Bundeskanzler Friedrich Merz bringt am 19. und 20. Oktober 2026 internationale Unternehmensführer, Investoren und Spitzenvertreter der Bundesregierung in Berlin zusammen. Mit dem Invest in Germany Summit 2026 will die Bundesregierung neue Investitionen anstoßen und Deutschland als Wirtschaftsstandort stärken. Den Auftakt bildet am Montagabend ein Empfang im Kraftwerk Berlin, bevor am Dienstag die eigentliche Konferenz an der ESMT Berlin stattfindet.
Der Gipfel soll den direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft fördern. Im Mittelpunkt stehen konkrete Investitionsmöglichkeiten, wirtschaftspolitische Reformen und die Frage, wie sich internationale Unternehmen langfristig für den Standort Deutschland gewinnen lassen.
Merz trifft Nvidia-Chef Jensen Huang
Zum Auftakt des Gipfels empfängt Merz am Montagabend hochrangige Gäste aus Politik und Wirtschaft. Nach Angaben des Bundeskanzleramts wird der Bundeskanzler eine Rede halten und anschließend mit Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Bühne sprechen. Für den Empfang werden bis zu 500 Teilnehmer erwartet.
Die Beteiligung des US-Technologiekonzerns unterstreicht die Bedeutung künstlicher Intelligenz für die Investitionsstrategie der Bundesregierung. Nvidia gehört zu den zentralen Anbietern von KI-Chips und Rechenzentrumstechnologie. Das Unternehmen richtet seinen Fokus zunehmend auf KI-Infrastruktur und leistungsfähige Rechenzentrumssysteme, die auch für die industrielle Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen.
Am Dienstag eröffnet Merz um 9.30 Uhr das offizielle Konferenzprogramm. Unter dem Titel "Re-engineering Germany“ stehen zunächst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Attraktivität Deutschlands für internationale Investoren im Mittelpunkt.
Siemens, BlackRock und Deutsche Bank vertreten
Anschließend folgen mehrere Gesprächsrunden zwischen Bundesministern und führenden Wirtschaftsvertretern. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche diskutiert mit Siemens-Chef Roland Busch über industrielle künstliche Intelligenz und Halbleiter. Finanzminister Lars Klingbeil trifft auf Valérie Baudson, Vorstandsvorsitzende des Vermögensverwalters Amundi.
Auch Energie und Infrastruktur zählen zu den Schwerpunkten. Für den Energiebereich ist eine Gesprächsrunde mit Reiche und BlackRock-Chef Larry Fink vorgesehen. Über Investitionen im Bau- und Immobiliensektor sprechen Bauministerin Verena Hubertz und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing.
Weitere Programmpunkte beschäftigen sich mit der digitalen Wirtschaft, Raumfahrt und Hochtechnologie. Digitalminister Karsten Wildberger diskutiert mit Celonis-Mitgründer Bastian Nominacher über Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp ist für eine Gesprächsrunde über zentrale Infrastrukturprojekte eingeplant.
Neben den öffentlichen Programmpunkten sind bilaterale Gespräche zwischen Regierungsvertretern, Unternehmensführungen und Investoren vorgesehen. Dabei sollen gemeinsame Interessen ausgelotet, Investitionsmöglichkeiten besprochen und neue Partnerschaften vorbereitet werden.
Bundesregierung wirbt um privates Kapital
Mit dem Invest in Germany Summit setzt die Bundesregierung ihre Bemühungen fort, mehr privates Kapital für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu mobilisieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie mit der Investoreninitiative "Made for Germany“ den Austausch mit führenden Unternehmen über zusätzliche Investitionen intensiviert.
Der aktuelle Gipfel richtet sich insbesondere an internationale Unternehmen und Kapitalgeber. Die Bundesregierung verweist auf Investitionsmöglichkeiten in Infrastruktur, Klimaschutz, Verteidigung und Zukunftstechnologien. Als wirtschaftspolitische Grundlage nennt sie unter anderem das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie geplante Verteidigungsausgaben.
Zugleich sollen Reformen die Investitionsbedingungen verbessern. Dazu zählen schnellere Genehmigungsverfahren und Maßnahmen zur Senkung einzelner Energie- und Netzkosten. Der Abbau bürokratischer Hürden und die Modernisierung des Wirtschaftsstandorts gehören bereits seit Längerem zu den wirtschaftspolitischen Schwerpunkten von Merz.
Für internationale Investoren bietet der Gipfel die Möglichkeit, direkt mit politischen Entscheidungsträgern über Rahmenbedingungen und konkrete Vorhaben zu sprechen. Die Bundesregierung will diese Kontakte auch über die Veranstaltung hinaus pflegen. Vorgesehen sind weitere digitale Gespräche, internationale Veranstaltungen und individuelle Unterstützung bei Investitionsprojekten.
Die Teilnahme am Invest in Germany Summit erfolgt ausschließlich auf Einladung. Große Teile des Programms sind nicht öffentlich, ausgewählte Termine sind jedoch für die Presse zugänglich.
Am Dienstagnachmittag soll Merz die Konferenz mit einer abschließenden Gesprächsrunde beenden. Anschließend sind weitere bilaterale Treffen und Networking-Termine geplant. Ob aus den Gesprächen konkrete Investitionszusagen hervorgehen, wird sich erst nach dem Gipfel zeigen.
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