Bestwerte und Diebstähle
gamescom: Volles Haus, große Reichweite und lange Finger

| Redaktion 
| 31.08.2026

Sonntagabend endete die gamescom 2026. Für Hunderttausende war Köln in diesen Tagen einmal der wichtigste Treffpunkt der Games-Branche – für einige wenige bot sie jedoch vor allem eine günstige Gelegenheit, sich mit fremder Hardware einzudecken. Während die Messe selbst stärker denn je ihre internationale Bedeutung demonstrieren konnte, reisen mehrere kleinere Entwickler dementsprechend frustriert ab.

Am Tag nach der Opening Night Live am letzten Dienstag öffnete die gamescom einmal mehr ihre Pforten für Fachbesucher, ehe zwischen Donnerstag und Sonntag schließlich alle interessierten Gamer von nah und fern über das restlos mit Ausstellern besetzte Gelände der Koelnmesse streifen durften.

Wie die Veranstalter resümieren, war die 233.000 Quadratmeter umfassende Präsentationsfläche tatsächlich erstmals komplett ausgebucht, wozu 1743 Unternehmen aus 66 Nationen beigetragen haben – auch der hier verzeichnete ausländische Anteil von 72 Prozent stellt demnach eine neue Bestmarke dar. Besonders aus Brasilien, Kanada, den Niederlanden und den USA seien dieses Mal mehr Menschen angereist.

Rein besuchertechnisch wurde der Rekord von 2019, als 373.000 Besucher auf die gamescom strömten, nur knapp verpasst: 368.000 Gäste aus 131 Ländern sind diesmal zu verzeichnen, während am besagten Fachbesuchertag noch einmal 36.000 hinzukamen.

Opening Night Live erzielt 78 Millionen Views

"Die gamescom unterstreicht 2026 eindrucksvoll ihre Rolle als die zentrale Plattform der internationalen Games-Branche", stellt Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche, fest.

"Viele Bestwerte aus dem Vorjahr wurden nochmals übertroffen, vor allem bei der Internationalität und der Zahl der Aussteller. Hier wird die Lust auf Zukunft deutlich, die die Games-Branche, trotz mancher Herausforderung, auch in diesem Jahr antreibt und die die besondere Atmosphäre der gamescom ausmacht", so Falk weiter.

Gerade auch in puncto digitale Reichweite dürfen die Verantwortlichen zufrieden sein: Allein bis Samstagabend entfielen etwa 624 Millionen Views auf die diesjährigen Inhalte der gamescom, allein die Opening Night Live bringt es dabei auf 78 Millionen Impressionen.

Diebstahlserie erschüttert Indie-Entwickler

Eine beachtliche Steigerung ihrer Reichweite von 670 Prozent konnte zudem die gamescom awesome indies show verzeichnen. Auf anderweitiges Interesse hätten einige der kleineren Entwickler vor Ort jedoch gern verzichtet: Für Aufsehen sorgte eine Serie von Diebstählen, bei der es die Täter offenbarvor allem auf die Hardware von kleineren, unabhängigen Ausstellern abgesehen haben.

Besonders bitter traf es den britischen Solo-Entwickler Ryan Laley, der sein in Entwicklung befindliches Horrorspiel "Mimic" in der Business Area präsentierte. Bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag verschwanden mehrere Laptops von seinem Stand.

Laley meldete den Vorfall der Polizei und erklärte sichtlich aufgewühlt, dass seine gamescom damit vorzeitig beendet sei. Ein Lichtblick: "The Witcher" und "Cyberpunk 2077"-Entwickler CD Projekt Red bot Laley unverzüglich Hilfe in Form von Ersatzhardware an.

Ebenfalls betroffen war iam8bit, denen zwei Laptops gestohlen wurden, auf denen sich unter anderem unfertige Versionen der gezeigten Spiele befanden, was zu großen Sorgen um mögliche Leaks führt. Darüber hinaus meldete Tessera Studios einen Diebstahl; auch hier verschwanden Laptops mit der gamescom-Demo und persönlichen wie auch geschäftskritischen Daten.

Die gamescom erklärte, man nehme die Vorfälle sehr ernst und verstehe die Frustration der betroffenen Aussteller. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass diese selbst für den Schutz ihrer Geräte verantwortlich seien und eine individuelle Standbewachung zusätzlich gebucht werden könne; auch eine entsprechende Versicherung wurde empfohlen. Bisher gibt es keine öffentlich bekannten Hinweise auf die Täter; die Polizei ermittelt.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV