Technik im Haushalt
Smart Home: Jeder Zweite offen für humanoide Roboter

| Redaktion 
| 24.08.2026

Smart Home ist in Deutschland inzwischen in mehr als jedem zweiten Haushalt angekommen. Eine repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt, wie offen die Deutschen für die nächste Stufe der Automatisierung sind: 48 Prozent können sich einen KI-gesteuerten humanoiden Roboter im eigenen Zuhause vorstellen. Vor allem bei alltäglichen Aufgaben sehen viele einen Nutzen. Sorgen um Kontrolle, Datenschutz und Sicherheit bleiben jedoch groß.

Smart-Home-Anwendungen werden in Deutschland häufiger genutzt. 52 Prozent der Menschen ab 16 Jahren setzen inzwischen vernetzte Technik im eigenen Zuhause ein. 2024 waren es 46 Prozent, 2022 noch 43 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 1.159 Personen hervor, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat.

Besonders verbreitet ist Smart Home bei Menschen unter 50 Jahren. 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 70 Prozent der 30- bis 49-Jährigen nutzen entsprechende Anwendungen.

Die Befragung erfasst auch die Haltung zu humanoiden Robotern im Haushalt. 48 Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, einen KI-gesteuerten menschenähnlichen Roboter zu Hause einzusetzen. 18 Prozent antworteten mit "Ja, auf jeden Fall", weitere 30 Prozent mit "Eher ja". 47 Prozent lehnen einen solchen Einsatz eher oder vollständig ab.

Humanoide Roboter spalten die Deutschen

Bei den möglichen Einsatzgebieten stehen praktische Arbeiten im Haushalt im Vordergrund. Von jenen Befragten, die sich einen humanoiden Roboter grundsätzlich vorstellen können, würden 87 Prozent ihn zum Aufräumen einsetzen. 77 Prozent würden ihn Einkäufe verräumen lassen, 73 Prozent zum Putzen einsetzen.

Auch weitere Hausarbeiten würden viele an einen Roboter abgeben. 67 Prozent nennen das Tischdecken, 64 Prozent das Ein- und Ausräumen des Geschirrspülers und 60 Prozent das Kochen. 49 Prozent könnten sich Unterstützung beim Wäschewaschen oder Zusammenlegen der Wäsche vorstellen.

Die Einsatzmöglichkeiten gehen für einen Teil der Befragten darüber hinaus. 58 Prozent der Roboter-Interessierten würden die Technik zur Betreuung von Haustieren einsetzen. 55 Prozent können sich Unterstützung für pflege- oder betreuungsbedürftige Personen vorstellen. Aktuelle Wettbewerbe zeigen bereits, wie humanoide Roboter als Arbeitskräfte von morgen auf Aufgaben in Haushalt, Logistik und Arbeitswelt vorbereitet werden.

Die grundsätzliche Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass die Technologie ohne Vorbehalte gesehen wird. 53 Prozent der Deutschen hätten Sorge, durch einen humanoiden Roboter Kontrolle im eigenen Zuhause abzugeben. Für 46 Prozent wäre ein menschenähnlicher Roboter in der Wohnung unheimlich. Ebenso viele finden, dass Roboter mit zunehmender Menschenähnlichkeit gruseliger wirken.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht den praktischen Nutzen als wichtigen Faktor für die Akzeptanz. "Ihr menschenähnliches Aussehen fasziniert, kann aber auch verunsichern. Entscheidend für ihre Akzeptanz wird sein, ob sie im Alltag einen konkreten Nutzen bieten und den Menschen tatsächlich Arbeit abnehmen."

KI im Smart Home stößt auf Interesse

Künstliche Intelligenz spielt in der Befragung auch unabhängig von humanoiden Robotern eine Rolle. 32 Prozent der Deutschen würden gerne in einem Haus wohnen, das vollständig von KI gesteuert wird. 42 Prozent wünschen sich eine KI, die bei der Organisation des Haushalts hilft. 24 Prozent möchten, dass KI Smart-Home-Geräte selbstständig steuert.

Am deutlichsten fällt die Zustimmung beim Energieverbrauch aus. 63 Prozent sind der Ansicht, dass sich Energie im Haushalt mit KI effizienter nutzen lässt. KI-gestützte Smart-Home-Systeme können etwa Beleuchtung, Temperatur und Energieverbrauch automatisiert an das Nutzungsverhalten anpassen. 72 Prozent der Smart-Home-Nutzer:innen wollen mit der Technik Energie sparen. 82 Prozent nennen mehr Komfort und Lebensqualität, 58 Prozent mehr Sicherheit.

Der Einsatz von KI im eigenen Zuhause stößt jedoch auch auf Skepsis. 40 Prozent macht es Angst, im Smart Home Kontrolle an KI abzugeben. 38 Prozent befürchten, dadurch die Kontrolle über ihr Zuhause zu verlieren. Für 27 Prozent hat KI in den eigenen vier Wänden grundsätzlich nichts verloren. 42 Prozent sprechen sich dafür aus, Smart-Home-Anwendungen stärker gesetzlich zu regulieren.

