Der BMW BERLIN-MARATHON gehört zu den größten und schnellsten Marathonrennen der Welt. Heute, am 27. September 2026, findet die 52. Ausgabe statt. Mehr als 56.000 Läufer aus 162 Nationen sind für die klassische Marathondistanz gemeldet. Über das gesamte Veranstaltungswochenende hinweg erwarten die Organisatoren sogar mehr als 84.000 Teilnehmende – ein neuer Rekord.
Neben dem Breitensport steht erneut die internationale Laufelite im Fokus. Die Voraussetzungen für schnelle Zeiten sind traditionell gut: Berlin gilt wegen seines flachen Kurses und der langen geraden Passagen als besonders schnelle Marathonstrecke. Insgesamt wurden beim Berlin-Marathon bereits 13 Weltrekorde aufgestellt.
Die offiziellen Startzeiten sehen zunächst die Handbiker um 8:20 Uhr und die Rollstuhl-Elite um 8:26 Uhr vor. Für die Läufer fällt der erste Startschuss um 8:45 Uhr. Das Feld wird anschließend in sechs Wellen auf die Strecke geschickt.
Tigst Assefa will den Weltrekord zurück nach Berlin holen
Besonders viel Aufmerksamkeit richtet sich heute auf das Frauenrennen. Tigst Assefa kehrt an den Ort eines ihrer größten Erfolge zurück. Die Äthiopierin lief 2023 in Berlin 2:11:53 Stunden und stellte damit damals einen Weltrekord auf. Ihre Zeit ist bis heute Berliner Streckenrekord.
Inzwischen liegt der Frauen-Weltrekord bei 2:09:56 Stunden. Assefa hat angekündigt, in Berlin die Zwei-Stunden-und-zehn-Minuten-Marke ins Visier zu nehmen. Sollte ihr der Weltrekord gelingen, wäre es bereits die 14. globale Bestmarke in der Geschichte des Berlin-Marathons.
Ein Selbstläufer dürfte das Rennen dennoch nicht werden. Mit Rosemary Wanjiru ist auch die Berlin-Siegerin von 2025 am Start. Die Kenianerin besitzt eine persönliche Bestzeit von 2:16:14 Stunden und strebt nach Angaben des Veranstalters eine Zeit unter 2:15 Stunden an. Hinzu kommen unter anderem die Äthiopierinnen Bedatu Hirpa, Dera Dida und Zeineba Yimer. Sieben Frauen im Elitefeld weisen persönliche Bestzeiten unter 2:20 Stunden auf – so viele wie noch nie zuvor bei einem Berlin-Marathon.
Esther Pfeiffer greift deutschen Marathonrekord an
Auch aus deutscher Sicht könnte das Frauenrennen für Schlagzeilen sorgen. Esther Pfeiffer nimmt die seit 2008 bestehende deutsche Bestmarke ins Visier. Damals gewann Irina Mikitenko den Berlin-Marathon in 2:19:19 Stunden – bis heute deutscher Rekord.
Pfeiffer will heute ein Tempo anschlagen, das sie unter die Marke von 2:20 Stunden bringen könnte. Marathon-Erfahrung auf internationalem Spitzenniveau besitzt die 29-Jährige bislang kaum: Ihren bisher einzigen Marathon lief sie 2023 in Köln, wo sie in 2:37:00 Stunden Deutsche Meisterin wurde. Seither hat sie sich insbesondere über die kürzeren Distanzen deutlich verbessert. Beim GENERALI BERLINER HALBMARATHON lief sie im Frühjahr 2026 beispielsweise 67:25 Minuten.
Offenes Rennen bei den Männern nach Sawe-Absage
Bei den Männern hat sich die Ausgangslage kurz vor dem Marathon grundlegend verändert. Sabastian Sawe, der ursprünglich als großer Star des Rennens angekündigt worden war, kann wegen einer Verletzung nicht starten. Der Kenianer hält seit seinem London-Sieg 2026 in 1:59:30 Stunden den Marathon-Weltrekord und ist zwar in Berlin, allerdings nur als Ehrengast.
Damit gibt es heute keinen geplanten Angriff auf die Zwei-Stunden-Marke. Das Rennen dürfte dennoch ausgesprochen schnell werden. Race Director Mark Milde kündigte für die erste Gruppe ein Tempo in Richtung 2:01 Stunden an. Damit könnte der Berliner Streckenrekord von Eliud Kipchoge in Gefahr geraten. Der Kenianer lief 2022 in Berlin 2:01:09 Stunden.
Schnellster Mann auf der aktuellen Startliste ist Gabriel Geay. Der 29-jährige Tansanier hält mit 2:03:00 Stunden den Landesrekord. Zu seinen wichtigsten Konkurrenten zählen mehrere starke Äthiopier.
Guye Adola kennt Berlin besonders gut. 2017 wurde er bei seinem Marathon-Debüt in 2:03:46 Stunden Zweiter hinter Eliud Kipchoge, 2021 gewann er das Rennen. Im Frühjahr 2026 siegte Adola zudem beim Rotterdam-Marathon in 2:03:54 Stunden.
Auch Selemon Barega zählt zu den prominenten Namen. Der Olympiasieger über 10.000 Meter von Tokio 2021 läuft heute erst seinen dritten Marathon und möchte seine bisherige Bestzeit von 2:05:00 Stunden deutlich verbessern. Hinzu kommen unter anderem Getaneh Molla mit 2:03:34 und Shura Kitata mit 2:03:59 Stunden.
Nicht dabei ist dagegen der zweimalige Berlin-Sieger Kenenisa Bekele. Der Äthiopier musste nach einer Verletzung an der linken Achillessehne kurzfristig absagen.
Hendel, Welday und Bienenfeld vertreten die deutsche Spitze
Im deutschen Männerfeld stehen insbesondere Sebastian Hendel, Haftom Welday und Aaron Bienenfeld im Blickpunkt.
Hendel lief seine persönliche Bestzeit von 2:07:33 Stunden in Berlin. Nach gesundheitlichen Problemen und Verletzungen peilt er diesmal nach eigenen Angaben eher einen Bereich von 2:08 bis 2:09 Stunden an.
Welday verbesserte seine Bestzeit im März in Barcelona auf 2:08:13 Stunden und will diese Marke heute angreifen. Bienenfeld sorgte im April beim Hamburg-Marathon mit 2:08:47 Stunden für ein starkes Debüt und möchte sich in Berlin weiter steigern. Der deutsche Marathonrekord der Männer liegt seit Ende 2025 bei 2:04:03 Stunden und wird von Amanal Petros gehalten.
Berlin-Marathon 2026 live bei RTL und Sky Sport
Wer nicht selbst an der Strecke steht, kann das Rennen im Fernsehen verfolgen. RTL überträgt den BMW BERLIN-MARATHON heute ab 8:00 Uhr live im Free-TV. Auch Sky Sport zeigt den vollständigen Start der Top-Läufer sowie Teile der Live-Übertragung.
Durch die Sendung führen Laura Papendick und Lauflegende Sabrina „Mocki“ Mockenhaupt. Kommentator ist René Hiepen. Direkt von der Strecke berichten Birgit von Bentzel, Marc Chmiel und Philipp Pflieger. Damit beginnt die TV-Berichterstattung bereits 20 Minuten vor dem ersten sportlichen Start und 45 Minuten vor der ersten Startwelle der Läufer.
Auch der Charity-Gedanke spielt erneut eine Rolle. Für den RTL-Spendenmarathon ist eine "Wir helfen Kindern"-Staffel unterwegs. Das Engagement zwischen dem Marathon und der Stiftung RTL – Wir helfen Kindern besteht bereits seit vielen Jahren.
42,195 Kilometer quer durch Berlin
Die Marathonstrecke führt einmal quer durch die Hauptstadt und verbindet Sport mit zahlreichen Berliner Sehenswürdigkeiten. Gestartet wird auf der Straße des 17. Juni. Von dort führt die Route zunächst über den Ernst-Reuter-Platz nach Alt-Moabit und weiter Richtung Mitte.
Anschließend geht es unter anderem über Torstraße, Karl-Marx-Allee und Strausberger Platz in Richtung Friedrichshain-Kreuzberg. Über den Hermannplatz und die Hasenheide führt der Kurs weiter in den Berliner Westen. Schöneberg, Friedenau, Schmargendorf, der Hohenzollerndamm und der Kurfürstendamm gehören ebenfalls zur Strecke.
Auf den letzten Kilometern führt der Kurs wieder ins Zentrum. Der Höhepunkt wartet unmittelbar vor dem Ziel: Die Läufer passieren das Brandenburger Tor, bevor wenige hundert Meter später auf der Straße des 17. Juni die Ziellinie erreicht wird.
Diese Straßen sind heute gesperrt
Der Marathon sorgt am Sonntag für erhebliche Einschränkungen im Berliner Straßenverkehr. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale wird die Marathonstrecke ab etwa 7:00 Uhr gesperrt. Die Freigabe erfolgt anschließend schrittweise und kann sich bis ungefähr 18:00 Uhr ziehen.
Besonders betroffen sind Tiergarten und Mitte. Sperrungen gibt es außerdem in Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf. Unter den Linden zwischen Pariser Platz und Friedrichstraße ist von 5:30 bis 19:00 Uhr gesperrt. Die Altonaer Straße ist ab 5:00 Uhr betroffen.
Autofahrer sollten die Marathonstrecke möglichst weiträumig umfahren. Im Westen kann sie unter anderem über die A100 gequert werden, wobei einzelne Anschlussstellen gesperrt sind. In Mitte und Tiergarten sollen der Tunnel Alexanderplatz und der Tiergartentunnel grundsätzlich offen bleiben.
Auch zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien werden angepasst oder umgeleitet. Die Berliner Verkehrsinformationszentrale empfiehlt deshalb insbesondere die Nutzung von U- und S-Bahn. Für Marathon-Teilnehmende gilt die Startnummer vom 24. bis einschließlich 27. September als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr in den Tarifbereichen ABC.
Marathon-Wochenende startet mit Rekordkulisse
Schon am Samstag war die Hauptstadt fest in Läuferhand. Mehr als 13.000 Menschen nahmen am GENERALI 5K teil, rund 10.000 Nachwuchsläufer gingen beim Mini-MARATHON auf die Strecke.
Auch bei den Inlineskatern fiel bereits eine besondere Marke: Der Belgier Bart Swings gewann in 57:30 Minuten und feierte damit seinen zehnten Sieg beim Berliner Rennen. Bei den Frauen setzte sich die Kolumbianerin Keily Delgado in einem engen Sprint durch.
Am heutigen Sonntag gehört die Stadt nun den Marathonläufer.
Der 52. BMW BERLIN-MARATHON bietet 2026 gleich mehrere sportliche Geschichten: Bei den Frauen jagt Tigst Assefa den Weltrekord von 2:09:56 Stunden, während Esther Pfeiffer den seit 18 Jahren bestehenden deutschen Rekord angreifen will. Bei den Männern macht der verletzungsbedingte Ausfall von Weltrekordhalter Sabastian Sawe den Kampf um den Sieg besonders offen. Gabriel Geay, Guye Adola, Selemon Barega und weitere internationale Topläufer bringen dennoch Zeiten mit, die auch den Berliner Streckenrekord in Reichweite rücken könnten.
Dazu kommen mehr als 56.000 Läufer aus 162 Nationen, hunderttausende erwartete Zuschauer entlang der Strecke und der traditionelle Zieleinlauf durch das Brandenburger Tor. Ab 8:00 Uhr lässt sich das Geschehen live bei RTL verfolgen, bevor um 8:20 Uhr die ersten Athlet und ab 8:45 Uhr die Läufer auf die Strecke gehen.
Weitere Informationen: BMW BERLIN-MARATHON.
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