Luxus-Jagdgewehr
Doppelbüchse bringt Benko wieder vor Gericht

| Redaktion 
| 28.08.2026

Hochwertiges Wurzelmaserholz, Goldverzierungen, die eigenen Initialen eingraviert, ein Zielfernrohr von Swarovski: Die Doppelbüchse, die sich René Benko vor sieben Jahren zugelegt hat, dürfte manch einem Waffenliebhaber anerkennende Blicke entlocken. Allerdings sieht die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft darin vor allem ein Beweisstück, das den Signa-Gründer im Oktober erneut vor Gericht belastet.

Schusswaffen gehören in Deutschland und Österreich nicht gerade zur Standardausstattung privater Haushalte, immerhin dürfen sie im Wesentlichen nur von Personen mit nachgewiesenem Bedürfnis beziehungsweise anerkannter Rechtfertigung (vor allem für Jäger und Sportschützen) besessen werden.

Noch viel seltener dürften sich in hiesigen Waffenschränken dementsprechend Exemplare wiederfinden, die man eher in "Call of Duty"-Lobbys als in der heimischen Realität vermuten würde: Vergoldete Pistolen, kunstvoll gravierte Büchsen oder andere Bleispritzen im Wert eines Luxuswagens.

Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel – und René Benko zählte zu den Besitzern einer definitiv extravaganten Schusswaffe, die dem gefallenen Signa-Milliardär nun juristische Probleme einhandelt.

Benko im Herbst erneut vor dem Richter

Nicht, dass es Benko daran mangeln würde: Im Oktober 2025 wurde der Österreicher zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen betrügerische Krida verurteilt, wobei ihm seine in Untersuchungshaft verbrachte Zeit angerechnet wurde.

Allerdings ist der juristische Sturm damit keinesfalls überstanden, schließlich hat der Oberste Gerichtshof einen damals erzielten Freispruch wegen einer rund 360.000 Euro teuren Mietvorauszahlung inzwischen aufgehoben; dieser Vorwurf muss in Innsbruck neu verhandelt werden und kann auch das Strafmaß noch einmal verändern.

Darüber hinaus sieht sich Benko im Oktober und ebenfalls in Innsbruck einem Schöffenprozess ausgesetzt, der seine Haftstrafe im Falle eines Schuldspruchs empfindlich verlängern könnte: Ihm wird schwerer Betrug vorgeworfen, da er den Milliardär Hans Peter Haselsteiner (Strabag) trotz des Wissens um die nahende Pleite von einem Investment von fünf Millionen Euro überzeugt haben soll.

Luxus-Jagdgewehr mit Gold und "RB"-Gravur

Ebenfalls Gegenstand des Prozesses ist eine Schusswaffe – und wie angedeutet nicht einfach irgendeine. Stattdessen geht es um eine luxuriös modifizierte Scheiring Superleicht Doppelbüchse Kaliber 8×57 JRS/8×57 JRS, für die die Signa Holding vor sieben Jahren einen Neupreis von 103.080 Euro gezahlt hat, wie die Bild dokumentiert.

Auch ohne vorliegende Registrierungsdokumente lässt sich erkennen, dass es sich wirklich um René Benkos (ehemalige) eigene Waffe handelt: Ein mit Ornamenten umrandetes "RB"-Goldmonogramm wurde in die Pistolengriffkappe eingraviert; die Seriennummer entspricht demnach dem Geburtsdatum des Signa-Gründers.

"Die Doppelbüchse ist mit einer aufwendigen tiefgestochenen Ornamentgravur ausgestattet. Über die gesamte Fläche des Baskül sind Goldeinlagen eingearbeitet", heißt es ferner im Schätzwertgutachten zur Waffe, die über die Auktionsplattform Aurena bereits letztes Jahr einen neuen Eigentümer gefunden hat.

Das beanstandete Doppelbüchsen-Unikat, das 2024 sichergestellt und 2025 versteigert wurde (Bild: Aurena Group)
Das beanstandete Doppelbüchsen-Unikat, das 2024 sichergestellt und 2025 versteigert wurde (Bild: Aurena Group)

"Die Läufe haben eine durchgehende Achtkantform, welche im oberen Bereich des Laufes mit Ornamenten und Goldeinlagen versehen ist", erklärt der eingesetzte Experte weiter. "Das Korn an der Laufmündung ist in einem plastisch dargestellten Keiler eingearbeitet. Das Schaftholz der Büchse ist ein sehr hochwertiges Wurzelmaserholz."

Weiteres Alleinstellungsmerkmal mit Statement-Charakter ist ein Swarovski-Zielfernrohr (genauer: Z8i 0,75-6×20 Abs. 4A-IF), das "mit Goldeinlagen und einer Ornamentgravur versehen" ist.

Deko-Kristalle fehlen jedoch – für die Zielvorrichtung zeichnet mit Swarovski Optik ein eigenständiger, ebenfalls zur namhaften Unternehmensfamilie gehörender Spezialist für hochwertige optische Geräte verantwortlich.

Nicht der Besitz ist das Problem

Problem für René Benko ist nicht etwa die Anschaffung der eleganten Langwaffe, da er seine Freizeit in Freiheit unter anderem mit der Jagd verbracht hat und entsprechende Genehmigungen besitzt.

Allerdings legt ihm die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zur Last, dass er die im Juni 2024 in seiner Innsbrucker Villa sichergestellte Doppelbüchse vor dem Zugriff seiner zahlreichen Gläubiger verbergen wollte, was einmal mehr den Tatbestand der betrügerischen Krida erfüllen würde.

So werden in Österreich insolvenzbezogene Delikte bezeichnet, bei denen ein Schuldner sein Vermögen bewusst so behandelt, dass Gläubiger dadurch geschädigt werden – etwa indem er Vermögenswerte beiseiteschafft, versteckt oder anderen überträgt, obwohl er seine Schulden nicht mehr begleichen kann.

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