Bewerbungsphase läuft
Bei Superpublic "trifft Y Combinator auf Love Island"

| Redaktion 
| 18.08.2026

Üblicherweise soll ein Startup-Accelerator möglichst zeitnah vielversprechende Unternehmen hervorbringen. Superpublic spielt mit dem bekannten Prinzip, indem hier nicht erst das fertige Startup, sondern bereits der Weg dorthin Aufmerksamkeit generieren soll: Vier Gründer lassen sich sechs Wochen lang bei der Arbeit in einem Berliner Büro filmen, sodass aus dem Accelerator zugleich ein Medienprojekt und der Entstehungsprozess selbst zum Content wird.

Ein gutes Produkt war für die meisten Gründer schon immer nur die halbe Miete – und inzwischen könnte selbst diese Rechnung zu kurz greifen, schließlich beschleunigt Künstliche Intelligenz die Entwicklung neuer Items und Anwendungen enorm.

Mehr denn je gilt es deshalb, die gewünschte Aufmerksamkeit möglichst früh aufs eigene Unterfangen zu lenken. Wer früh eine Community aufbaut, Menschen für seine Idee begeistert und eigene Reichweite entwickelt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil, der sich nicht einfach so kopieren lässt.

So kommt es, dass die Grenzen zwischen Startup, Marke und Medienprojekt deutlich durchlässiger wird. Gründer werden zu Absendern und Produkten wird mitunter live beim Entstehen zugesehen; aus dem klassischen "Building in Stealth" wird zunehmend "Building in Public".

Superpublic macht den Startup-Aufbau selbst zum Content

Vorhang auf für Superpublic: Der "erste Media Startup Accelerator" ist Montag offiziell an den Start gegangen und freut sich somit ab sofort und bis Sonntag, 06. September über interessierte Bewerber.

Das von Marie Hinderer, Finnegan Kistner und Justus Schoch ins Leben gerufene Format sitzt an der Schnittstelle von Startups, Community und New Media, um Gründern nicht allein beim Aufbau zu helfen, sondern ihnen von Anfang an zu zeigen, wie sie organische Reichweite entwickeln.

Besonderheit ist, dass dieser Aufbauprozess selbst zum Content wird: Die erste Runde, genannt Batch 001, startet bereits am Montag, 28. September in Berlin.

Das Konzept von Superpublic wird seinem Namen zweifelsohne gerecht, indem es ungewöhnlich konsequent auf Öffentlichkeit getrimmt ist. Für den besagten Batch 001 werden in diesem Sinne vier Gründer beziehungsweise Startups ausgewählt, die sechs Wochen lang gemeinsam in einem Büro arbeiten und sich dabei von Kameras begleiten lassen.

Als dazugehöriger Schauplatz wurde die Factory Berlin auserkoren, in der der gesamte Prozess von Beginn an dokumentiert und über gängige Social-Media-Kanäle (TikTok, Instagram und YouTube) ausgespielt werden soll.

Scheitern, umdenken, weitermachen – vor Publikum

Im Kern geht es folgerichtig weniger darum, nach sechs Wochen vier fertige Erfolgsgeschichten zu präsentieren. Stattdessen soll das geneigte Publikum beobachten können, wie die Unternehmen entstehen, wie sie sich weiterentwickeln, welche Ideen funktionieren, welche verworfen werden, welche Entscheidungen die Gründer treffen und wo es womöglich mal nicht nach Plan läuft.

Dabei stellt Superpublic keinen nachträglich glattgezogenen Startup-Film, sondern einen möglichst öffentlich und authentisch präsentierten Entstehungsprozess in Aussicht.

Superpublic-Mitgründerin Marie Hinderer bringt die ungewöhnliche Mischung auf eine griffige Formel, indem sie auf LinkedIn von einer Mischung aus Y Combinator und "Love Island" schreibt.

Während es sich bei Y Combinator um einen der bekanntesten Startup-Acceleratoren der Welt handelt, ist "Love Island" ein auch in Deutschland beliebtes Reality-TV-Format, bei dem das öffentliche Beobachten von Menschen und ihren Dynamiken im Mittelpunkt steht.

Entsprechend sollen die vier Auserwählten ein Unternehmen aufbauen und gleichzeitig vor laufender Kamera lernen, Aufmerksamkeit dafür zu erzeugen. Nach Ablauf der sechs Wochen folgt ein Demo Day, bei dem sich die Startups vor Investoren präsentieren und um Finanzierung pitchen. Zusätzlich ist ein öffentlicher Pitch vor der Community und Experten vorgesehen.

Startup-Experten versammeln sich hinter Superpublic

Für das Format hat das Trio um Hinderer, Kistner und Schoch direkt zum Start ein durchaus namhaft besetztes Netzwerk aus Unternehmern, Investoren, Creatorn und Startup-Experten zusammengebracht.

Dazu gehören unter anderem Christian Miele, General Partner beim Venture-Capital-Investor Headline, die Unternehmerin und Investorin Lea-Sophie Cramer, Investor Carsten Puschmann, Felix Haas, Ben Unterkofler, Hendrik Sander oder Udo Schloemer.

Auch Creatorin Diana zur Löwen ist beteiligt und soll unter anderem in der Jury des Pitch Days sitzen; als weitere Experten werden beispielsweise Moritz Fritzen, Lili Vogelsang oder Victoria Hoffmann erwartet. Die Teilnehmer treffen also auf Menschen, die selbst Unternehmen gegründet, finanziert, aufgebaut oder als Personal Brand erfolgreich bekannt gemacht haben.

Daneben illustriert der Kreis der beteiligten Entscheider und Experten, dass nicht nur ein Produkt auf Distribution angewiesen ist – auch ein Accelerator braucht ein Netzwerk, das Aufmerksamkeit erzeugen kann.

Wie gut das funktioniert, wird sich in den nächsten drei Wochen zeigen. Unter den Bewerbern, die sich bis Sonntag, 06. September um 23:59 Uhr bei Superpublic melden, suchen die Zuständigen zunächst acht Halbfinalisten aus, die Mitte September im Wettbewerb um die vier Plätze in der Factory Berlin pitchen.

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