Bilder aus Berlin
Kindernothilfe-Medienpreis würdigt Journalismus, der Missstände sichtbar macht

| Redaktion 
| 06.11.2026

Idealerweise berichtet Journalismus nicht nur über das, was ohnehin alle sehen. Seine Stärke zeigt sich deshalb dort, wo Missstände zu lange verborgen bleiben, Betroffene kaum Gehör finden oder Verantwortliche öffentliche Aufmerksamkeit lieber vermeiden würden. Herausragende Beiträge mit Fokus auf die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft hat die Kindernothilfe am Freitagabend zum 28. Mal mit ihrem eigenen Medienpreis geehrt.

Seit inzwischen 67 Jahren setzt sich die in Duisburg ansässige Kindernothilfe weltweit für den Schutz und die Rechte von Kindern ein. Dabei unterstützt sie Mädchen und Jungen in schwierigen Lebenssituationen, stärkt ihre Familien und Gemeinschaften und engagiert sich gegen Ausbeutung, Gewalt und andere Formen der Kinderrechtsverletzung.

Als ihren Auftrag versteht die Kindernothilfe auch, Missstände öffentlich sichtbar zu machen und Bewusstsein zu schärfen – und so verleiht die christliche Organisation bereits seit 1999 einen eigenen Medienpreis.

Vergeben wird der Award an journalistische Beiträge, die auf Verletzungen von Kinderrechten aufmerksam machen, betroffenen Kindern eine Stimme geben oder die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit ihrer Lebensrealität anderweitig fördern.

NDR-Team gewinnt mit Recherche zu pädokriminellen Foren

Die 28. Ausgabe der feierlichen Verleihung ist am Freitagabend im Berliner Axica Kongress- und Tagungszentrum über die Bühne gegangen, wo die Jahresbesten in zwei Kategorien prämiert werden wollten: "Story on Stage" berücksichtigt herausragende Print-, Online-, TV- und Hörfunkarbeiten.

Während hier Fachleute für die Wahl der Gewinner verantwortlich zeichnen, wird der Träger des Preises der Kinderjury namensgemäß von einer zehnköpfigen Kindergruppe bestimmt, die medienpädagogisch begleitet werden und Beiträge auszeichnen, die Kinderrechtsthemen verständlich und altersgerecht aufbereiten.

Freude bei den Gewinnern des "Story on Stage"-Preises (Bild: Simon Salzig / Bildschön)
Freude bei den Gewinnern des "Story on Stage"-Preises (Bild: Simon Salzig / Bildschön)

In Berlin durften sich Robert Bongen, Lisa Maria Hagen, Tobias Hübers und Daniel Moßbrucker schließlich über den ersten Platz des mit 5000 Euro dotierten "Story on Stage"-Preises freuen, den sie für ihren NDR-Beitrag "Bilder in pädokriminellen Foren - Warum löscht sie niemand?" erhalten haben.

"Ihre Reportage ist ein Meisterwerk des investigativen Journalismus", kommentiert Schauspielerin, Laudatorin und Kindernothilfe-Botschafterin Valerie Niehaus. "Sie zeigt nicht nur das Versagen der Behörden, sondern auch: Kinderschutz ist möglich, wenn man nur wollte."

Wolfgang Bauer mit seiner Reportage "Die Vergessenen" (Zeit Magazin) und Johanna Sagmeister sowie Maria Caroline Wölfle mit ihrer Folge "Neuanfang im Irak und unbequeme Fragen" des ARD-Podcasts "Chronik einer Abschiebung" vervollständigten das "Story on Stage"-Gewinnerpodium am Freitag.

Kinderjury vergibt ihren Preis an Duška Roth

Duška Roth und ihr Hörfunk-Beitrag "Kakadu – eure Fragen: Warum müssen Kinder fliehen" für Deutschlandfunk Kultur wiederum überzeugte die Kinderjury: "Wir finden es toll, dass der Beitrag ein Kinderrecht deutlich macht: Alle Kinder haben das Recht auf Sicherheit. Egal, wo sie herkommen oder wie sie leben", wird das junge Gremium zitiert. Auch der von ihnen vergebene Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Duška Roth mit der Kinderjury (Bild: Simon Salzig / Bildschön)
Duška Roth mit der Kinderjury (Bild: Simon Salzig / Bildschön)

"Jeder einzelne Beitrag ist wichtig, um ein Spotlight auf einen Missstand, eine Kinderrechtsverletzung oder ein gesellschaftliches Problem zu lenken. Außerdem sind Veröffentlichungen wie diese das Korrektiv im Kampf gegen Desinformation und Fake News", unterstreicht die Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann.

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