IT-Sicherheit und Digitalisierung
Digitalgipfel 2026: Spyware-Alarm im Bundestag

| Redaktion 
| 02.11.2026

Zum Auftakt des Digitalgipfels 2026 in Berlin sorgen Warnungen vor möglichen Hackerangriffen auf Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder für Aufmerksamkeit. Apple hat iPhone-Nutzer:innen vor gezielter Spionagesoftware gewarnt, auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informierte potenziell Betroffene. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bestätigte die Warnungen. Ob Angreifer:innen tatsächlich Zugriff auf Geräte erlangten, ist bislang nicht bekannt.

Während auf dem Digitalgipfel 2026 in Berlin über Europas technologische Zukunft beraten wird, beschäftigt eine aktuelle Sicherheitswarnung die Bundesregierung. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) bestätigte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin“, dass vor möglichen Spionageangriffen auf die iPhones politischer Entscheidungsträger:innen gewarnt wurde.

Apple hatte seit dem 29. Oktober entsprechende Hinweise an Nutzer:innen verschickt. Auch das BSI wandte sich an potenziell betroffene Personen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Mercenary-Spyware-Angriffe, bei denen hochentwickelte Spionagesoftware gezielt gegen einzelne Personen eingesetzt wird.

Wer hinter den mutmaßlichen Attacken steckt und welche Politiker:innen konkret betroffen sein könnten, ist nicht bekannt. Ebenso gibt es bislang keine Bestätigung, dass ein Angriff erfolgreich war.

Was Spyware auf Smartphones ausspähen kann

Mit Spyware können Angreifer:innen nicht nur Nachrichten mitlesen, sondern auch Gespräche abhören und Standortdaten auswerten. Nach Angaben des BSI können solche Programme außerdem Kontakte, Anrufinformationen und Kalendereinträge erfassen. Unter bestimmten Umständen ist auch der Zugriff auf Kamera und Mikrofon möglich.

Für Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder sind solche Angriffe besonders heikel. Ihre Smartphones können vertrauliche Kommunikation, persönliche Kontakte und Informationen über politische Abläufe enthalten. Bereits der Verdacht auf gezielte Spionage wirft deshalb Fragen nach dem Schutz sensibler Daten auf.

Das Thema betrifft auch Unternehmen. Führungskräfte nutzen ihre Smartphones regelmäßig für geschäftliche Kommunikation und den Zugriff auf vertrauliche Informationen. Gezielte Hackerangriffe auf mobile Geräte sind damit nicht nur ein Problem der Politik, sondern auch der Wirtschaft.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von internationalen Technologieanbietern. Die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von ausländischen Digitaltechnologien ist längst Teil der wirtschaftspolitischen Debatte. Beim Digitalgipfel geht es deshalb auch um die Frage, wie Europa seine digitale Infrastruktur besser kontrollieren kann.

Digitalgipfel 2026: KI, Sicherheit und digitale Souveränität

Der zweitägige Digitalgipfel am 2. und 3. November bringt Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Technologiebranche in Berlin zusammen. Wildberger eröffnet die Veranstaltung am Montag um 10 Uhr. Bundeskanzler Friedrich Merz hält um 14.15 Uhr eine Keynote.

Auf dem Programm stehen europäische Digitalregeln, die wirtschaftliche Nutzung künstlicher Intelligenz und Europas technologische Wettbewerbsfähigkeit. Am Montagmittag diskutieren Experten über Chancen, Sicherheit und Risiken von KI. Um 14.45 Uhr folgt eine Debatte über künstliche Intelligenz, Open Source und digitale Souveränität.

Am Nachmittag stehen außerdem europäische Verteidigungstechnologien und eine Allianz für souveräne Technologien im Mittelpunkt. Die aktuellen Spyware-Warnungen verleihen den Sicherheitsfragen zusätzliche Aktualität. 

Am Dienstag richtet sich der Blick stärker auf die praktische Umsetzung. Diskutiert werden unter anderem Deutschlands Weg zur "KI-Nation 2030“, der Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen und Verwaltung, zusätzliche Rechenkapazitäten sowie der Deutschland-Stack.

Für Unternehmen geht es dabei um konkrete wirtschaftliche Fragen: Wie lassen sich KI-Anwendungen skalieren? Welche Infrastruktur wird benötigt? Und wie können Betriebe neue Technologien nutzen, ohne bei sensiblen Daten zusätzliche Abhängigkeiten zu schaffen?

Die Bundesregierung knüpft damit an die Debatte um den deutsch-französischen Gipfel zur digitalen Souveränität an. 

Für Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Herausforderungen. Sie müssen entscheiden, welche Technologien sie einsetzen, wie sie sensible Daten schützen und welche Abhängigkeiten sie eingehen. Damit wird digitale Souveränität zunehmend zur Führungsaufgabe.

Digitalgipfel 2026 – Livestream

  • Ort: Berlin

  • Montag, 2. November: 10–18 Uhr

  • Dienstag, 3. November: 9–16 Uhr

  • Wildberger: Eröffnung um 10 Uhr

  • Merz: Keynote um 14.15 Uhr

  • Übertragung: Deutsch, Englisch und Deutsche Gebärdensprache

    Zum offiziellen Livestream

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Digitalgipfel 2026 – Livestream

  • Ort: Berlin

  • Montag, 2. November: 10–18 Uhr

  • Dienstag, 3. November: 9–16 Uhr

  • Wildberger: Eröffnung um 10 Uhr

  • Merz: Keynote um 14.15 Uhr

  • Übertragung: Deutsch, Englisch und Deutsche Gebärdensprache

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