Laufen für die Forschung
Wings for Life World Run 2027: Anmeldung für München eröffnet

| Redaktion 
| 05.11.2026

Am Donnerstagmittag ist die Anmeldung für den Wings for Life World Run 2027 gestartet, dessen Flagship-Veranstaltung im kommenden Mai einmal mehr eine fünfstellige Anzahl an Sportbegeisterten in München versammelt. Die von Red-Bull-Ikone Dietrich Mateschitz mitgegründete Stiftung dahinter will Querschnittslähmung heilbar machen, wofür sie sich unter anderem auf die Unterstützung von Lindsey Vonn oder Kristina Vogel verlassen darf.

Vielleicht ist der 26. Juli 2003 irgendwann der Tag, der als Ausgangspunkt der Heilung von Querschnittslähmung in die Geschichte eingeht. Bis es soweit ist, bleibt es das Datum, an dem sich Hannes Kinigadner – Sohn des österreichischen Motocross-Weltmeisters Heinz Kinigadner – bei einem Benefizrennen eine schwere Rückenmarksverletzung zuzog. Der heute 41-jährige ist seitdem von den Schultern abwärts gelähmt.

Gemeinsam mit Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz hat Heinz Kinigadner kurz nach dem Unfall die Stiftung Wings for Life ins Leben gerufen, um die Forschung an Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit entsprechenden Verletzungen zu finanzieren.

Erklärte Hoffnung ist es, auf diese Weise zum medizinischen Ansatz beizutragen, der Querschnittsgelähmten im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine hilft.

Großes Ziel, aber keine Ziellinie

Schlüsselinstrument ist dabei der Wings for Life World Run, der auch losgelöst vom Stiftungskontext längst als eines der sportlichen Jahreshighlights in München durchgeht – in einer Stadt, der es daran nicht unbedingt mangelt, umso beachtlicher: Rund 14.000 Menschen begeben sich beim deutschen Flagship Run der zeitgleich auf mehreren Kontinenten gestarteten Laufveranstaltung auf die Strecke; sei es zu Fuß oder mit dem Rollstuhl.

Statt einer klassischen Ziellinie macht sich 30 Minuten nach Beginn ein sogenanntes Chaser Car auf den Weg, das die Teilnehmenden nach und nach einholt. Diesen Mai wurde die globale Wertung vom Japaner Jo Fukuda angeführt, der stolze 78,95 Kilometer zurücklegen konnte, ehe ihn der mobile Schlusspunkt erreichte. Hierzulande setzte Tim Schwippel mit 63,75 Kilometern die nationale Bestmarke.

"Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob jemand 30 Kilometer, fünf Kilometer oder gerade einmal einen schafft. Es geht nicht um die Distanz, sondern darum, gemeinsam füreinander zu kämpfen", betont Kristina Vogel, ehemalige Bahnradsportlerin und Botschafterin des Wings for Life World Runs.

"Für mich ist der Wings for Life World Run weit mehr als nur ein Sportevent. Es ist dieses unglaubliche Gefühl von Zusammenhalt und die Überzeugung, dass wir gemeinsam Großes bewegen können", sagt die zweifache Olympiasiegerin, die seit einem Trainingsunfall selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Lindsey Vonn unterstützt Stiftung mit ihrer Stimme

Seit 2014 haben 2,2 Millionen Menschen weltweit fast 70 Millionen Euro zugunsten der Rückenmarkforschung gesammelt, da alle Teilnahmegebühren vollumfänglich dem Zweck zugutekommen. Weitere sollen auch nächsten Frühling hinzukommen – und so ist die Anmeldephase für den Wings for Life World Run 2027 am Donnerstagmittag offiziell gestartet.

Mutmaßlich wird sie nicht allzu lange andauern, schließlich war der diesjährige Flagship Run in München schon im letzten Winter restlos ausverkauft. Die nächste Ausgabe des Großereignis ist für Sonntag, 09. Mai angesetzt.

Angelino Zeller, vierfacher Weltmeister im Paraklettern, bei seiner Teilnahme dieses Jahr (Bild: Jörg Mitter / Wings for Life World Run)
Angelino Zeller, vierfacher Weltmeister im Paraklettern, bei seiner Teilnahme dieses Jahr (Bild: Jörg Mitter / Wings for Life World Run)

Die Aufmerksamkeit des Anmeldestarts nutzt Red Bull im Übrigen für die Premiere der Dokumentation "Backbone", die ab sofort online einsehbar ist.

Auch hier darf Wings for Life auf prominente Unterstützung bauen: Skisport-Legende Lindsey Vonn führt als Erzählerin durch einen Film, der den Geschichten von vier Menschen mit Rückenmarkverletzung folgt – darunter die der viermaligen Parasurfing-Weltmeisterin Sam Bloom, die auch schon Gegenstand des Spielfilms "Penguin Bloom" mit Naomi Watts war.

"Dieses Projekt ist mehr als ein Film. Es ist eine Erfahrung, die einem die Augen öffnet. Ich weiß, wie es ist, nicht selbstständig aufstehen zu können und mit Schmerzen und Einschränkungen zu leben. Zum Glück war das bei mir nur für ein paar Monate der Fall. Andere Menschen haben nicht so viel Glück", sagt Lindsey Vonn mit Blick auf ihre eigene langwierige Verletzungsgeschichte.

"Der Wings for Life World Run ist ein echter Turbo für diese Projekte. Jede Person, die sich für diesen Lauf anmeldet, unterstützt Wissenschaftler:innen auf ihrem Weg, eine Heilung zu finden", so die Olympiasiegerin und Weltmeisterin.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV