Offen für deine Geschichte
RYSM nutzt neue Freiheit für wichtigen Türöffner

| Redaktion 
| 14.09.2026

Mehr denn je entscheidet RYSM selbst darüber, welche Thema auf der Agenda landen. Einfach macht es sich die Berliner Kommunikationsagentur dabei keinesfalls: Mit der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ist die Kampagne "Offen für deine Geschichte" entstanden, die besonders die Erlebnisse von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung thematisiert.

Erst Ende letzten Monats griffen wir auf, dass sich RYSM freigekauft hat: Die Berliner Kommunikationsagentur unter der Führung von Andreas Nickel und Benjamin Minack gehört nicht mehr zur Hirschen Gruppe und kann künftig alle "unternehmerischen Entscheidungen selbst treffen, mit aller Gestaltungsfreiheit und Geschwindigkeit, die das mit sich bringt", wie sich die beiden Gründer seinerzeit freuten.

Mit dieser neuen Freiheit im Rücken widmet sich RYSM nun einem Thema, das viele Menschen dem persönlichen Seelenfrieden zuliebe wahrscheinlich gern ausblenden – und das genau deswegen dringend mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein erfordert: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Diese sind "besonders gefährdet für sexuellen Missbrauch", führt Prof. Dr. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, vor Augen.

Kampagne soll zur Kontaktaufnahme aufrufen

Gebrande erklärt: "Sie sind oft auf Unterstützung angewiesen. Daraus entsteht ein ungleiches Machtverhältnis, das von Tätern leicht ausgenutzt werden kann. Gleichzeitig gibt es zu wenig konkrete Maßnahmen, um sie zu schützen oder ihnen zu helfen, wenn sie Gewalt erlebt haben. Das wollen wir ändern."

Mit RYSM ist nun die Kampagne "Offen für deine Geschichte" entstanden, die sechs Filme und Motive umfasst, "die das Schweigen brechen und Betroffeneneinen sicheren Raum geben" will, um über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Neben persönlich Betroffenen sollen mit der Maßnahme auch Zeitzeugen von entsprechenden Vorfällen – beispielsweise Mitarbeitende in Einrichtungen der Eingliederungshilfe – dazu motiviert werden, mit der Kommission in Kontakt zu treten.

Diese untersucht, welche Bedingungen überhaupt zur Ermöglichung von Missbrauch geführt haben und welche Strukturen wiederum "dazu beitragen, dass Gewalt verschwiegen und Aufklärung verhindert wurde".

Tür fungiert als Symbol der Kampagne

Für "eine visuell wie emotional eindringliche Aufrufkampagne" hat RYSM die Tür als zentrales Motiv gewählt. Dabei soll ein bewusster Perspektivwechsel verdeutlich werden: Während sexueller Missbrauch häufig hinter verschlossener Tür stattfindet und so oft unsichtbar für die Außenwelt bleibt, soll sie im Rahmen der Kampagne als "Schritt in die Öffentlichkeit und Teil der Befreiung" interpretiert werden.

Maud Radtke, die gemeinsam mit Alf Frommer die Kreativleitung übernommen hat, schildert: "Wir wollten bei der Umsetzung bewusst für die Orte und Momente des Geschehens sensibilisieren, aber niemanden triggern. Ein abstraktes, reduziertes Bühnenbildgibt den Geschichten ihren eigenen Raum."

Während RYSM beim Bewegtbild mit der Berliner Videoproduktion gretchenGmbH und der Regisseurin Juliane Taudt zusammengearbeitet hat, sind die Kampagnenmotive mit Fotograf Darius Ramazan entstanden.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV