Wegen Cambridge Analytica
Meta soll 25 Milliarden Dollar Datenschutzstrafe zahlen

| Redaktion 
| 22.10.2026

Meta soll wegen des Cambridge-Analytica-Skandals 25 Milliarden Dollar zahlen. Das Urteil in New Mexico zeigt, welche finanziellen Folgen irreführende Angaben zum Umgang mit Nutzerdaten haben können. Acht Jahre nach Bekanntwerden des Falls rückt damit eine Frage ins Zentrum, die auch andere datengetriebene Unternehmen betrifft: Wie verlässlich sind ihre Zusagen zum Datenschutz, wenn externe Anwendungen auf persönliche Informationen zugreifen?

Meta ist im US-Bundesstaat New Mexico zu einer Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar verurteilt worden. Wie tagesschau.de berichtet, geht die Entscheidung auf irreführende Angaben zum Schutz persönlicher Facebook-Daten zurück. Der Fall steht im Zusammenhang mit dem Cambridge-Analytica-Skandal. Bereits Ende September hatte eine Jury den Konzern für haftbar befunden.

Für Unternehmen, deren Geschäft auf der Nutzung persönlicher Informationen beruht, verdeutlicht der Fall ein erhebliches finanzielles Risiko: Aussagen darüber, wie Daten geschützt und mit Dritten geteilt werden, können noch Jahre später weitreichende Konsequenzen haben.

Meta und die Weitergabe an Drittanbieter

New Mexico hatte Meta 2021 verklagt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Facebook seine Nutzer:innen darüber informierte, dass persönliche Daten mit Anwendungen externer Anbieter geteilt wurden. Die Jury kam zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen hierzu irreführende Angaben gemacht hatte.

Damit betrifft der Fall einen wichtigen Teil des Plattformgeschäfts: die Verbindung zwischen dem eigenen Angebot und Anwendungen anderer Anbieter. Irreführende Angaben zur Datenweitergabe können dabei erhebliche finanzielle Folgen für Unternehmen haben..

87 Millionen Nutzer:innen betroffen

Bekannt wurde der Cambridge-Analytica-Skandal im März 2018 durch Recherchen britischer und US-amerikanischer Medien. Die britische Beratungsfirma hatte Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzer:innen ohne deren Zustimmung ausgewertet.

Die Informationen sollen unter anderem dazu gedient haben, die US-Wahl und das Brexit-Referendum 2016 zu beeinflussen. Auch das Wahlkampfteam des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump griff darauf zurück. Eine tatsächlich erzielte Wirkung auf die Abstimmungsergebnisse lässt sich daraus nicht ableiten.

Auch bei anderen Meta-Produkten gibt es Datenschutzbedenken: Bei den Big Brother Awards 2026 gerieten die Ray-Ban-Meta-Brillen in die Kritik. Die Jury zeichnete die Händler Fielmann und Apollo Optik mit dem Negativpreis aus, weil sie aus ihrer Sicht die Verbreitung einer Technologie fördern, die heimliches Filmen und Abhören im Alltag erleichtert.

New Mexico richtet Warnung an Techunternehmen

Generalstaatsanwalt Raúl Torrez verband das Urteil ausdrücklich mit einer Botschaft an die Technologiebranche: New Mexico werde Unternehmen weiterhin zur Rechenschaft ziehen. Er bezeichnete die Entscheidung als eines der höchsten, möglicherweise sogar das höchste Urteil gegen ein Unternehmen auf Ebene eines US-Bundesstaates.

Acht Jahre nach Bekanntwerden des Cambridge-Analytica-Skandals beschäftigt die Aufarbeitung Meta weiterhin. Die Milliardenstrafe zeigt, wie lange Versäumnisse beim Datenschutz ein Unternehmen begleiten können – und welche finanziellen Folgen daraus noch Jahre später entstehen.

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