Millionenseller bekommt Kinofilm
Das verrückte Labyrinth: Wie viel Blockbuster steckt im Brettspiel?

| Redaktion 
| 04.11.2026

Wenn sich ein Spielbrett plötzlich in einen realen Schauplatz verwandelt, weicht das Vergnügen meist ziemlich schnell dem Chaos. Was Hollywood mit "Jumanji" bereits lukrativ durchexerziert hat, soll nun auch einem deutschen Brettspielklassiker gelingen: Nach Abschluss der Dreharbeiten mit Fahri Yardim und Maja Enger in den Hauptrollen bereitet Constantin Film "Das verrückte Labyrinth" nun für den Kinostart vor.

Der Ravensburger Verlag zählt zu den langlebigsten deutschen Spielwarenherstellern und ist weit über unsere Landesgrenzen hinaus für Gesellschaftsspiele, Puzzles oder Kinderbücher bekannt.

Zum anhaltenden Erfolg des Familienunternehmens aus der namensgebenden, oberschwäbischen Stadt hat auch "Das verrückte Labyrinth" entscheidend beigetragen – ein moderner Brettspielklassiker, der im September seinen 40. Geburtstag gefeiert hat.

Seit der Erstveröffentlichung wurde das vom Autor Max J. Kobbert erdachte Spiel in 27 Sprachen unter die Leute gebracht; 21 Varianten haben die Marke in den letzten vier Jahrzehnten ergänzt. Weltweit sind mehr als 30 Millionen Exemplare über Ladentheken gewandert, sodass "Das verrückte Labyrinth" das kommerzielle Prunkstück des Ravensburger Verlag darstellt.

Letzte Klappe ist gefallen

Ein entscheidender Schritt zur zusätzlichen Erweiterung der eigenen Zielgruppe ist nun gemacht: Am Montag wurden die Dreharbeiten zur Filmadaption des Spiels beendet, die unter der Anleitung von Peter Thorwarth – verantwortlich für Kultfilme wie "Bang Boom Bang" und "Was nicht passt, wird passend gemacht" – in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern stattgefunden haben.  

Constantin Film verspricht eine "breit angelegte Abenteuer-Komödie", die von der Münchner SamFilm mitproduziert wurde und ein namhaft besetztes Ensemble aufbieten kann: Fahri Yardim, Maja Enger, Jessica Schwarz, Erik Sander, Peter Brownbill, Rúrik Gíslason, Salimou Thiam (Montag noch bei der jüngsten "Tribute von Panem"-Premiere), Joone Dankou oder auch Uwe Ochsenknecht und Axel Stein werden Rollen übernehmen.

Maja Enger, hier beim Deutschen Schauspielpreis 2025, übernimmt die weibliche Hauptrolle in "Das verrückte Labyrinth" (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Maja Enger, hier beim Deutschen Schauspielpreis 2025, übernimmt die weibliche Hauptrolle in "Das verrückte Labyrinth" (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

Die Herausforderung, ein Brettspiel zum Zentrum eines abendfüllen Films zu machen, haben die Drehbuchautoren Jakob Grahl, Fabian Carl und David Benke angenommen. In ihrer Handlung geht es um Lou (Maja Enger), die kurz vor dem Studienbeginn in Cambridge steht und ausgerechnet am Wochenende ihrer Abschiedsparty Zeit mit Adam (Fahri Yardim) verbringen muss, dem wenig geschätzten neuen Freund ihrer Mutter (Jessica Schwarz).

Vorher hat Lou ihrem Bruder (Erik Sander) eine alte Ausgabe von „Das verrückte Labyrinth“ besorgt – unwissend, dass das Spiel der Schlüssel zu einem ganz und gar realen Irrgarten ist, in dem sich Maja und Adam plötzlich wiederfinden. Um zwischen unsteten Gängen und perfiden Fallen größeres Unheil abzuwenden, ist widerwillige Teamarbeit gefragt…

"Jumanji" lässt grüßen

Naheliegendste internationale Vergleichsfolie für "Das verrückte Labyrinth" ist natürlich "Jumanji" von 1995: Der Film über ein Brettspiel, das seine Gefahren in die Wirklichkeit überträgt, spielte mit dem unvergessenen Robin Williams in der Hauptrolle rund 263 Millionen US-Dollar ein.

Vor knapp zehn Jahren lebte das Franchise mit Dwayne Johnson als "Jumanji: Willkommen im Dschungel" wieder auf und generierte eine knappe Milliarde US-Dollar; der nächste Teil namens "Jumanji: Open World" startet hierzulande am Mittwoch, 23. Dezember im Kino.

Auch Erinnerungen an den Europa-Park werden wach, der sein 50. Jubiläum im letzten Jahr ebenfalls mit einem eigenen Kinofilm gefeiert und seinen Maskottchen Ed und Edda mit "Grand Prix of Europe" ein Leinwand-Abenteuer spendiert hat.

Ein Blockbuster blieb damals aus, allerdings vermerkt der Freizeitpark den cineastischen Ausflug als "weltweit erfolgreichsten europäische Animationsfilm des Jahres", der zwei Millionen Zuschauer in 52 Ländern mobilisiert habe. Fachleute gehen von einem globalen Einspielergebnis von knapp 16 Millionen US-Dollar aus.

Auf "Das verrückte Labyrinth" werden Fans der Vorlage und Neugierige derweil noch etwas warten müssen: Der bundesweite Kinostart ist für Donnerstag, 20. Januar 2028 vorgesehen, was bestenfalls für eine gleichermaßen aufwändige wie sorgsame Post Production spricht.

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