Autonome Navigation
Dieses Smartboat folgt seinem Besitzer sogar ins Wasser

| Redaktion 
| 07.09.2026

Smartboats sollen klassische Aufgaben an Bord zunehmend automatisieren und die Nutzung auf dem Wasser flexibler machen. Ein neues Modell von MIRAVA zeigt, wie weit diese Entwicklung inzwischen geht. Das 7,9 Meter lange Boot kombiniert autonome Funktionen mit einem modularen Aufbau und feiert beim Cannes Yachting Festival 2026 sein Europadebüt.

Was macht ein Boot eigentlich zum Smartboat? Am Beispiel eines neuen Freizeitboots von MIRAVA zeigt sich, was damit konkret gemeint sein kann. Statt lediglich digitale Technik an Bord zu bringen, übernimmt das System bestimmte Aufgaben rund um Navigation und Manöver selbstständig. Gleichzeitig lässt sich das Boot für unterschiedliche Freizeitaktivitäten umbauen.

MIRAVA hat das Modell nach eigenen Angaben über drei Jahre entwickelt. Im September wird es beim Cannes Yachting Festival 2026 erstmals in Europa präsentiert. Für die weitere Entwicklung sowie die geplante Kleinserienproduktion und Auslieferung hat das Unternehmen eine Angel-Finanzierung in Höhe von fünf Millionen US-Dollar erhalten.

Was das Smartboat selbstständig kann

Zu den zentralen Funktionen gehört das autonome An- und Ablegen. Das Smartboat soll diese Manöver ohne klassische Steuerung durch die Person am Ruder bewältigen können. Eine dynamische Positionierung ermöglicht es zudem, die Position des Boots auf dem Wasser automatisch zu halten.

Noch einen Schritt weiter geht der sogenannte autonome Follow-Modus. Über ein Smart Wearable soll das Boot einer Person automatisch folgen können, wenn diese sich außerhalb des Boots befindet. Als mögliche Situationen nennt MIRAVA Schwimmen, Stand-up-Paddling oder Tauchen.

Damit soll die Technik Aufgaben übernehmen, für die üblicherweise eine Person an Bord das Boot steuern muss. Wie die Funktionen technisch umgesetzt werden, unter welchen Bedingungen sie eingesetzt werden können und welche Einschränkungen bestehen, geht aus den Angaben des Unternehmens allerdings nicht hervor.

Auch der Begriff Smartboat selbst beschreibt keinen in der Mitteilung definierten technischen Standard. Die genannten Funktionen beziehen sich konkret auf das von MIRAVA entwickelte Modell und lassen sich daher nicht automatisch auf andere Smartboats übertragen.

Ein Heck, das zum Beiboot wird

Das Konzept beschränkt sich nicht auf autonome Navigation. MIRAVA setzt auch auf einen modularen Aufbau. Besonders deutlich wird das am Heck: Dieser Bereich kann zu einer verlängerten Plattform umgebaut werden. Ein Teil lässt sich zudem abkoppeln und unabhängig als kleines Beiboot nutzen.

Das Smartboat ist 7,9 Meter lang und 2,44 Meter breit. An Bord finden laut Hersteller bis zu acht Personen Platz. Das Boot ist für unterschiedliche Freizeitaktivitäten konzipiert. MIRAVA nennt unter anderem Ausflüge, Familienaktivitäten, Wassersport, Angeln und gemeinsame Zeit auf dem Wasser.

Der modulare Aufbau ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Während die autonomen Funktionen bestimmte Manöver und Navigationsaufgaben übernehmen sollen, soll sich das Boot gleichzeitig räumlich an unterschiedliche Nutzungssituationen anpassen lassen.

Elektro oder Benzin: zwei Antriebe geplant

Bei der Motorisierung setzt MIRAVA auf zwei Varianten. Die elektrische Ausführung verfügt über eine Batterie mit einer Kapazität von 100 Kilowattstunden. Die maximale Leistung liegt laut Hersteller bei 150 PS, die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 20 Knoten.

Alternativ ist eine Benzinversion mit bis zu 250 PS vorgesehen. Sie soll eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten erreichen. Abmessungen und maximale Personenzahl sind bei beiden Varianten identisch.

Entscheidende Angaben für einen direkten Vergleich liefert MIRAVA bislang jedoch nicht. So nennt das Unternehmen weder die Reichweite der Elektroversion noch Ladezeiten oder Preise. Auch zu den geplanten Stückzahlen der Kleinserie gibt es keine Informationen.

Die Angel-Finanzierung über fünf Millionen US-Dollar soll nun die weitere Entwicklung sowie die Kleinserienproduktion und Auslieferung unterstützen. Namen der Investor wurden nicht genannt.

Mit dem Cannes Yachting Festival 2026 beginnt für MIRAVA die geplante Präsenz auf dem europäischen Markt. Nach der Premiere in Cannes soll das Smartboat 2027 auch auf der boot Düsseldorf gezeigt werden. Dort dürfte sich erneut die entscheidende Frage stellen, die hinter dem gesamten Konzept steht: Wie viel Arbeit kann ein Freizeitboot seinen Nutzer künftig tatsächlich abnehmen?

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