Stress an Bord
Diese 10 Dinge nerven Passagiere im Flugzeug am meisten

| Redaktion 
| 11.08.2026

Flugreisen werden zunehmend zur Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme. Eine neue Booking.com-Umfrage zeigt, welche Angewohnheiten deutscher Passagier über den Wolken besonders für Ärger sorgen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um zurückgeklappte Sitze: Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und aufdringliche Selfie-Aktionen führen die Liste an – und eine deutliche Mehrheit wünscht sich bereits Ruhebereiche im Flugzeug.

Wer häufig fliegt, kennt die Situation: Auf engem Raum treffen unterschiedliche Vorstellungen davon aufeinander, was an Bord noch akzeptabel ist. Eine von Booking.com beauftragte Umfrage unter 1.000 Erwachsenen in Deutschland zeigt nun, wo die Toleranz besonders schnell endet.

Größter Störfaktor ist demnach mitgebrachtes Essen, das stark riecht oder leicht kleckert. 40 Prozent der Befragten nennen solche Speisen als besonderes Ärgernis. Bei den konkreten Geruchsquellen liegen Käse und Aufschnitt mit 46 Prozent vorne. Es folgen knoblauchhaltige Speisen mit 42 Prozent, Fisch- oder Leberwurstbrote mit 30 Prozent sowie Döner oder Currywurst mit 27 Prozent. Hartgekochte Eier stören 16 Prozent.

Fast ebenso unbeliebt sind allzu ambitionierte Fotoaktionen. 39 Prozent ärgern sich über Menschen, die sich für ein Foto oder Video über andere Passagier lehnen oder ihnen dabei zu nahe kommen. 32 Prozent stören sich an Videos oder Musik, die ohne Kopfhörer abgespielt werden.

Social Media sorgt für neue Konflikte

Die Ergebnisse zeigen auch, wie Smartphones und soziale Medien das Verhalten auf Flugreisen verändern. Mehr als ein Drittel der Befragten, konkret 34 Prozent, findet, dass Fliegen durch Social Media und Streaming störender geworden ist.

Dabei geht es nicht nur um Lärm. 26 Prozent möchten nicht ungefragt auf Fotos oder Social-Media-Videos anderer Reisender auftauchen. 23 Prozent stören sich grundsätzlich daran, wenn während des Fluges TikToks oder andere Social-Media-Inhalte aufgenommen werden.

Mehr als die Hälfte der Befragten fordert deshalb Konsequenzen: 53 Prozent sprechen sich für strengere Regeln der Fluggesellschaften zur Nutzung von Social Media und Technologie aus. Besonders häufig geht es dabei um Videos und Musik ohne Kopfhörer sowie das Filmen oder Fotografieren anderer Passagier ohne deren Einwilligung.

Auch ein anderes Ergebnis dürfte für Fluggesellschaften interessant sein. 68 Prozent der Befragten würden spezielle Ruhebereiche auf Flügen begrüßen.

"Die Art und Weise, wie wir fliegen, verändert sich", sagt Norman Ladig, Booking.com-Regional-Manager DACH. Dinge, die Reisende stören könnten, beschränkten sich nicht mehr auf zurückgelehnte Sitze oder Passagier, die unmittelbar nach der Landung aufspringen und den Gang blockieren. Vielmehr gebe es mittlerweile "eine ganze Reihe neuer ungeschriebener Regeln, die das heutige Fliegen prägen".

Zwischen Wohnzimmer und Gemeinschaftsraum

Hinter vielen Ärgernissen steckt ein grundsätzlicher Konflikt. 43 Prozent der Befragten finden, dass es sich manche Reisende in 10.000 Metern Höhe zu bequem machen. Gleichzeitig gibt fast die Hälfte – 49 Prozent – an, sich an Bord ähnlich zu verhalten wie zu Hause.

Das zeigt sich nicht nur bei Smartphones. Jeweils 26 Prozent stören sich an Mitreisenden, die während des Fluges ihre Nägel lackieren, schneiden oder feilen beziehungsweise barfuß durch die Kabine gehen. 23 Prozent nervt es, wenn der Gang genutzt wird, um Schritt- oder Fitnessziele zu erreichen.

Kommt es tatsächlich zum Konflikt, setzt ein großer Teil auf direkte Kommunikation. 49 Prozent würden störende Mitreisende höflich auf ihr Verhalten ansprechen. 14 Prozent würden die Situation stillschweigend hinnehmen. Elf Prozent reagieren nach eigenen Angaben eher nonverbal – beispielsweise mit einem missbilligenden Blick oder hörbarem Seufzen.

Wer hat am wenigsten Manieren?

Bei der Frage, welche Generation die schlechtesten Manieren an Bord zeigt, landet die Generation Z mit 27 Prozent an erster Stelle. Auffällig ist die Selbsteinschätzung: 34 Prozent der befragten Gen-Z-Angehörigen sehen die eigene Altersgruppe als größte Knigge-Sünder. Unter den Babyboomern sagen hingegen 48 Prozent, dass keine Generation im Flugzeug besonders negativ auffalle.

Benimm-Expertin Carolin Lüdemann plädiert deshalb vor allem für gegenseitige Rücksichtnahme. "Fliegen ist ein gemeinschaftliches Erlebnis – auch dann, wenn Menschen Komfort und Privatsphäre suchen", sagt sie. Ihre Empfehlung: Kopfhörer verwenden, andere Passagier nicht ungefragt filmen, stark riechende Speisen vermeiden und Bewegungsübungen auf das Terminal verlegen.

Die 10 größten Ärgernisse im Flugzeug

  • Stark riechendes oder kleckeranfälliges Essen – 40 Prozent
  • Für Fotos oder Videos anderen zu nahe kommen – 39 Prozent
  • Videos oder Musik ohne Kopfhörer – 32 Prozent
  • Ungefragt auf Social-Media-Aufnahmen erscheinen – 26 Prozent
  • Nägel lackieren, schneiden oder feilen – 26 Prozent
  • Barfuß durch die Flugzeugkabine gehen – 26 Prozent
  • Den Gang für Schritt- oder Fitnessziele nutzen – 23 Prozent
  • TikToks oder andere Social-Media-Inhalte aufnehmen – 23 Prozent
  • Zahnseide an Bord benutzen – 18 Prozent
  • Dehn- oder Yogaübungen im Kabinenbereich machen – 17 Prozent

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Die 10 größten Ärgernisse im Flugzeug

  • Stark riechendes oder kleckeranfälliges Essen – 40 Prozent
  • Für Fotos oder Videos anderen zu nahe kommen – 39 Prozent
  • Videos oder Musik ohne Kopfhörer – 32 Prozent
  • Ungefragt auf Social-Media-Aufnahmen erscheinen – 26 Prozent
  • Nägel lackieren, schneiden oder feilen – 26 Prozent
  • Barfuß durch die Flugzeugkabine gehen – 26 Prozent
  • Den Gang für Schritt- oder Fitnessziele nutzen – 23 Prozent
  • TikToks oder andere Social-Media-Inhalte aufnehmen – 23 Prozent
  • Zahnseide an Bord benutzen – 18 Prozent
  • Dehn- oder Yogaübungen im Kabinenbereich machen – 17 Prozent

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