Sanierung bei Volkswagen
VW plant Produktionsende in vier deutschen Werken

| Redaktion 
| 02.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sanierungskurs. Ein interner Plan sieht einschneidende Veränderungen für mehrere deutsche Werke vor – inklusive Produktionsende und Verlagerung wichtiger Modellnachfolger. Die Maßnahmen sollen den Konzern profitabler und wettbewerbsfähiger machen, könnten die Produktionslandschaft in Deutschland aber grundlegend verändern.

Volkswagen will seine Produktionsstruktur in Deutschland offenbar deutlich stärker verändern als bislang bekannt. In den Werken Emden und Zwickau soll die Produktion 2031 enden, Hannover soll 2032 folgen. Für Neckarsulm ist das Produktionsende für 2034 vorgesehen.

Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Papier berichtet, hat der VW-Vorstand das darin enthaltene Konzept für die Transformation des Konzerns einstimmig beschlossen. Das Dokument mit dem Titel "Bericht zum Konzeptbeschluss Aufsichtsrat 3./4. September 2026" soll die Entscheidung der Aufseher vorbereiten.

Damit ist die Neuordnung noch nicht endgültig beschlossen. Zunächst soll sich der Aufsichtsrat mit dem Konzept befassen. Die Pläne zeigen allerdings bereits, wie weitreichend Volkswagen seine Produktionslandschaft in den kommenden Jahren verändern will.

Modellnachfolger wechseln an andere Standorte

Mit dem geplanten Produktionsende sollen auch mehrere künftige Modelle innerhalb des Konzerns neu verteilt werden. In Emden betrifft das den Nachfolger des ID.4, der im internen Papier als ID.Tiguan bezeichnet wird. Er soll künftig im tschechischen Škoda-Werk Mladá Boleslav produziert werden.

Auch Zwickau soll ein künftiges Modell verlieren. Das Werk ist heute ein reiner E-Mehrmarkenstandort, an dem unter anderem der Volkswagen ID.3, ID.4 und ID.5 sowie der Audi Q4 e-tron produziert werden. Dessen Nachfolger soll dem Bericht zufolge ab 2031 nicht mehr in Zwickau, sondern im Volkswagen-Werk Bratislava vom Band laufen.

Im Volkswagen-Werk Zwickau werden mehrere vollelektrische Modelle produziert. Nach den aktuellen Konzernplänen soll die Fahrzeugproduktion am Standort 2031 enden. © Volkswagen AG

Für Neckarsulm sieht der Plan ebenfalls eine grundlegende Veränderung vor. Nach dem für 2034 vorgesehenen Produktionsende soll der Nachfolger des Audi A8 nicht mehr dort, sondern in Leipzig gebaut werden.

Volkswagen würde damit Produktionsvolumen aus mehreren deutschen Werken neu verteilen. Während künftige Modelle nach Tschechien, in die Slowakei und nach Polen wandern sollen, bliebe die Fertigung des A8-Nachfolgers mit dem Wechsel nach Leipzig in Deutschland.

VW begründet Umbau mit Wettbewerbsdruck

Hinter den Plänen steht ein umfassender Sanierungskurs. Bereits zuvor hatte Volkswagen angekündigt, die Kosten im Konzern deutlich zu senken. Das interne Papier zeigt nun, wie weitreichend die Einschnitte bei den deutschen Werken ausfallen könnten.

Auch die Finanzierung spielt demnach eine Rolle. Ziel sei es, das Rating der Volkswagen AG und die damit verbundenen Kapital- und Refinanzierungskosten zu stabilisieren. Der Vorstand will den weitreichenden Sanierungsplan laut Bericht als Gesamtpaket durch den Aufsichtsrat bringen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Absatzentwicklung. Für 2026 rechnet Volkswagen dem internen Dokument zufolge weltweit nur noch mit rund 8,5 Millionen verkauften Fahrzeugen. Auf Basis der Zahlen des ersten Halbjahres weist das Papier bereits auf eine weitere Reduzierung des Absatzvolumens hin.

Auch im VW-Vorstand könnte sich etwas ändern

Parallel zur Neuordnung der Produktion könnte eine wichtige Personalentscheidung bevorstehen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche rückt die Berufung von Bosch-Managerin Erika Rasch in den Volkswagen-Vorstand und zur Arbeitsdirektorin der Volkswagen AG näher.

Das Magazin beruft sich dabei auf mehrere hochrangige Insider. Bei Bosch soll Rasch bereits freigestellt worden sein. Bosch wollte dies nicht kommentieren. Volkswagen erklärte, Personalspekulationen grundsätzlich nicht zu kommentieren. Eine offizielle Bestätigung der Personalie liegt damit bislang nicht vor.

Für die Zukunft der vier deutschen Werke richtet sich der Blick nun auf den Aufsichtsrat. Sollte das Konzept in der vorliegenden Form beschlossen und anschließend umgesetzt werden, würde Volkswagen seine Produktionsstruktur in Deutschland über mehrere Jahre hinweg erheblich verändern.

Geplante Änderungen bei VW

  • Emden – 2031
    Produktionsende
    ID.4-Nachfolger → Mladá Boleslav
  • Zwickau – 2031
    Produktionsende
    Q4-e-tron-Nachfolger → Bratislava
  • Hannover – 2032
    Produktionsende
    B-Space (T8) → Poznań
  • Neckarsulm – 2034
    Produktionsende
    A8-Nachfolger → Leipzig

Quelle: WirtschaftsWoche / internes VW-Papier

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Geplante Änderungen bei VW

  • Emden – 2031
    Produktionsende
    ID.4-Nachfolger → Mladá Boleslav
  • Zwickau – 2031
    Produktionsende
    Q4-e-tron-Nachfolger → Bratislava
  • Hannover – 2032
    Produktionsende
    B-Space (T8) → Poznań
  • Neckarsulm – 2034
    Produktionsende
    A8-Nachfolger → Leipzig

Quelle: WirtschaftsWoche / internes VW-Papier

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