Mit 82 Jahren
Filmproduzentin Regina Ziegler ist tot

| Redaktion 
| 01.11.2026

Mehr als fünf Jahrzehnte lang hat Regina Ziegler die deutsche Film- und TV-Landschaft maßgeblich mitgeprägt – sei es durch preisgekröntes Autorenkino, aufwändig nachempfundene Zeitgeschichte oder publikumswirksame Fernsehstoffe. In der Nacht auf Sonntag ist die Pionierin und Erfolgsproduzentin im Alter von 82 Jahren verstorben.

Keinen Monat ist es her, seit sich Regina Ziegler auf dem Roten Teppich gezeigt hat: Zur Premiere des neuen, von ihr produzierten Volker-Schlöndorff-Films "Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte" posierte die 82-jährige Anfang Oktober gut gelaunt mit den prominenten Gästen der ersten Deutschland-Aufführung.

Es sollte ihr letzter öffentlicher Auftritt sein: Tochter Tanja Ziegler, neben ihrer Mutter Geschäftsführerin von Ziegler Film, bestätigte der Bild-Zeitung gegenüber, dass eine der prägendsten deutschen Filmverantwortlichen nicht mehr am Leben ist. Im Beisein von Angehörigen ist Regina Ziegler demnach in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einem Berliner Krankenhaus verstorben.

Regina Ziegler mit Sebastian Fitzek bei der Deutschland-Premiere von "Heimsuchung" im Oktober (Bild: Brauer Photos / Brauer Photos / J. Harrell)
Regina Ziegler mit Sebastian Fitzek bei der Deutschland-Premiere von "Heimsuchung" im Oktober (Bild: Brauer Photos / Brauer Photos / J. Harrell)

Die am 08. März 1944 im sachsen-anhaltischen Quedlinburg geborene und im Weserbergland aufgewachsene Ziegler zog mit 20 nach Berlin, wo sie ein Jurastudium nach einem Semester wieder abbrach. Stattdessen heuerte sie beim Sender Freies Berlin (SFB) an, wo sie sieben Jahre lang Branchenerfahrung als Produktions- und Redaktionsassistentin sammelte.

Mit geliehenem Startkapital wagte Regina Ziegler 1973 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete ihre eigene Produktionsfirma. Es gelang ihr schnell, in einer von Männern dominierten Industrie für Aufsehen zu sorgen: Ihr erster Spielfilm, "Ich dachte, ich wäre tot" von Wolf Gremm, wurde prompt mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Mit Gremm war Ziegler fast 40 Jahre lang verheiratet, bis der Regisseur 2015 einem Krebsleiden erlag.

Wolf Gremm und Regina Ziegler 2004 in München (Bild: Brauer Photos / G. Nitschke)
Wolf Gremm und Regina Ziegler 2004 in München (Bild: Brauer Photos / G. Nitschke)

Nach dem vielbeachteten Einstand schlossen sich ambitionierte Kinoproduktionen wie „Ein Jahr der ruhenden Sonne“ (Goldener Löwe in Venedig) oder Andrzej Wajdas "Korczak" an, während Ziegler-Produktionen im Fernsehen ebenso langewährende Erinnerungen hinterließen: Die DDR-Familienserie "Weissensee", die Udo-Jürgens-Biografie "Der Mann mit dem Fagott" oder "Gladbeck" über das Geiseldrama von 1988 haben Millionen vors TV-Gerät gefesselt.

Ihr Gespür für Stoffe, die über reine Unterhaltung hinausreichen, bewies Regina Ziegler darüber hinaus zum Beispiel mit der Miniserie "Die Wölfe", für die sie mit einem International Emmy ausgezeichnet wurde.

Insgesamt verantwortete sie im Laufe ihrer mehr als 50-jährigen Karriere über 500 Kino- und Fernsehproduktionen; bereits vor einer Dekade nahm sie die Ehren-Lola beim Deutschen Filmpreis entgegen. Ihre Autobiographie veröffentliche Regina Ziegler 2017 unter dem programmatischen Namen "Geht nicht gibt’s nicht".

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