Mit dem Bold Woman Award 2026 hat Veuve Clicquot am 12. Oktober in Berlin zwei Unternehmerinnen ausgezeichnet, die mit ihren Unternehmen unterschiedliche Technologiefelder erschließen. Irene Selvanathan von NEUROSPACE gewann den Bold Woman Award, Lena-Marie Pätzmann von Sitegeist Robotics erhielt den Bold Future Award. Die Preisverleihung fand in der James-Simon-Galerie statt.
Während Selvanathan an Fahrzeugen für die Erkundung des Mondes arbeitet, entwickelt Pätzmann KI-gestützte Robotiklösungen für die Bauwirtschaft. Beide Geschäftsmodelle verbinden technische Entwicklung mit konkreten industriellen Anwendungen. Die diesjährige Preisvergabe rückte damit zwei Branchen in den Mittelpunkt, die zunehmend von Automatisierung und spezialisierten Technologien geprägt werden.
Lena-Marie Pätzmann entwickelt Robotik für Baustellen
Lena-Marie Pätzmann wurde mit dem Bold Future Award 2026 ausgezeichnet. Ihr Unternehmen Sitegeist Robotics entwickelt modulare, KI-gestützte Bauroboter, die verschiedene Arbeiten auf Baustellen übernehmen sollen. Zu den vorgesehenen Einsatzbereichen gehören Betonabbruch, Sandstrahlen und Bohrarbeiten.
Mit ihrem Ansatz konzentriert sich die Gründerin auf Tätigkeiten, die bislang häufig körperlich anspruchsvoll und mit hohem manuellem Aufwand verbunden sind. Die Automatisierung solcher Prozesse eröffnet neue Möglichkeiten für die Bauwirtschaft. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz einzelner Maschinen, sondern auch um die Verbindung von Robotik und künstlicher Intelligenz.
Die Auszeichnung würdigt einen unternehmerischen Ansatz, der digitale Technologien mit praktischen Anwendungen im Bauwesen verbindet. Auch andere deutsche Start-ups beschäftigen sich mit der Automatisierung von Baustellenarbeiten. So gehörte bereits 2022 ein Unternehmen mit einem Maler-Roboter zu den ausgezeichneten deutschen Technologie-Start-ups.
Irene Selvanathan setzt auf Raumfahrttechnologie
Den Bold Woman Award 2026 erhielt Irene Selvanathan. Mit ihrem Berliner Unternehmen NEUROSPACE entwickelt sie Fahrzeuge, die für die Erkundung der Mondoberfläche vorgesehen sind. Die Unternehmerin ist damit in einem Geschäftsfeld tätig, das spezialisierte Hardware und umfangreiche technische Entwicklungsarbeit erfordert.
Die Entwicklung von Fahrzeugen für den Einsatz auf dem Mond stellt besondere Anforderungen an Konstruktion und Technik. Anders als bei rein digitalen Geschäftsmodellen müssen die Lösungen für einen Einsatz unter außergewöhnlichen Umgebungsbedingungen ausgelegt sein.
NEUROSPACE gehört zu den Unternehmen, die sich mit Anwendungen jenseits der klassischen Satelliten- und Raketentechnik beschäftigen. Die wirtschaftlichen Perspektiven solcher Technologien sind Teil einer breiteren Entwicklung: In Deutschland entstehen zunehmend spezialisierte Geschäftsmodelle rund um die Raumfahrt. Einen Überblick über diese Entwicklung bietet die Berichterstattung zu Deutschlands wachsender SpaceTech-Szene.
Mit der Auszeichnung von Selvanathan rückt ein Unternehmen in den Fokus, das sich auf einen technisch anspruchsvollen Bereich der Monderkundung konzentriert.
Bold Woman Award: Prominente Gäste in Berlin
Neben den beiden Gewinnerinnen waren vier weitere Unternehmerinnen nominiert. Für den Bold Woman Award gingen Carmen Rommel von BIOVOX und Karolina Decker von FINMARIE ins Rennen. In der Kategorie Bold Future Award gehörten Katharina Kreutzer von MUVN und Amelie Reigl von TigerShark Science zum Kreis der Nominierten.

Die Preisverleihung in der Berliner James-Simon-Galerie zog auch zahlreiche prominente Gäste aus Wirtschaft, Film, Fernsehen und Gesellschaft an. Unter ihnen waren Heike Makatsch, Natalia Wörner, Nikeata Thompson, Barbara Becker, Janina Kugel, Marie Bäumer, Bettina Zimmermann, Kristina Vogel und Linda Zervakis.
Veuve Clicquot vergibt den Bold Woman Award seit 1972. Die Auszeichnung würdigt Unternehmerinnen, die mit ihren Ideen und ihrer Führungsarbeit wirtschaftliche Entwicklungen gestalten. Der Wettbewerb unterscheidet zwischen etablierten Unternehmerinnen und aufstrebenden Gründerinnen.
Bereits im Sommer hatte das Champagnerhaus die Bewerbungsphase und Jury des Bold Woman Award 2026 vorgestellt. Zu den Jurymitgliedern gehörten unter anderem Fränzi Kühne, Isabel Grupp, Janina Kugel, Miriam Wohlfarth und Sebastian Pollok.
Im vergangenen Jahr wurden Miriam Wohlfarth, Mitgründerin und Co-CEO des Fintech-Unternehmens Banxware, und Stephanie Pfeil-Coenen, Gründerin des Biotech-Start-ups Phaeosynt, ausgezeichnet. Die Gewinnerinnen des Bold Woman Award 2025 standen ebenfalls für technologieorientierte Geschäftsmodelle.
Mit Lena-Marie Pätzmann und Irene Selvanathan setzt sich dieser Schwerpunkt fort. Ihre Unternehmen sind in unterschiedlichen Märkten tätig, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: technische Entwicklungen in wirtschaftlich nutzbare Anwendungen zu überführen. Der Bold Woman Award bietet ihnen dafür zusätzliche Sichtbarkeit über ihre jeweiligen Branchen hinaus.
Alle Bilder der Gala in Berlin finden Sie in unserer Fotogalerie.
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