Luxusprodukte zum Schleuderpreis
Vinted: Diebe bieten geplünderte Ware aus Frankreich an

| Redaktion 
| 20.10.2026

Auf Vinted werden nach den Unruhen in Frankreich offenbar Produkte aus geplünderten Geschäften angeboten. Die Secondhand-Plattform verstärkt ihre Kontrollen und droht Verkäufern mit dauerhaften Kontosperren. Auch die französische Regierung schaltet sich ein.

Vinted geht gegen Angebote vor, hinter denen gestohlene Ware aus den jüngsten Plünderungen in Frankreich stecken könnte. Die Plattform habe ihre Überwachung verstärkt und Maßnahmen zur Entfernung entsprechender Inserate ergriffen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ob und wie viele gestohlene Produkte tatsächlich über Vinted verkauft wurden, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Der Verdacht trifft das Unternehmen in seinem größten Markt: Frankreich. Bei Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten hatten sich am Wochenende landesweit rund eine halbe Million Menschen versammelt. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen.

Wie Vinted gegen mutmaßlich gestohlene Ware vorgeht

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers sucht Vinted gezielt nach Angeboten, die mit den Plünderungen zusammenhängen könnten, und entfernt entsprechende Inserate. Wer gegen die Plattformregeln verstößt, müsse mit einer dauerhaften Kontosperre rechnen. Zudem arbeite das Unternehmen mit französischen Behörden und Strafverfolgungsstellen zusammen.

Wie Vinted verdächtige Produkte erkennt und wie viele Konten bereits gesperrt wurden, bleibt in dem Bericht offen. Der Verdacht auf Plünderungsware bedeutet zudem nicht, dass die Herkunft jedes auffälligen Angebots bereits geklärt ist.

Plünderungen in Frankreich: Luxusmarken und Sephora betroffen

In sozialen Netzwerken verbreitete Videos sollen zeigen, wie Geschäfte von Louis Vuitton, Burberry und Celine geplündert wurden. Die drei Luxusmarken hätten sich dazu zunächst nicht geäußert, schreibt das manager magazin. Auf ihren Websites seien jedoch einzelne Standorte als vorübergehend geschlossen ausgewiesen worden.

Der Kosmetikhändler Sephora bestätigte dem Bericht zufolge, dass Demonstranten in mehrere seiner Filialen eingedrungen seien. Welche der dort oder bei anderen Händlern entwendeten Produkte auf Vinted angeboten worden sein könnten, ist nicht konkret belegt.

Frankreichs Regierung sucht Austausch mit Onlineplattformen

Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff erklärte laut dem Bericht auf X, dass am Wochenende gestohlene Waren auf einigen Plattformen zum Verkauf stünden. Vertreter der Regierung besprächen deshalb mit E-Commerce-Unternehmen, wie gegen solche Angebote vorzugehen sei. Die Ministerin kündigte Konsequenzen für die Verantwortlichen an.

Der Fall betrifft damit auch die Kontrolle des Onlinehandels: Plattformen müssen verdächtige Inserate erkennen und verhindern, dass gestohlene Produkte über ihre Marktplätze weiterverkauft werden.

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