Mit "Music First"-Konzept
Munich Arena: So soll Münchens Magnet für Weltstars aussehen

| Redaktion 
| 28.10.2026

Mit dem Baubeginn der Munich Arena nimmt eine künftige Stammadresse im Tourkalender internationaler Künstler allmählich Form an. In unmittelbarer Flughafennähe fließen mehr als 400 Millionen Euro in einen brandneuen Tempel für Live-Erlebnisse, der keinen Anspruch auf eine Allzwecknutzung erhebt und Musik voll und ganz in den Vordergrund stellt – von einer ohnehin noch in der Schwebe stehenden Ausnahme abgesehen.

Weltstars brauchen Auswahl: Wenn Musiker von globalem Renommee in München einkehren, bieten ihnen häufig das Olympiastadion oder die Olympiahalle eine Bühne. Adele wiederum verließ sich vorletztes Jahr auf ein eigenes Pop-up-Stadion auf dem Messegelände der bayerischen Landeshauptstadt. Ein Fingerzeig, das Nachholbedarf besteht?

Trotz (oder gerade wegen) stetig steigender Ticketpreise wächst der Markt für denkwürdige Live-Erlebnisse munter weiter – und mit ihm der Anspruch an Spielstätten, die nicht nur möglichst viele Menschen unterbringen, sondern Konzerte konsequent vom Bühnengeschehen her denken.

Genau in diesem Segment kündigt sich nun ein Projekt an, das die Dimensionen der regionalen Veranstaltungslandschaft nachhaltig erweitern soll: Noch in diesem Jahrzehnt sollen Größen der Unterhaltungsbranche die Bühne der von Grund auf neu entstehenden Munich Arena beehren.

Munich Arena setzt auf "Music First"-Konzept

Mit dem Spatenstich in Freising, unmittelbar am Flughafen München, geht die seit 2020 laufende Planung der Munich Arena in die aktive Bauphase über. Für den markanten architektonischen Entwurf zeichnet das Londoner Büro Populous verantwortlich, während die Münchner von Henn die General- und Objektplanung übernehmen.

Erklärtes Ziel der mehr als 400 Millionen Euro schweren, privatwirtschaftlich finanzierten Investition ist nicht weniger als eine der modernsten Konzertspielstätten Europas, die einen klaren Fokus auf Musikproduktionen legt und sich bewusst in einem Umfeld positioniert, das über den abendlichen Auftritt hinaus funktionieren soll.

Entwurf: Die Munich Arena von innen (Bild: Munich Arena Property GmbH)
Entwurf: Die Munich Arena von innen (Bild: Munich Arena Property GmbH)

Herzstück ist dennoch die Konzertarena mit rund 20.000 Plätzen und einer hufeisenförmigen 270-Grad-Bowl: Drei steil ansteigende Tribünenränge richten sich auf die Bühne aus, wobei optimierte Sichtachsen laut Plan gewährleisten, dass das Publikum möglichst nah am Geschehen bleibt. Tageslicht ist in der Bowl nicht vorgesehen, um uhrzeitunabhängig eine ideale Umgebung für Licht- und Videoinstallationen zu schaffen.

Rund 20 Prozent der Plätze sind für Premiumangebote wie Clubs, Suiten, Studios und Lounges reserviert, während barrierefreie Wege, spezielle Rollstuhlplattformen und Hörunterstützung genauso vorgesehen sind.

Akustisch und produktionstechnisch ist das Konzept der Munich Arena ebenso von Kopf bis Fuß auf Konzertbetrieb eingestellt: Raumgeometrie, Absorptionsflächen und Materialwahl sollen für klare Sprachverständlichkeit und kontrollierten Nachhall sorgen.

Entwurf: Die Munich Arena von innen (Bild: Munich Arena Property GmbH)
Entwurf: Die Munich Arena von innen (Bild: Munich Arena Property GmbH)

Hinter den Kulissen versprechen die Verantwortlichen großzügige Backstage- und Produktionsbereiche, eine leistungsfähige Dach- und Riggingstruktur und ausreichende Logistikflächen, die den möglichst reibungslosen Auf- und Abbau internationaler Tourneeproduktionen begünstigen.

Eingebettet wird die Munich Arena wie angedeutet in einen rund 90.000 Quadratmeter großen Campus, der unter anderem ein Music Hotel mit etwa 200 Zimmern für Künstler, Crews und Konzertbesucher sowie einen Mobility Hub umfasst. Letzterer soll Platz für etwa 1200 PKW bieten; alternativ führen die Stadtbahn-Linien S1 und S8 in fußläufige Nähe der derzeit entstehenden Spielstätte.

Entwurf: Die Munich Arena im Sonnenuntergang (Bild: Munich Arena Property GmbH)
Entwurf: Die Munich Arena im Sonnenuntergang (Bild: Munich Arena Property GmbH)

Angesichts der gerade erst beginnenden Bauarbeiten ist allerdings noch etwas Geduld gefragt; erst 2029 sollen nationale wie internationale Künstler für volles Haus sorgen. Und tatsächlich wird schon jetzt eine Ausnahme vom "Music First"-Ansatz in Aussicht gestellt: Falls die Olympischen Spiele nach München gehen, könnte man sich eine Austragung der dazugehörigen Schwimmwettbewerbe beim Neuzugang gut vorstellen.

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