Freiburg, Jena und Köln haben es geschafft. Die drei Universitäten werden neu in die höchste Förderlinie der deutschen Exzellenzstrategie aufgenommen. Hinzu kommen zwei Hochschulverbünde: die Rhein-Main-Universitäten mit der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie das Ruhr Innovation Lab von Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund.
Die Exzellenzkommission wählte die fünf Gewinner aus insgesamt elf Bewerbungen aus. Damit wurde die maximal mögliche Zahl neuer Förderfälle ausgeschöpft. Gemeinsam mit den zehn bereits im März bestätigten Einrichtungen werden ab Januar 2027 insgesamt 15 Universitäten und Hochschulverbünde über die Förderlinie Exzellenzuniversitäten unterstützt.
Das Geld ist dabei nur ein Teil des Erfolgs. Der Titel verschafft den Hochschulen zusätzliche internationale Sichtbarkeit und kann helfen, Wissenschaftler, Nachwuchstalente und Kooperationen anzuziehen. Wie deutsche Hochschulen bereits heute im internationalen Vergleich dastehen, zeigt das aktuelle Ranking der Top-Hochschulen im DACH-Raum. Dort zeigt sich auch, dass Deutschland zwar keine Universität unter den weltweiten Top Ten stellt, aber über eine breite Gruppe international konkurrenzfähiger Hochschulen verfügt.
208 Millionen Euro für die Spitzenforschung
Bund und Länder stellen für die Förderlinie künftig insgesamt 208 Millionen Euro pro Jahr bereit. Das sind 60 Millionen Euro mehr als bisher. Einzeluniversitäten konnten bis zu 15 Millionen Euro jährlich beantragen, Hochschulverbünde bis zu 28 Millionen Euro.
Allerdings gibt es einen Haken: Weil alle fünf möglichen neuen Förderfälle ausgewählt wurden und nahezu alle Bewerber die jeweiligen Höchstsummen beantragt haben, reicht der Finanzierungsrahmen nicht für sämtliche Anträge in voller Höhe. Die beantragten jährlichen Fördersummen werden deshalb für alle geförderten Standorte in den kommenden sieben Jahren im Durchschnitt um rund 21 Prozent angepasst.
Für die Hochschulen bleibt der Aufstieg dennoch wertvoll. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär verbindet die Exzellenzstrategie ausdrücklich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Leistungsfähige und international sichtbare Universitäten sollen Wissenschaftler anziehen und damit auch zu Wachstum und Wohlstand beitragen.
Der Wettbewerb um die besten Köpfe
Zehn bisherige Einrichtungen hatten sich bereits im März für eine weitere Förderperiode qualifiziert. Dazu gehören unter anderem RWTH Aachen, Universität Bonn, TU Dresden, Universität Heidelberg, KIT, LMU und TU München. Die Universität Konstanz schied dagegen aus, nachdem sie die notwendige Zahl an Exzellenzclustern nicht mehr erreichte.
Wie stark sich wissenschaftlicher Nachwuchs bereits heute auf bestimmte Hochschulen konzentriert, zeigen auch die jüngsten Zahlen zu Promotionen. Allein LMU München, TU München, Universität Heidelberg und RWTH Aachen vereinen 18 Prozent aller laufenden Promotionsvorhaben in Deutschland auf sich. Diese vier Universitäten haben die meisten Promovierenden – ein Hinweis darauf, wie wichtig Reputation und Forschungsstärke im Wettbewerb um Nachwuchswissenschaftler sind.
Für eine Bewerbung in der Exzellenzstrategie müssen einzelne Universitäten mindestens zwei erfolgreiche Exzellenzcluster vorweisen. Hochschulverbünde benötigen mindestens drei. Die Auswahl der Cluster war bereits 2025 erfolgt.
Wenn Forschung zum Standortfaktor wird
Die Exzellenzstrategie soll jedoch mehr bewirken als gute Platzierungen und wissenschaftliches Renommee. Bewertet wird auch, wie Hochschulen Forschung mit Lehre, Transfer und Karrierewegen verbinden. Genau an dieser Schnittstelle wird Spitzenforschung auch für Unternehmen interessant.
Wie eng Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten können, zeigt beispielsweise der Forschungsstandort Garching bei München. Siemens eröffnete dort in unmittelbarer Nähe zur TU München ein Technology Center, in dem unter anderem an Automatisierung, additiver Fertigung und Industrie 4.0 gearbeitet wird.
Solche Verbindungen erhöhen auch die wirtschaftliche Bedeutung erfolgreicher Universitäten für ihre Regionen. Forschungsstärke kann Talente und Unternehmen anziehen, Kooperationen ermöglichen und neue Technologien schneller aus der Wissenschaft in die Anwendung bringen.
Mit der Entscheidung vom 2. Oktober ist die zweite Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie abgeschlossen. Die Förderung der insgesamt 15 ausgewählten Universitäten und Verbünde startet am 1. Januar 2027. Bereits im Juni 2027 soll ein Erfahrungsbericht zeigen, welche Wirkung das Programm auf den Wissenschaftsstandort Deutschland entfaltet hat und wo nachgesteuert werden könnte.
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