Film Festival Cologne 2026
Iris Sayram: Annette Frier spielt ihre Mutter im Film

| Evi Papadopoulou 
| 29.10.2026

Heute berichtet Iris Sayram als ARD-Hauptstadtkorrespondentin über die Bundespolitik. Aufgewachsen ist sie zwischen Bars, Bordellen und Diskotheken im Kölner Friesenviertel. Ihre Familiengeschichte hat sie im autobiografischen Buch "Für euch" festgehalten. Der Stoff wurde mit Annette Frier verfilmt. Am 1. November ist "Mimi und ich" beim Film Festival Cologne zu sehen.

"Mimi und ich": Eine Kölner Kindheit wird zum Film

Annette Frier spielt eine Mutter, die trotz Armut, Spielsucht des Ehemanns und gesellschaftlicher Vorurteile versucht, ihrer Tochter ein geborgenes Zuhause zu bieten. Die Geschichte beruht auf dem autobiografischen Buch "Für euch" von Iris Sayram, die heute als Journalistin im ARD-Hauptstadtstudio arbeitet.

In den 1980er- und 1990er-Jahren wächst Sayram am Kölner Friesenwall auf. Ihr Vater Mustafa kämpft mit seiner Spielsucht. Mutter Mimi arbeitet als Toilettenfrau, Reinigungskraft und später im Rotlichtmilieu, um die Familie über Wasser zu halten. Trotz finanzieller Sorgen erinnert sich Sayram an ein Zuhause voller Wärme und Lebenslust.

Doch mit den Jahren verändert sich Iris' Blick auf ihre Herkunft. Bildung eröffnet ihr neue Möglichkeiten, gleichzeitig wächst die Distanz zu ihrer Familie. Sie schämt sich für die Lebensumstände ihrer Eltern, obwohl sie ihrer Mutter so viel verdankt. Daraus entsteht ein Konflikt, der auch den Film prägt: Wie kann man sich von seiner Herkunft lösen, ohne die Menschen zurückzuweisen, die einen geprägt haben?

Der Film erzählt diese Entwicklung aus Iris' Perspektive und verbindet ihre persönliche Geschichte mit Fragen nach sozialer Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Dabei wird deutlich, dass die Scham über die eigene Familie nicht allein aus persönlichen Erfahrungen entsteht, sondern auch durch die Wertvorstellungen anderer geprägt wird.

Als Mimi Anfang der 1990er-Jahre an AIDS erkrankt, verschärft sich die Situation der Familie. Zur finanziellen Unsicherheit kommen die Folgen der Krankheit und die gesellschaftliche Stigmatisierung. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter bleibt dennoch der Mittelpunkt der Geschichte.

Annette Frier als Mimi: Eine Mutter voller Lebenslust

Annette Frier verkörpert Mimi nicht nur als Frau, die unter schwierigen Bedingungen für ihre Familie kämpft. Der Film zeigt auch ihren Humor und ihre Lebensfreude. Gerade darin liegt der Gegensatz, der Iris Sayrams Erinnerungen prägt: Trotz Armut und Unsicherheit erlebt sie ihre Kindheit nicht ausschließlich als Zeit der Entbehrung.

In einem Interview mit BRIGITTE spricht Iris Sayram über ihre Kindheit und das Verhältnis zu ihren Eltern. Ihre Erinnerungen zeigen, dass materielle Not und das Gefühl von Geborgenheit nebeneinander bestehen können.

Neben Annette Frier übernimmt Hannah Gharib die Rolle der erwachsenen Iris. Soraya Maria Efe spielt sie als Kind, Serkan Kaya verkörpert ihren Vater Mustafa.

Für Sayram war die Verfilmung zugleich eine Begegnung mit ihrer eigenen Vergangenheit. In einem Interview mit dem Medienmagazin DWDL schilderte sie, wie es für sie war, Szenen ihrer Kindheit am ursprünglichen Schauplatz nachgestellt zu sehen. Die Erinnerungen, die sie 2022 in ihrem Buch "Für euch" verarbeitet hatte, wurden damit zu einer Filmgeschichte.

Film Festival Cologne zeigt die Geschichte von Iris Sayram

Regie führte Milena Aboyan, deren Debütfilm "Elaha" mehrfach ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch schrieb Elke Rössler. Produziert wurde der Fernsehfilm von MadeFor Film in Koproduktion mit WDR und SWR. Die Dreharbeiten fanden vom 12. August bis zum 15. September 2025 in Köln statt.

Seine Weltpremiere feierte der 88-minütige Film am 29. Juni 2026 beim Filmfest München. Am Sonntag, dem 1. November, wird "Mimi und ich" beim Film Festival Cologne gezeigt. Die Vorstellung findet im Cineplex Filmpalast am Hohenzollernring statt. Im Anschluss ist ein Publikumsgespräch geplant. Die Veranstaltung läuft in Kooperation mit dem WDR.

Dass der Film nun in Köln gezeigt wird, gibt der Geschichte einen besonderen Bezug zum Veranstaltungsort. Das Friesenviertel ist darin nicht nur Schauplatz des Nachtlebens, sondern das Zuhause einer Familie, deren Alltag von wirtschaftlichen Sorgen, gesellschaftlichen Vorurteilen und Zusammenhalt geprägt war.

Wie Iris Sayram selbst auf diese Zeit zurückblickt, zeigt ein Satz, den sie im September 2026 im WDR 2 sagte: "Der schönste Ort meiner Kindheit war immer mein Zuhause."

 

"Mimi und ich" beim Film Festival Cologne 2026

Film: "Mimi und ich"

Festival: Film Festival Cologne 2026

Festivalzeitraum: 29. Oktober bis 5. November 2026

Filmvorstellung: Sonntag, 1. November 2026

Kino: Cineplex Filmpalast, Kino 1

Adresse: Hohenzollernring 22, 50672 Köln

Laufzeit: 88 Minuten

Regie: Milena Aboyan

Drehbuch: Elke Rössler

Besetzung: Annette Frier, Hannah Gharib, Soraya Maria Efe und Serkan Kaya

Produktion: MadeFor Film, WDR und SWR

Besonderheit: Publikumsgespräch im Anschluss, in Kooperation mit dem WDR

Tickets und Programm: Film Festival Cologne 

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

"Mimi und ich" beim Film Festival Cologne 2026

Film: "Mimi und ich"

Festival: Film Festival Cologne 2026

Festivalzeitraum: 29. Oktober bis 5. November 2026

Filmvorstellung: Sonntag, 1. November 2026

Kino: Cineplex Filmpalast, Kino 1

Adresse: Hohenzollernring 22, 50672 Köln

Laufzeit: 88 Minuten

Regie: Milena Aboyan

Drehbuch: Elke Rössler

Besetzung: Annette Frier, Hannah Gharib, Soraya Maria Efe und Serkan Kaya

Produktion: MadeFor Film, WDR und SWR

Besonderheit: Publikumsgespräch im Anschluss, in Kooperation mit dem WDR

Tickets und Programm: Film Festival Cologne 

leadersnet.TV