Neuer Bundeswehr-Auftrag
Lufthansa übernimmt Ausbildung für Luftwaffenpiloten

Verteidigungsfähigkeit ist angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage zu einem zentralen Thema geworden – und dazu gehört auch die Ausbildung des militärischen Nachwuchses. Ab Februar 2027 übernimmt Lufthansa Aviation Training in Rostock-Laage das Initial Flight Training für rund 50 angehende Piloten der Deutschen Luftwaffe. Der Auftrag erweitert das militärische Trainingsgeschäft der Lufthansa-Tochter und setzt eine mehr als 60-jährige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr fort.

Lufthansa Aviation Training (LAT) übernimmt zum 1. Februar 2027 die fliegerische Erstausbildung für rund 50 angehende Piloten der Deutschen Luftwaffe. Das sogenannte Initial Flight Training (IFT) findet am LAT-Standort Rostock-Laage statt.

Die Teilnehmer erwerben dort die Grundlagen des praktischen Fliegens. Zum theoretischen Teil gehören Meteorologie, Luftrecht und Mission Planning. In der praktischen Ausbildung trainieren sie unter anderem das Fliegen nach Sichtflugregeln sowie das sogenannte "Upset Prevention and Recovery Training".

Ein weiterer Bestandteil ist der erste Alleinflug. Dabei setzen die angehenden Piloten die zuvor erworbenen Fähigkeiten erstmals selbstständig in der Praxis um.

Diamond DA40 NG für die Grundausbildung

Für das Initial Flight Training setzt LAT einmotorige Schulungsflugzeuge vom Typ Diamond DA40 NG ein. Die Ausbildung übernehmen Fluglehrer, von denen laut Unternehmen ein Großteil zuvor als Jetpilot bei der Luftwaffe tätig war.

Am selben Standort befindet sich das Taktische Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff". Die räumliche Nähe ermöglicht laut LAT einen direkten Austausch mit dem dortigen Eurofighter-Ausbildungsverband der Luftwaffe.

Für Lufthansa Aviation Training ist Rostock-Laage bereits ein bestehender Ausbildungsstandort. Die Flugschule der Lufthansa Group nutzt den Standort seit vielen Jahren. Dort absolvieren angehende Piloten die IFR-Phase ihrer Ausbildung. IFR steht für Instrument Flight Rules, also Instrumentenflugregeln. Diese Phase endet mit der praktischen Prüfung zur CPL-Lizenz.

Das Cockpit einer Diamond DA40. Am LAT-Standort Rostock-Laage absolvieren angehende Pilot:innen die IFR-Phase ihrer Ausbildung nach Instrumentenflugregeln. © Diamond Aircraft

Bundeswehr baut Zusammenarbeit mit LAT aus

Der neue Auftrag erweitert die bereits bestehenden Ausbildungsleistungen von Lufthansa Aviation Training für die Bundeswehr. Nach Angaben des Unternehmens besteht die Zusammenarbeit zwischen der Lufthansa Group und den Streitkräften seit mehr als 60 Jahren.

LAT qualifiziert unter anderem Drohnenpiloten der Luftwaffe am Standort Rostock. Am Simulatorstandort Berlin trainiert das Unternehmen Besatzungen der P-8A Poseidon der Deutschen Marine. Hinzu kommt die Ausbildung von Hubschrauberbesatzungen der Bundeswehr.

Mit der fliegerischen Grundausbildung angehender Luftwaffenpiloten kommt 2027 ein weiterer Bereich hinzu. LAT erweitert damit sein bestehendes militärisches Trainingsportfolio.

LAT-CEO Matthias Spohr ordnet den Auftrag auch in den aktuellen sicherheitspolitischen Kontext ein. Die wachsende Bedeutung der militärischen Luftfahrt war zuletzt auch bei der ILA 2026 und der neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung ein zentrales Thema. "Die fliegerische Grundausbildung ist ein wichtiger Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr – gerade vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Zeitenwende“, sagt Spohr.

Auch die Luftwaffe verweist auf die langjährige Zusammenarbeit. Brigadegeneral Henrik Scholz, Abteilungsleiter Weiterentwicklung im Kommando Luftwaffe, erklärt: "Wir freuen uns, dass wir diese professionelle Zusammenarbeit jetzt am Standort Rostock-Laage für das Jahr 2027 fortsetzen."

Ausbildungsstart im Februar 2027

Mit dem Vertragsabschluss soll die Ausbildung der künftigen Luftwaffenpiloten für 2027 sichergestellt werden. Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Berlin war an dem Vertragsabschluss beteiligt.

Dessen Leiter Frank Ringhof erklärt, dass die Vereinbarung die Ausbildung der zukünftigen Piloten der Luftwaffe sicherstellen soll. Diese sollen anschließend ihren Auftrag im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung erfüllen können.

Für Lufthansa Aviation Training erweitert der Auftrag das bestehende Geschäft mit der Bundeswehr um die fliegerische Erstausbildung. Zugleich nutzt das Unternehmen dafür einen Standort, an dem bereits Pilotenausbildung stattfindet und mit dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" auch Strukturen der Luftwaffe angesiedelt sind.

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