin bereits Ende des Monats bezogen werden, stand bislang nicht ansatzweise fest, wer genau das letztlich eigentlich tun sollte.

Aus den insgesamt etwa 350 Bewerbungen wurden vorab acht Halbfinalisten auserkoren, die sich zu deshalb am Dienstagabend zum Pitch-Wettbewerb versammelt haben.

Für die eigene Sache geworben wurde dabei vor einer aus Jannis Fett (VC-Investor; ist kurzfristig für Christian Miele eingesprungen), Diana zur Löwen (Influencerin und Investorin), Lili Vogelsang (Creatorin und Gründerin) sowie Carsten Puschmann (Unternehmer und Investor) bestehenden Expertenjury.

Ins Rennen gegangen sind:

  • MeisterPfad von Johnston Chen und Dennis Stech: KI-unterstützte Software fürs Wärmepumpengeschäft

  • sauccy von Louis von Oeynhausen: Hot Honey Arrabiata, Zesty Lemon und Creamy Vodka Tomato; drei Pasta-Saucen

  • nōuxx von Jana Adam und Dr. med. Anne-Sophie Limbach: Eine zyklusbasierte Supplement-Routine zur Linderung von Periodenschmerzen

  • GASOLINA von Philipp Klement: Ein Getränk speziell für Männergesundheit, das den Testosteronspiegel unterstützt

  • LYFEADS von Pheline Huber: Kostenlose verteilte Tampons, die sich durch aufgedruckte Werbung finanzieren

  • Lucid von Franz Schürmann und Robert Voelpel: Focus-Pouches, die eine gesündere Alternative zu Energy Drinks oder Snus bieten sollen

  • SNACKL Food von Johann Kunz, Luca Wershoven und Paul Schönborn: Simple Protein-Snacks aus magerem Rindfleisch, Meersalz und Gewürzen

  • Sun Matters von Stella Hinderer und Karla Emcke: "Die weltweit erste zertifizierte mikrobiomfreundliche Sonnencreme" für empfindliche Haut

Der komplette Pitch Day zu Superpublic Batch001 inklusive aller Kandidaten wurde live auf dem YouTube-Kanal des Projekts gestreamt. Gemäß des Konzepts bleibt so auch die Beratung der Jury nicht hinter verschlossenen Türen, die von sauccy am einhelligsten begeistert war.

Außerdem wurden nōuxx, Lucid und Sun Matters am Ende des Abends dazu auserkoren, ab Sonntag, 27. September unter Kamerabeobachtung zu Werke gehen.

Ehe eine letzte Überraschung folgte, die auf Entscheidungsschwierigkeiten der Jury fußte: Mit Gasolina wurde kurzerhand noch ein weiterer Kandidat zur Teilnahme eingeladen.

Für die schlussendlich also fünf Teams beginnt bald die eigentliche Bewährungsprobe: Ab Ende des Monats geht es sechs Wochen darum, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Produkte zu schärfen, Kontakte zu sammeln und aus Ideen belastbare Unternehmensaspekte zu formen.

Neben Kameras gucken dabei selbstredend auch die Superpublic-Macher mit ihrem Netzwerk aus Unternehmern, Investoren und weiteren Experten zu.

Am Ende des Factory-Aufenthalts steht der entscheidende Demo Day, bei dem die Teilnehmer zeigen, was aus ihren Vorhaben geworden ist und vor Investoren um die Finanzierung ihrer Startups pitchen.

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