Systemgastronomie
Spizza Pizza: Tim Raue bringt Drei-Minuten-Pizza an Flughäfen und Bahnhöfe

| Redaktion 
| 13.10.2026

Tim Raue steigt mit Spizza Pizza in die Reisegastronomie ein. Im Dezember 2026 soll der erste Standort am Flughafen BER eröffnen, Hamburg-Dammtor folgt 2027. Hinter dem Konzept stehen zentral vorbereitete Pizzen, digitale Bestellterminals und ein prominenter Beirat.

Tim Raue, Berliner Spitzenkoch und TV-Persönlichkeit, macht aus seinem Namen eine neue Marke für Reisende: Gemeinsam mit dem Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff startet der Spitzenkoch Spizza Pizza, ein Gastronomiekonzept für Flughäfen und Bahnhöfe. Die erste Filiale soll im Dezember 2026 am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen. Für das erste Quartal 2027 ist ein zweiter Standort am Bahnhof Hamburg-Dammtor geplant. Das berichtet unter anderem die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. Das Versprechen: Pizza nach Raues Rezepturen, die in weniger als drei Minuten fertig gebacken wird.

Das Geschäftsmodell hinter Spizza Pizza

Raue verantwortet Rezeptentwicklung und kulinarische Qualität, Hölterhoff kümmert sich um Unternehmensaufbau, Standortstrategie und Expansion. Die Aufgabenteilung zeigt den Anspruch: Spizza Pizza soll eine Marke werden, die sich an mehreren Verkehrsknotenpunkten betreiben lässt.

Unterstützung kommt von zwei Unternehmern mit Erfahrung in der Reisegastronomie: Anna Schubert und Leandro Burgete, die Gründer von Haferkater, sitzen im Beirat. Nach Unternehmensangaben beraten sie bei Standortauswahl und Expansion.

Die wirtschaftliche Logik dahinter: Ein bekannter Koch liefert Profil und Rezepturen, standardisierte Abläufe sollen deren Umsetzung an wechselnden Standorten ermöglichen. Ob Reisende dafür regelmäßig einen Aufpreis bezahlen, muss sich nach dem Start zeigen.

Wie die Pizza in unter drei Minuten fertig wird

Die kurze Backzeit beruht auf einer weitgehend ausgelagerten Vorbereitung. Der Teig wird nach Unternehmensangaben bei Roberto di Frosty in Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hergestellt und ruht 48 Stunden. Anschließend werden die Böden im Steinofen vorgebacken, belegt und schockgefrostet.

Erst nach der Bestellung kommt die Pizza im jeweiligen Lokal in einen Hochleistungsofen. Bei rund 316 Grad soll sie in weniger als drei Minuten fertig backen. Die Zeitangabe bezeichnet damit den Backvorgang, nicht automatisch die gesamte Wartezeit einschließlich Bestellung und Ausgabe. Bestellt und bezahlt wird an digitalen Terminals. Unterschiedliche Flächenformate sollen kleine Verkaufsstellen ebenso ermöglichen wie Lokale mit Sitzplätzen.

© Spizza Pizza

Was auf der Karte steht

Angekündigt sind 13 Pizzavarianten, darunter zwei Frühstückspizzen mit Rührei. Angeboten werden zwei Größen mit 18 und 30 Zentimetern Durchmesser.

Neben einer Margherita mit Fior di Latte und Basilikum-Pistou setzt Raue auf kräftige Kombinationen: Die „Spicy Berlin“ verbindet Sucuk mit Sambal-Chilipaste und Pfefferoni-Mayonnaise. Bei „Spicy Salmon & Pickles“ treffen gebeizter Lachs, eingelegter Kürbis und Ingwer aufeinander. Eine weiße Trüffelpizza kombiniert unter anderem Käsecreme mit Herbsttrüffeln, Champignons und Topinambur. Mit „Sunny Holidays in Sicily“ steht auch eine vegane Variante mit Caponata und veganem Fior di Latte auf der Karte.

Was kostet Tim Raues Pizza?

Am Flughafen BER soll die kleine Pizza mit 18 Zentimetern Durchmesser je nach Sorte zwischen 8,90 und 14,90 Euro kosten, die große Variante mit 30 Zentimetern zwischen 14,90 und 23,90 Euro. Für Hamburg-Dammtor sind niedrigere Preise angekündigt: Dort soll die kleine Pizza zwischen 6,90 und 12,90 Euro kosten, die große zwischen 12,90 und 21,90 Euro. Die Angaben beziehen sich auf die vor der Eröffnung angekündigten Preisspannen.

Vom Frühstück bis zum Aperol Spritz

Spizza Pizza ist als Ganztagesbetrieb geplant. Cornetti, Laugengebäck und Kaffee sollen das Frühstücksgeschäft abdecken, Tiramisu, Panna Cotta und zwei gemeinsam mit Florida Eis entwickelte Sorten das Angebot ergänzen. Dazu kommen italienische Limonaden, Bier, Wein und Aperol Spritz. Das von Katharina Raue gestaltete Interieur greift Elemente einer italienischen Trattoria auf und kombiniert sie mit kräftigen Farben.

Damit hängt das Konzept nicht allein am Pizzaverkauf zur Mittagszeit. Es soll unterschiedliche Reiseanlässe und Tageszeiten bedienen. Nach Berlin und Hamburg wollen die Gründer weitere Flughäfen und Bahnhöfe in Deutschland erschließen. Ein konkreter Zeitplan für diese Expansion ist bislang nicht genannt.

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