Neue Menüs, neue Filialen, mehr KI
McDonald’s setzt auf Protein und investiert Milliarden in den Umbau

| Redaktion 
| 29.09.2026

McDonald’s macht Protein zum strategischen Thema und stellt gleichzeitig Milliarden für den Umbau seines weltweiten Restaurantgeschäfts bereit. Mit "McDonald’s > NEXT" sollen Speisekarte, Filialen und Technologie weiterentwickelt werden. Rund 8,5 Milliarden Dollar sind bis 2036 als Unterstützung vorgesehen – und auch KI spielt bei der neuen Strategie eine zentrale Rolle.

McDonald’s rückt proteinreiche Produkte stärker in den Fokus. Bereits im April führte der Konzern in den USA eigene Protein-Hinweise in der App und an Bestellterminals ein. Bei 17 Produkten wird seither der Proteingehalt besonders hervorgehoben. Insgesamt bietet McDonald’s nach eigenen Angaben mehr als 30 Produkte mit mindestens 15 Gramm Protein an.

Proteinreiche Produkte sind inzwischen im Massenmarkt angekommen. Wie stark der Proteinboom auch den Lebensmittelmarkt beeinflusst, zeigt sich etwa bei der Nachfrage nach Molkenproteinen und Milchprodukten.

McDonald’s beruft sich auf eine 2025 durchgeführte Untersuchung unter 1.800 Kund:innen. Demnach wollen 64 Prozent der Befragten die Lebensmittel, die sie mögen, auf ausgewogene Weise genießen. Gina Hardy, Vice President U.S. Marketing & Menu Strategy, erklärte anlässlich der Protein-Offensive, Kund:innen würden verstärkt nach Lebensmitteln suchen, die mehr Protein bieten, ohne beim Geschmack Abstriche zu machen.

Dass sich McDonald’s intensiv mit neuen Ernährungsgewohnheiten beschäftigt, zeigt auch der jüngste Aktionärsbrief von CEO Chris Kempczinski. Darin nennt der Konzern neue Konsumtrends im Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung von GLP-1-Präparaten ausdrücklich als eine der Chancen und Herausforderungen für das Geschäft.

McDonald’s-CEO Chris Kempczinski sieht in neuen Konsumtrends rund um GLP-1-Präparate Chancen und Risiken für den Konzern. © Bob Coscarelli/McDonald’s

Chicken wird zum strategischen Wachstumsfeld

Besonders wichtig wird in diesem Zusammenhang das Chicken-Geschäft. Im Rahmen der neuen Strategie "McDonald’s > NEXT" hat sich der Konzern vorgenommen, seinen Marktanteil sowohl bei Chicken als auch bei Getränken bis 2030 um jeweils 1,5 Prozentpunkte zu steigern. Gleichzeitig soll die führende Position bei Rindfleisch gehalten werden.

Dass Protein bereits stärker in der Produktkommunikation auftaucht, zeigen konkrete US-Angebote. McDonald’s weist etwa für zehn Chicken McNuggets 23 Gramm Protein, für drei McCrispy Strips 30 Gramm und für einen Snack Wrap 17 Gramm aus. Auch beim Egg McMuffin oder McDouble wird der Proteingehalt mittlerweile offensiv kommuniziert.

Sechs Chicken McNuggets liefern laut McDonald’s 14 Gramm Protein. Der Konzern rückt proteinreiche Produkte im Zuge seiner neuen Strategie stärker in den Fokus. © McDonald’s

Das passt zu einer Entwicklung, die der Lebensmittelhandel schon seit Längerem prägt: High-Protein-Produkte haben sich vom Nischenangebot zu einem Milliardenmarkt entwickelt. McDonald’s überträgt diesen Trend nun verstärkt auf sein bestehendes Sortiment und seine Wachstumsstrategie.

Die Speisekarte bildet jedoch nur einen Teil des größeren Umbaus. "McDonald’s > NEXT" gliedert sich in vier Bereiche: Menü, Kund:innen, Restaurants und Mitarbeiter:innen. Beim Menü sollen Geschmack, Qualität und Innovation vorangetrieben werden. Gleichzeitig will McDonald’s Kundenbeziehungen stärker personalisieren und damit zusätzliche Besuche generieren.

8,5 Milliarden Dollar für Restaurants und Technik

Besonders groß fällt das Programm für die Restaurants aus. Bis 2036 plant McDonald’s rund 8,5 Milliarden Dollar an sogenannter NEXT-Partnerunterstützung. Rund fünf Milliarden Dollar davon sollen bereits bis 2030 bereitgestellt werden. Das Geld soll über eine Kombination aus Mietentlastungen und Kapitalunterstützung fließen und die Modernisierung der Restaurants, den Einsatz neuer Technologien sowie operative Verbesserungen beschleunigen.

McDonald’s verfügt inzwischen über mehr als 46.000 Restaurants weltweit und bedient nach Konzernangaben täglich mehr als 70 Millionen Kund:innen.

Auch Deutschland spielt bei der Expansion eine wichtige Rolle. Für rund 500 neue Restaurants und die Modernisierung bestehender Standorte hatte McDonald’s Investitionen in Milliardenhöhe angekündigt.

Mit NEXT geht der Konzern nun global einen Schritt weiter. McDonald’s erwartet durch die Maßnahmen Effizienzverbesserungen von rund 250 Basispunkten auf Restaurantebene. Für ein durchschnittliches US-Restaurant entspreche dies laut Konzern langfristig einem jährlichen Cashflow-Vorteil von etwa 100.000 Dollar.

KI soll den Restaurantbetrieb verändern

Ein wesentlicher Hebel ist Technologie. McDonald’s will Restaurantabläufe vereinfachen, das Design modernisieren und das mit generativer Künstlicher Intelligenz arbeitende ArchIQ in größerem Umfang einsetzen. In den vergangenen Jahren hat der Konzern dafür bereits gemeinsame Technologieplattformen, eine zentrale Datenbasis und Betriebssysteme für sein weltweites Restaurantnetz aufgebaut.

Digitale Bestellterminals sind Teil der technologischen Infrastruktur bei McDonald’s. Mit der NEXT-Strategie will der Konzern Restaurantabläufe weiter digitalisieren und verstärkt auf KI setzen. © McDonald’s

Der Einsatz von KI im Restaurantbetrieb beschäftigt McDonald’s schon länger. Einen früheren Test zur automatisierten Bestellannahme im Drive-in beendete der Konzern 2024, hielt aber bereits damals an der Entwicklung entsprechender Technologien fest.

Damit verbindet McDonald’s mehrere Entwicklungen in einer Strategie: veränderte Ernährungsgewohnheiten, neue Produktpräferenzen, Digitalisierung und den Druck, Restaurants produktiver zu betreiben.

Der Protein-Fokus zeigt dabei, wie schnell ein Konsumtrend bei einem globalen Gastronomiekonzern zur strategischen Frage werden kann. In den USA hebt McDonald’s den Proteingehalt zahlreicher Klassiker bereits gezielt hervor. Mit NEXT soll nun auch das System dahinter weiterentwickelt werden – von der Speisekarte über die Technologie bis zum Restaurant selbst.

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