Demokratie braucht viele Stimmen
Medien wollen über Medien reden

| Redaktion 
| 01.09.2026

Unter dem Leitgedanken "Demokratie braucht viele Stimmen" will eine gemeinsame Medienaktion des BDZV, ARD, ZDF, RTL und diversen weiteren im September für glaubwürdige Informationen und journalistische Verantwortung werben. Ob daraus mehr wird als eine Woche kollektiver Selbstvergewisserung, dürfte auch davon abhängen, wie offen die beteiligten Redaktionen über eigene Irrwege sprechen können.

Journalismus hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Nicht unbedingt, weil grundsätzlich weniger recherchiert, geprüft oder eingeordnet würde, sondern weil sich die Öffentlichkeit zunehmend darüber streitet, wem überhaupt noch zu glauben ist: Was für die einen eine nüchterne Nachricht ist, geht für die anderen bereits als Meinungsmache durch; was hier als seriöse Quelle gilt, wird dort als Teil eines verlogenen Systems definiert.

So prallen nicht nur unterschiedliche politische Überzeugungen aufeinander, sondern auch völlig verschiedene Vorstellungen davon, was als verlässliche Information durchgeht. Spürbar verstärkt wird die Entwicklung durch soziale Medien, über die sich viele Menschen inzwischen ganz selbstverständlich informieren.

Dort stoßen User auf Akteure, die eher Aktivismus als Journalismus betreiben und sich dabei teilweise ganz bewusst verkürzter, irreführender oder schlichtweg falscher Informationen bedienen.

Genauso finden Nutzer in den digitalen Weiten jedoch auch zahlreiche unabhängige und aufopferungsvoll arbeitende Quellen, die einen anderen Blick auf die etablierten Medien ermöglichen – und mitunter ziemlich deutlich machen, wie weit sich politische Haltung und der Wunsch nach Meinungsmache auch dort festgesetzt haben, wo man für sich selbst Mantra-artig Neutralität und journalistische Professionalität beansprucht.

Medienübergreifende Orientierungswoche

Vor diesem Hintergrund hat sich ein breites Bündnis verschiedener Medien und Verbände unter dem Leitgedanken "Demokratie braucht viele Stimmen" zusammengetan, um „Gesellschaft und Politik zum Dialog über die Bedeutung glaubwürdiger Informationen und des professionellen Journalismus“ einzuladen.

Zwischen Montag, 14. September und Samstag, 19. September – also rund um den Internationalen Tag der Demokratie, der am Dienstag, 15. September gefeiert wird – planen die Beteiligten "zahlreiche Beiträge in Print, Radio, Fernsehen, Podcasts und digitalen Angeboten", die um Dialogveranstaltungen und Redaktionsgespräche ergänzt werden sollen.

Die Initiative versteht sich dabei als "gemeinsames Bekenntnis zu Presse- und Rundfunkfreiheit, journalistischer Verantwortung und einer vielfältigen Medienlandschaft, die Orientierung bietet und den demokratischen Diskurs stärkt", wie es von offizieller Seite heißt.

Glaubwürdigkeit fängt zu Hause an

Ob die Aktionswoche gerade letzterem Anspruch gerecht wird, dürfte sich allerdings kaum daran messen lassen, wie eindringlich die beteiligten Medien die Bedeutung ihrer eigenen Arbeit herausstellen: Wer über Glaubwürdigkeit, journalistische Verantwortung und professionelle Standards sprechen will, sollte genauso bereit sein, eigene Versäumnisse, bedenkliche Entwicklungen und Fehljustierungen zu thematisieren.

Dazu gehören nicht nur Fälle von Falschberichterstattung, manipulativer Übertreibung oder gewählter Ignoranz, sondern ebenso die Frage, wie viel politische Haltung eine Nachricht verträgt, wo die Grenze zwischen Einordnung und Aktivismus verläuft und ob Redaktionen ihre eigenen Maßstäbe tatsächlich konsequent anwenden.

"Demokratie braucht viele Stimmen" bietet zumindest auf dem Papier die Chance, den Blick nicht zum x-ten Mal auf die Bedrohungen durch soziale Medien, Desinformation, Big Tech und Künstliche Intelligenz zu richten, sondern ebenso auf die Verantwortung der etablierten Medien selbst – immerhin lässt sich verloren gegangenes Vertrauen schwerlich allein dadurch zurückgewinnen, indem man jemandem einredet, wie wichtig man für ihn ist.

Initiative: Demokratie braucht viele Stimmen

Mit dabei sind unter anderem

  • Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
  • Medienverband der freien Presse (MVFP)
  • ARD
  • ZDF
  • RTL Deutschland
  • ProSiebenSat.1
  • VAUNET - Verband Privater Medien
  • Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR)
  • Verband Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien (VDL)
  • Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA)

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Initiative: Demokratie braucht viele Stimmen

Mit dabei sind unter anderem

  • Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
  • Medienverband der freien Presse (MVFP)
  • ARD
  • ZDF
  • RTL Deutschland
  • ProSiebenSat.1
  • VAUNET - Verband Privater Medien
  • Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR)
  • Verband Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien (VDL)
  • Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA)

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