Zweitreichster Deutscher
Klaus-Michael Kühne ist tot: Ein Mann, der die Welt bewegte

| Redaktion 
| 24.08.2026

Aus dem familiären Umfeld von Klaus-Michael Kühne ist am Montag bekannt geworden, dass der Multimilliardär im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Fast sieben Jahrzehnte vorher nahm sein kometenhafter Aufstieg seinen Anfang – und zwischen weltumspannender Logistik, weitreichenden Investitionen oder unerschütterlichem Engagement für seine Heimatstadt Hamburg schienen erreichte Gipfel oft "nur" ein Ausgangspunkt zum nächsten zu sein.

Früher wurden sie schneller erwachsen: Gerade einmal 21 Jahre jung war Klaus-Michael Kühne, als er sich Kühne+Nagel 1958 anschloss – dem Speditionsunternehmen, das sein Großvater August gemeinsam mit dem zweiten Namensgeber, Friedrich Nagel, ins Leben gerufen hatte.

Noch ehe Klaus-Michael Kühne 30 war, übernahm er den Vorstandsvorsitz der traditionsreichen Firma und verwandelte sie im Laufe der folgenden Dekaden in ein internationales Unternehmens- und Beteiligungsimperium, das ihn zeitweise zum reichsten Deutschen überhaupt machte.

In der wohlbekannten The World’s Real-Time Billionaires-Liste von Forbes rangierte er mit einem Vermögen von 44,3 Milliarden US-Dollar zuletzt nur hinter Dieter Schwarz, mit dem er sich in den letzten Jahren ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hat. Es wird keine Fortsetzung mehr finden: Wie das manager magazin am Montagvormittag zuerst berichtet hat, ist Klaus-Michael Kühne verstorben.

Letzter Urlaub auf Mallorca

Aus dem familiären Umkreis hat die Publikation demnach in Erfahrung gebracht, dass Kühne vor zehn Tagen von Mallorca in seine schweizerische Wahlheimat Schindellegi zurückgekehrt ist und sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Von den damit verbundenen Strapazen konnte er sich offenbar nicht wieder erholen, sodass er in der Nacht auf den 24. August im Alter von 89 Jahren aus dem Leben geschieden ist.

Kühne+Nagel wird dabei zweifelsohne als sein größtes Werk in Erinnerung bleiben. Er führte den Konzern durch Jahrzehnte des internationalen Wachstums und blieb auch nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft eng mit dem Unternehmen verbunden. Anfang der Neunziger gründete er die Kühne Holding, über die er seine Beteiligungen bündelte – darunter die 55,4-prozentige Mehrheit an Kühne+Nagel.

Klaus-Michael und Christine Kühne bei den Salzburger Festspielen 2021 (Bild: Brauer Photos / A.K.)
Klaus-Michael und Christine Kühne bei den Salzburger Festspielen 2021 (Bild: Brauer Photos / A.K.)

Daneben gehörten diverse weitere große Unternehmen zu seinem wirtschaftlichen Einflussbereich: Hapag-Lloyd wurde zu einer seiner wichtigsten Beteiligungen, später stieg Kühne auch bei der Lufthansa zum größten Einzelaktionär auf.

In jüngerer Vergangenheit beschreibt ihn das manager magazin als "wie im Kaufrausch", da er sich neben einer weiteren Lufthansa-Aufstockung auch bei Brenntag (Chemielogistik) oder Flix (Mobilität) mit Anteilen eingedeckt hat.

Hamburg stets im Herzen

Geboren wurde Klaus-Michael Kühne am 2. Juni 1937 in Hamburg. Obwohl sich sein Lebensmittelpunkt seit langer Zeit in der Schweiz befand, hat der Unternehmer und Investor seine Heimatstadt nie aus dem Blick verloren: Den HSV unterstützte er über viele Jahre mit großen Summen, war Anteilseigner und einer der einflussreichsten privaten Geldgeber des Klubs.

Erst letztes Jahr erwarb seine Holding erneut die Namensrechte am Volksparkstadion, um den Spielbetrieb dort bis mindestens 2028 zu sichern. Im Januar wiederum berichteten wir davon, dass Kühne Teil einer Investorengruppe ist, die sich um eine Zukunft für den glücklosen Elbtower bemühen wollen.

Noch nachhaltiger dürfte sein Geld an anderer Stelle wirken: Bereits 1976 gründete Kühne gemeinsam mit seinen Eltern die Kühne-Stiftung, die seitdem Projekte in Logistik, Medizin, Klima oder Kultur gefördert hat.

Da Klaus-Michael Kühne und seine Frau Christine keine Kinder hatten, soll jene Stiftung das Vermögen des Verstorbenen erhalten. Als Nachfolger für das Präsidentenamt soll Kühne seinen Notar Thomas Staehelin vorgesehen haben.

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