EY Entrepreneur Of The Year 2026
Von Kärcher bis OHB: Diese Unternehmer hat EY ausgezeichnet

Franziska Kärcher, Hartmut Jenner, Marco Fuchs und die Osapiens-Gründer zählen zu den Gewinnern des "EY Entrepreneur Of The Year 2026". Friedhelm Loh erhielt den Ehrenpreis. Wer bei der Jubiläumsgala in München ausgezeichnet wurde – und wer Deutschland beim Weltfinale vertritt.

Reinigungstechnik, Raumfahrt, Unternehmenssoftware und Rucksäcke: Die Geschäftsmodelle der diesjährigen Gewinner des "EY Entrepreneur Of The Year" liegen weit auseinander. Bei der 30. deutschen Ausgabe des Wettbewerbs wurden Franziska Kärcher und Hartmut Jenner, Marco Fuchs, Alberto Zamora, Matthias Jungblut und Stefan Wawrzinek sowie Benny Mandos in den vier Hauptkategorien ausgezeichnet. Den Publikumspreis sicherten sich Markus Struck und Sebastian Hirt von Kleines Kraftwerk. Der Ehrenpreis ging an den Industrieunternehmer Friedhelm Loh.

Verliehen wurden die Auszeichnungen am 5. November in der Münchner Wappenhalle. Journalistin und Unternehmerin Judith Rakers moderierte den Abend. Insgesamt hatten es 20 Unternehmen ins Finale geschafft. Die unabhängige Jury bewertete unternehmerisches Denken und Handeln, Unternehmenszweck, Wachstumspotenzial und gesellschaftliche Wirkung.

Kärcher: Auszeichnung für Unternehmerfamilie und Management

In der Kategorie Familienunternehmen wurden Franziska Kärcher und Hartmut Jenner für die Alfred Kärcher SE & Co. KG ausgezeichnet. Die Aufsichtsrätin und der langjährige Vorstandsvorsitzende stehen für ein Führungsmodell, bei dem Unternehmerfamilie und familienfremdes Management zusammenarbeiten.

Das 1935 von Alfred Kärcher gegründete Unternehmen aus Winnenden beschäftigt nach Angaben von EY rund 17.000 Menschen und ist mit mehr als 170 Gesellschaften in 87 Ländern vertreten. Zum Geschäft gehören Reinigungsgeräte für Privathaushalte und professionelle Anwender ebenso wie Dienstleistungen und digitale Lösungen. EY würdigte die Verbindung aus internationaler Marktstellung, technologischer Weiterentwicklung und langfristig ausgerichteter Führung.

OHB: Marco Fuchs vertritt Deutschland beim Weltfinale

Den Preis in der Kategorie Innovation erhielt Marco Fuchs für den Bremer Raumfahrtkonzern OHB. Das Unternehmen entwickelt Satelliten für Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation und Aufklärung. Hinzu kommen Raumfahrtmissionen, Infrastruktur für den Zugang zum Weltraum und Dienstleistungen auf Basis von Satellitendaten.

OHB beschäftigt rund 4.000 Menschen und zählt zu den drei europäischen Systemintegratoren der Raumfahrtindustrie. Aus dem einst kleinen Familienbetrieb ist damit ein Unternehmen geworden, dessen Technologien auch für Europas eigenständige Handlungsfähigkeit im All relevant sind.

Für Fuchs bleibt es nicht bei der deutschen Auszeichnung: OHB wird Deutschland beim EY World Entrepreneur Of The Year 2027 vertreten.

Osapiens: Drei Gründer gegen die Komplexität in Unternehmen

In der Kategorie Junge Unternehmen setzte sich die Mannheimer Osapiens Holding durch. Ausgezeichnet wurden die Gründer Alberto Zamora, Matthias Jungblut und Stefan Wawrzinek.

Ihre Cloud- und KI-Plattform bündelt Aufgaben, die Unternehmen häufig mit unterschiedlichen Programmen und viel Handarbeit erledigen: Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Einhaltung von Vorgaben entlang der Lieferkette, Risikomanagement und Produkt-Compliance. Mehr als zwei Dutzend integrierte Lösungen sollen helfen, Daten zusammenzuführen und komplexe Wertschöpfungsketten zu steuern. Weitere Anwendungen betreffen unter anderem die Zusammenarbeit mit Lieferanten, Instandhaltung und Distribution.

GOT BAG: Benny Mandos gewinnt den Nachhaltigkeitspreis

Benny Mandos wurde mit dem Mainzer Unternehmen GOT BAG in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die 2018 gegründete Marke verkauft Rucksäcke, Taschen und Gepäck aus recycelten Materialien und beschäftigt inzwischen mehr als 70 Menschen.

Über die Stiftung GOT BAG Indonesia finanziert das Unternehmen die Sammlung von Plastikabfällen in Küstengebieten sowie den Aufbau lokaler Abfallmanagement-Strukturen. Die Jury würdigte die Verbindung von internationalem Markengeschäft, rückverfolgbarer Lieferkette und Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung.

Kleines Kraftwerk: Publikumspreis für Markus Struck und Sebastian Hirt

Der Publikumspreis ging an Markus Struck und Sebastian Hirt, die Kleines Kraftwerk 2022 im niedersächsischen Achim gründeten. Das Unternehmen vertreibt Balkonkraftwerke und Stromspeicher für Privathaushalte.

Die Komplettsets sind zur Selbstmontage vorgesehen und lassen sich je nach Ausführung auf Balkonen, Dächern, an Hauswänden oder im Garten installieren. Zum Angebot gehören eigens entwickelte, statisch geprüfte Halterungen aus deutscher Produktion.

Friedhelm Loh: Ehrenpreis für den Aufbau einer Industriegruppe

Mit dem Ehrenpreis würdigte EY das unternehmerische und gesellschaftliche Engagement von Friedhelm Loh. Der frühere hessische Ministerpräsident Volker Bouffier überreichte die Auszeichnung.

Aus dem Schaltschrankhersteller Rittal mit einst rund 200 Beschäftigten entwickelte Loh eine international tätige Industriegruppe. Nach den von EY veröffentlichten Zahlen beschäftigt die Friedhelm Loh Group rund 12.900 Menschen, umfasst 94 Tochtergesellschaften und erzielte 2025 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro.

Neben dem Ausbau industrieller Systemlösungen setzte Loh früh auf Software und Digitalisierung. Mit der Rittal Foundation unterstützt er Projekte unter anderem in Bildung, Sozialem, Kultur und Wissenschaft. In Indien engagiert sich die Familie mit der Debora Foundation für Kinder.

Roland Mack, David Reger und weitere bekannte Wirtschaftsnamen

Wie das manager magazin, Medienpartner des Wettbewerbs, berichtet, gehörte auch Europa-Park-Gründer Roland Mack zu den Gästen des Jubiläumsabends. Er hatte die Auszeichnung bereits 26 Jahre zuvor gewonnen. Auf dem gemeinsamen Gruppenfoto waren zudem David Reger von Neura Robotics, Simone Westerfeld von ODDO BHF, die stellvertretende manager magazin-Chefredakteurin Simone Salden sowie Jan Brorhilker, Wolfgang Glauner und Katja Decker von EY vertreten.

EY-Deutschlandchef Henrik Ahlers betonte anlässlich der Preisverleihung: "Auch die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger haben nicht auf perfekte Bedingungen gewartet, sondern Chancen und Möglichkeiten erkannt und ergriffen – und so mit Zuversicht die Zukunft gestaltet."

Philippe Oddo, Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter des Programmpartners ODDO BHF, hob den Vorbildcharakter der ausgezeichneten Unternehmerinnen und Unternehmer hervor.

Diese sechs Persönlichkeiten entschieden über die Preise

Der unabhängigen Jury gehörten an:

  • Martin Dürrstein, Vorstandsvorsitzender von Dürr Dental und Sprecher der Jury.

  • Nadine Kammerlander, Professorin für Familienunternehmen an der WHU – Otto Beisheim School of Management.

  • Alexandra Kohlmann, Geschäftsführerin der ROWE-Gruppe.

  • Joachim Kuhn, Gründer und ehemaliger CEO von va-Q-tec.

  • Christian Mohr, Geschäftsführer und Chief Customer Officer von UnternehmerTUM.

  • Christina Puello, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen.

Der deutsche Wettbewerb ist Teil des internationalen EY-Programms. Unterstützt wird er von ODDO BHF sowie den Medienpartnern Frankfurter Allgemeine Zeitung und manager magazin.

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