Berliner Fintech expandiert
Pair Finance will den norwegischen Inkassomarkt digitalisieren

| Redaktion 
| 25.10.2026

Mehr als 600 Unternehmen verlassen sich inzwischen auf die Lösungen von Pair Finance, ein Fintech für digitales Inkasso und Forderungsmanagement mit Sitz in Berlin. Vor allem in Skandinavien sollen sich in absehbarer Zukunft weitere Kunden hinzugesellen: Nur zwei Jahre nach dem Markteintritt in Schweden erfolgt mit der Eröffnung eines Standorts in Norwegens Hauptstadt der nächste Schritt in der nordeuropäischen Expansionsstrategie.

Vor zehn Jahren wurde Pair Finance vom bis heute amtierenden CEO Stephan Stricker in Berlin ins Leben gerufen, um sich auf digitales Inkasso und Forderungsmanagement zu spezialisieren.

Das Unternehmen setzt auf eine möglichst personalisierte Customer Journey und macht sich insbesondere Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und verhaltenspsychologische Erkenntnisse zunutze, um Forderungen effizient einzutreiben. 30.000 verschiedene Kommunikationsstrategien sollen so zur Verfügung stehen, um für jeden Fall den passenden Ansatz zu finden.

Allerdings "mit Herz und Verstand", wie es von offizieller Seite heißt: "Inkasso ist kein Störfaktor, sondern Teil der Customer Journey", beschreibt es Jennifer Isabella Schimanko, die das österreichische Team von Pair Finance seit drei Jahren anführt.

Ziel sei es, "offene Beträge zurückzuführen, ohne die Beziehung zwischen Unternehmen und Kund:innen zu belasten – mit Technologie, Empathie und lokalem Verständnis".

Norwegens digitale Lücken als Chance

Längst gehören nicht mehr nur Deutschland und Österreich zum Tätigkeitsfeld von Pair Finance: Die rund 280 Mitarbeiter verteilen sich neben Berlin und Wien auch auf Amsterdam, Mailand, Stockholm, Paris, Warschau oder Zürich.

Angesichts dieser internationalen Expansion in gerade einmal zehn Jahren definiert sich das Fintech selbst völlig nachvollziehbar als "schnell wachsendes Unternehmen". Und das Ende dieses Kurses ist mit den genannten Standorten keinesfalls erreicht: Vergangene Woche hat Pair Finance seinen Betrieb in Norwegen aufgenommen.

Stephan Stricker (Bild: Pair Finance / Robert Lehmann)
Stephan Stricker (Bild: Pair Finance / Robert Lehmann)

Die nordeuropäische Nation gilt dem Unternehmen zwar als Vorreiter beim digitalen Zahlen, hinke in puncto Inkasso allerdings hinterher. Gründer und CEO Stephan Stricker erklärt: "Wir haben die KI für modernes Forderungsmanagement gebaut. Die Regeln im Inkasso stammen aus dem analogen Zeitalter, und in Norwegen sieht man besonders deutlich, wie große die Lücke ist."

Während auf Usersicht reibungslose Abläufe auf dem Smartphone erwartet würden, verschicke "die Branche noch immer dieselben Briefe an alle" – eine dankbare Chance für sein Unternehmen, wie Stricker unterstreicht.

"Genau diese Lücke wollen wir schließen. Wir wollen verändern, wie Inkasso funktioniert, für Verbraucherinnen und Unternehmen gleichermaßen. Unser Anspruch ist es, Vorreiter im nordischen Inkasso zu werden und der gesamten Region ein einzigartiges Kundenerlebnis zu bieten, alles aus einer Hand."

Fredrik Green: Schweden-Chef baut auch Norwegen auf

Nachdem Pair Finance den schwedischen Markt schon im vorletzten Jahr geentert hat, handelt es sich mit der Dependance im Finanzviertel von Oslo um das zweite Standbein in Skandinavien und den insgesamt 13. Markt des Unternehmens.

Ein lokales Team wird dieser Tage etabliert, wobei Pair Finance in Führungsfragen auf eine Mischung aus Neuem und Bewährtem baut: Zum einen gesellt sich Mattias Vestman zum Unternehmen, der vorher insgesamt elf Jahre lang für die Sergel Group zu Werke gegangen ist.

Zum anderen übernimmt Fredrik Green die Rolle des Managing Director für Norwegen, der in der Vergangenheit Klarna vor Ort mithochgezogen hat und seit 2024 bereits die Geschicke von Pair Finance im schwedischen Nachbarland verantwortet.

Fredrik Green (Bild: Pair Finance / Robert Lehmann)
Fredrik Green (Bild: Pair Finance / Robert Lehmann)

"Wir wollen zeigen, dass Inkasso auch anders geht. Kund*innen bleiben wertvoll, auch wenn eine Rechnung im Inkasso landet. Denn Inkasso ist auch Kundenservice", gibt Fredrik Green zu bedenken. "Norwegische Unternehmen suchen einen Partner, der die Kundenbeziehung schützt, nicht nur die Forderung."

"Ich habe unser Schwedengeschäft aufgebaut und weiß, worauf es im Norden ankommt", sagt er selbstbewusst. Gemeint sind Kunden, "die alles digital erledigen, und Unternehmen, die starke Realisierungsquoten und Compliance brauchen, ohne ihrer Marke zu schaden. Mit unserem Büro in Oslo bekommen norwegische Finanzteams genau das, gesteuert aus einem nordischen Setup, das sich in Schweden bereits bewährt hat."

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV