Länderimage im Vergleich
Made in Germany nur auf Platz 4: Japan führt

| Redaktion 
| 06.09.2026

"Made in Germany“ zählt international zu den bekanntesten Herkunftsversprechen. Im neuen Made-In Score 2026 reicht es für Deutschland dennoch nicht für die Spitze. Wer im Ranking besser abschneidet und warum die Herkunft eines Produkts Kaufbereitschaft, Vertrauen und Preisakzeptanz beeinflussen kann, zeigt die aktuelle Analyse von Reputation Lab.

Japan führt 2026 den erstmals ausgewiesenen Made-In Score an. Der neue Indikator von Reputation Lab untersucht, welchen wirtschaftlichen Wert die Herkunft eines Produkts oder einer Dienstleistung haben kann. Deutschland schafft es in die Spitzengruppe, muss sich aber mehreren Ländern geschlagen geben.

Auf Japan folgen Italien und die Schweiz. Deutschland liegt auf Platz vier, Schweden auf Platz fünf. Damit zeigt die Auswertung, welche Herkunftsbezeichnungen international besonders stark mit Vertrauen und Kaufbereitschaft verbunden sind.

Deutschland bleibt in der Spitzengruppe

Für Unternehmen ist vor allem interessant, wie stark das Länderimage auf Produkte und Marken abstrahlen kann. Laut Reputation Lab besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Reputation eines Landes und der Bereitschaft von Konsument, dessen Produkte und Dienstleistungen zu kaufen.

Auch beim Vertrauen in Unternehmen und bei der Zahlungsbereitschaft zeigt sich dieser Effekt. Nach Angaben der Studienautor werden 95 Prozent des Einflusses der Länderreputation auf die Bereitschaft, einen Preisaufschlag zu akzeptieren, über den Herkunftseffekt erklärt, den der neue Made-In Score abbildet.

Deutschland liegt damit zwar nicht an der Spitze, gehört aber weiterhin zu den fünf Ländern mit dem stärksten Herkunftsimage.

Wie sich das Qualitätsversprechen "Made in Germany“ im internationalen Wettbewerb weiterentwickeln kann, diskutierten zuletzt auch Vertreter:innen aus Wirtschaft, Medien und Politik beim zweiten Vision Circle.

Japan profitiert von starker Länderreputation

Japans Spitzenplatz beim Made-In Score fällt mit einer weiteren Entwicklung zusammen: Das Land übernimmt 2026 auch im RepCore-Nations-Reputationsranking die Führung.

Gegenüber dem Vorjahr steigt Japan dort um sieben Positionen und zieht an Kanada und der Schweiz vorbei. Gute Bewertungen erhält das Land unter anderem für die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen, kulturelle Attraktionen, Küche, Sicherheit, Bildung und natürliche Umwelt. Auch bei der wahrgenommenen institutionellen Qualität konnte Japan zulegen.

Im RepCore-Nations-Ranking folgen auf Japan Kanada und die Schweiz. Danach kommen Australien, Dänemark, Norwegen, Italien, Finnland, Neuseeland und Schweden.

Reputation sinkt in vielen Ländern

Der Aufstieg Japans steht einem breiteren Abwärtstrend gegenüber. Die durchschnittliche Reputation der 60 größten untersuchten Volkswirtschaften sank 2026 gegenüber dem Vorjahr um 0,86 Punkte.

43 Länder verloren an Reputation, 14 verbesserten sich und drei blieben stabil. Reputation Lab nennt geopolitische Unsicherheit, bewaffnete Konflikte, politische Polarisierung und die wirtschaftliche Abschwächung als zentrale Faktoren für diese Entwicklung.

Zu den Ländern mit den größten Verbesserungen zählen Japan, China und Russland. China und Russland erreichen trotz der Zugewinne weiterhin schwache beziehungsweise schlechte Reputationswerte.

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei Israel aus. Das Land verlor binnen eines Jahres 7,2 Punkte. Seit 2022 sank der Wert um insgesamt 15,75 Punkte, wodurch Israel vom 37. auf den 57. Platz zurückfiel. Reputation Lab bringt diese Entwicklung mit internationaler Kritik im Zusammenhang mit Menschenrechten in Gaza sowie mit der Ausweitung militärischer Spannungen auf den Libanon und Iran in Verbindung.

Iran belegt inzwischen den letzten Platz. Auch die USA zeigen nach ihrem deutlichen Reputationsverlust 2025 keine Erholung und werden von Befragten in den G7-Staaten weiterhin mit einer schwachen Reputation bewertet.

Gutes Länderimage kann wirtschaftlich wirken

Reputation Lab sieht in den Ergebnissen auch einen wirtschaftlichen Zusammenhang. Langfristige Analysen des Instituts zeigen, dass ein zusätzlicher Punkt beim Reputation Score im Durchschnitt mit 7,2 Prozent höheren Tourismuseinnahmen und einem Prozent mehr ausländischen Direktinvestitionen verbunden ist.

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Bekanntheit allein nicht ausreicht. Die USA, China und Russland zählen zu den international besonders bekannten Staaten, erzielen aber vergleichsweise schwache Reputationswerte. Singapur und Taiwan erreichen dagegen trotz geringerer Bekanntheit eine starke Reputation.

RepCore Nations misst das Ansehen von Staaten anhand von Bewunderung, Respekt und Vertrauen. In die Bewertung fließen 22 Merkmale aus wirtschaftlichen, politischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen ein.

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