Datenschutz bleibt ein entscheidender Faktor

Vorbehalte gegenüber Smart Home betreffen vor allem die Sicherheit. Von den Menschen, die keine entsprechenden Anwendungen nutzen, haben 59 Prozent Angst vor Hacker-Angriffen. 40 Prozent fürchten einen Missbrauch persönlicher Daten.

Gerade bei humanoiden Haushaltsrobotern bekommt diese Frage zusätzliches Gewicht. Kameras, Sensoren, Cloud-Anbindung und teilweise menschliche Fernsteuerung werfen neue Datenschutz- und Kontrollfragen im privaten Wohnraum auf.

Auch die Kosten spielen eine Rolle. 38 Prozent der Nicht-Nutzer sind Smart-Home-Anwendungen zu teuer. Die Bedienung wird dagegen seltener als Hindernis genannt: 22 Prozent empfinden die Technik als zu kompliziert.

Bei tatsächlichen Ausfällen liegt die Ursache meist an anderer Stelle. 45 Prozent der Nutzer berichten von keinem Ausfall in den vergangenen zwölf Monaten. Unter den Betroffenen nennen 85 Prozent die Internetverbindung als häufigste Ursache. Stromausfälle, Gerätestörungen, Bedienfehler oder Probleme mit Apps folgen mit deutlichem Abstand. Einen Hacker-Angriff als Ursache eines Ausfalls gab niemand an.

Für 87 Prozent der Smart-Home-Nutzer sind Datensicherheit und Datenschutz bei der Auswahl einer Anwendung wichtig. Noch häufiger werden Benutzerfreundlichkeit mit 93 Prozent und ein gutes Testergebnis mit 91 Prozent genannt.

Smart Home wird im Alltag breiter genutzt

Im Durchschnitt verwenden Smart-Home-Nutzer sechs Anwendungen. Am häufigsten sind smarte Lampen und Leuchten mit 46 Prozent sowie WLAN-Steckdosen beziehungsweise Smart Plugs mit 44 Prozent. Staubsauger-Roboter kommen bei 33 Prozent zum Einsatz.

42 Prozent der Nutzer haben nach eigenen Angaben ihr gesamtes Zuhause mit Smart-Home-Geräten ausgestattet. Am häufigsten findet sich die Technik im Wohnzimmer. Dort setzen 49 Prozent entsprechende Anwendungen ein, gefolgt vom Schlafzimmer mit 35 Prozent und dem Esszimmer mit 28 Prozent.

Für viele gehört die Technik bereits fest zum Alltag. 76 Prozent wollen nicht mehr in einem Zuhause ohne Smart-Home-Anwendungen leben. 87 Prozent sagen, die Anwendungen erleichterten ihnen das Leben.

Die Befragung zeigt damit zwei Entwicklungen: Smart-Home-Technik verbreitet sich weiter, während KI und humanoide Roboter zusätzliche Fragen zu Sicherheit, Kontrolle und Regulierung aufwerfen. Für Anbieter dürfte entscheidend sein, neue Funktionen mit verlässlicher Technik, Datenschutz und einfacher Bedienung zu verbinden.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse

  • 52 Prozent nutzen Smart-Home-Anwendungen.
  • 48 Prozent können sich einen humanoiden Roboter im Haushalt vorstellen.
  • 53 Prozent fürchten dabei einen Kontrollverlust im eigenen Zuhause.
  • 32 Prozent würden in einem vollständig KI-gesteuerten Haus wohnen.
  • 63 Prozent sehen bei KI Potenzial für effizienteren Energieeinsatz.
  • 59 Prozent der Nicht-Nutzer sorgen sich vor Hacker-Angriffen.
  • 87 Prozent achten bei Smart-Home-Anwendungen auf Datenschutz und Datensicherheit.
  • 76 Prozent der Nutzer wollen nicht mehr auf Smart Home verzichten.

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Die wichtigsten Umfrageergebnisse

  • 52 Prozent nutzen Smart-Home-Anwendungen.
  • 48 Prozent können sich einen humanoiden Roboter im Haushalt vorstellen.
  • 53 Prozent fürchten dabei einen Kontrollverlust im eigenen Zuhause.
  • 32 Prozent würden in einem vollständig KI-gesteuerten Haus wohnen.
  • 63 Prozent sehen bei KI Potenzial für effizienteren Energieeinsatz.
  • 59 Prozent der Nicht-Nutzer sorgen sich vor Hacker-Angriffen.
  • 87 Prozent achten bei Smart-Home-Anwendungen auf Datenschutz und Datensicherheit.
  • 76 Prozent der Nutzer wollen nicht mehr auf Smart Home verzichten.

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