Kinky Premiere in Berlin
Der KitKatClub kommt ins Kino

| Redaktion 
| 08.09.2026

Fast drei Jahre lang hat Regisseur Philipp Fussenegger das Geschehen um den chronisch kamerascheuen KitKatClub und einige seiner grundverschiedenen Gäste begleitet. Entstanden ist dabei eine 100-minütige Schwarzweiß-Doku, die nach einer internationalen Festivalreise im Frühling nun endlich ihre Deutschlandpremiere gefeiert hat – erwartungsgemäß mit dem einen oder anderen eher unkonventionellen Carpet-Outfit.

Wenn es um ausschweifende Zügellosigkeit weit nach Mitternacht geht, dürfte Mick Jagger schon mehr vergessen haben, als mehrere Normalbürger zusammengerechnet überhaupt erleben.

Insofern sagt es zweifelsohne etwas über den Ruf eines Clubs aus, wenn sich die lebende Legende ausgerechnet dort ein paar bleibende Eindrücke vom Nightlife der Stadt erhofft – und genau dieses seltene Gastspiel trug sich 2018 zu, als der Frontmann der Rolling Stones nach dem Konzert seiner Band im Olympiastadion durch die Tür des KitKatClub in Berlin schritt.

Philipp Fussenegger, Initiator und Regisseur von "KitKatClub - Kinks of Berlin", hat einen der bekanntesten und zugleich eigentümlichsten Orte der Hauptstadt derweil zwischen 2022 und 2025 unter die Lupe genommen.

Mehr Portrait als Partyfilm

Seinen inhaltlichen Schwerpunkt legt der dabei entstandene, in Schwarzweiß gedrehte Dokumentarfilm weniger auf Promigäste oder spektakuläre Partybilder und vielmehr auf einzelne Persönlichkeiten, deren Leben auf die eine oder andere Weise eng mit dem KitKatClub verknüpft ist.

So kommen Clubgründer Simon Thaur und langjährige Weggefährten genauso zu Wort wie Tim, der als Dragqueen Raven van Krueger Fuß fassen möchte, ein BDSM-Paar oder auch ein Dog-Play-Duo.

Der nachfolgende Trailer eignet sich insofern womöglich nicht für Ihren Arbeitsplatz; eine vorsorgliche Epilepsiewarnung gibt’s obendrauf:

"Performances, Kämpfe um Konsens, zarte Gespräche mit Vätern, Begegnungen zwischen Körpern und Seelen", fasst der zuständige farbfilm verleih zusammen. "'KitKatClub - Kinks of Berlin' ist eine cineastische Erfahrung über Freiheit, Nähe, Identität, Sex und das Verlernen von Scham – ungeschönt und poetisch zugleich."

Deutschlandpremiere in der Hauptstadt

Tatsächlich ist die deutsch-österreichische Produktion von Avanti Media Fiction und Funfairfilms schon vor ihrer Auswertung daheim viel rumgekommen: Die Weltpremiere ging beim 28. Thessaloniki International Documentary Festival im März in Griechenland über die Bühne, ehe auch dem CPH:DOX im dänischen Kopenhagen eine Vorführung gewährt wurde. Beim Porn Film Festival in Wien gab es im April sogar einen Preis für die Beste Dokumentation.

Ehe "KitKatClub - Kinks of Berlin" ab Donnerstag, 10. September in ausgewählten Kinos für alle volljährigen Interessenten zu sehen ist, stand am Montagabend die Deutschlandpremiere an – selbstredend in Berlin.

In Anwesenheit von Regisseur Philipp Fussenegger bekam die Doku im Filmtheater am Friedrichshain ihre überfällige Uraufführung in der Hauptstadt, ehe es wenig später eine zweite im Kino International (jüngst auch Schauplatz der aktuellen Prime-Video-Produktvorschau) gab.

Damit dürfte Walt Disney vor fast einem Jahrhundert kaum gerechnet haben (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Damit dürfte Walt Disney vor fast einem Jahrhundert kaum gerechnet haben (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Ehrensache, dass sich die Garderobe der Gäste im direkten Vergleich zur Premiere anderer deutscher Dokumentationen etwas offenherziger zeigte, sodass Fussenegger selbst zum Beispiel mit durchsichtigem Oberteil und detaillierter Gesichtsverzierung erschien.

Mit von der Partie waren neben einer extrem muskulösen Maus mit riesigen Brüsten unter anderem auch Techno-Legende Westbam, Cordula Kablitz-Post, Hanna von Beeskov, Elisaliebt oder Hottie de Paris.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV