Neue HP-Studie
KI-Agenten im Job: Nutzung steigt, Sorgen auch

| Redaktion 
| 01.10.2026

KI-Agenten halten weltweit Einzug in den Arbeitsalltag: 47 Prozent der Befragten nutzen die Technologie bereits im Job. Der neue HP Work Relationship Index 2026 zeigt jedoch eine zweite Entwicklung. Gerade Beschäftigte, die mit KI-Agenten arbeiten, machen sich häufiger Gedanken über ihre künftige Rolle und mögliche Verdrängung. Für Unternehmen wird damit die Frage dringlicher, wie sie Technologie, Weiterbildung und Sicherheit miteinander verbinden.

KI-Agenten verbreiten sich im Arbeitsalltag – doch mit ihrer Nutzung wächst auch die Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft. Laut dem HP Work Relationship Index 2026 setzt bereits fast jede zweite Befragte solche Systeme im Job ein. Für die internationale Untersuchung wurden 19.506 Beschäftigte mit Bürotätigkeit in 15 Ländern befragt.

Auch klassische KI-Werkzeuge werden häufiger genutzt. 59 Prozent der Wissensarbeiter greifen inzwischen täglich oder wöchentlich auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz zurück. Im Vorjahr waren es 46 Prozent. Der Anteil jener, die überhaupt keine KI einsetzen, sank gleichzeitig um 13 Prozentpunkte auf 16 Prozent.

Damit rückt zunehmend eine andere Frage in den Vordergrund: Was bedeutet die Technologie für die eigene Rolle im Unternehmen?

KI-Agenten schüren auch Job-Sorgen

Unter den Wissensarbeiter, die bereits KI-Agenten verwenden, rechnen 47 Prozent damit, dass die eigene berufliche Rolle künftig schwieriger zu definieren sein wird. Unter Beschäftigten, die ausschließlich generative KI nutzen, sind es 39 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied bei der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. 44 Prozent der Nutzer:innen von KI-Agenten befürchten, durch KI oder Beschäftigte mit größerer KI-Kompetenz ersetzt zu werden. Bei Nutzer:innen generativer KI liegt dieser Anteil bei 37 Prozent.

Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass Beschäftigte der Technologie grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen. Im Gegenteil: 69 Prozent sehen Technologie laut HP als Quelle positiver Veränderungen, 60 Prozent schreiben KI einen positiven Einfluss auf ihr Leben zu.

Die Herausforderung verschiebt sich damit von der reinen Einführung hin zum Umgang mit der Technologie. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass im eigenen Unternehmen noch eine klare KI-Strategie fehlt. Dass die Nutzung von KI im Job häufig schneller voranschreitet als Regeln und Schulungen, zeigte bereits eine Untersuchung des TÜV-Verbands.

Weiterbildung wird zur strategischen Aufgabe

Mit dem zunehmenden KI-Einsatz gewinnen neue Fähigkeiten an Bedeutung. 59 Prozent der Wissensarbeiter priorisieren inzwischen übertragbare Kompetenzen gegenüber dem Aufstieg auf einem klassischen Karrierepfad. Gleichzeitig würden 73 Prozent eher bei einem Unternehmen bleiben, das aktiv in ihre persönliche und berufliche Entwicklung investiert.

Wie weit dieser Wandel bereits reicht, zeigt sich besonders bei jüngeren Beschäftigten. Eine andere Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass mehr als jede vierte Beschäftigte der Gen Z bereits auf KI im Job angewiesen ist. Weiterbildung wird damit nicht nur zur Qualifizierungsfrage, sondern zunehmend auch zu einem Faktor für die Mitarbeiterbindung.

Auch die technische Arbeitsumgebung spielt eine Rolle. 70 Prozent der im HP Work Relationship Index befragten Führungskräfte betrachten die Technologieerfahrung ihrer Beschäftigten als Differenzierungsmerkmal. Knapp zwei Drittel gehen davon aus, dass schlechte Technologieerfahrungen die Fähigkeit beeinträchtigen, wichtige Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

HP nennt das Vertrauen in die Unternehmensführung als stärksten untersuchten Treiber für eine gesunde Beziehung zur Arbeit. An zweiter Stelle folgt die technologische Befähigung, danach die Weiterentwicklung der Belegschaft.

Viele Beschäftigte scheuen den Jobwechsel

Der technologische Wandel trifft gleichzeitig auf eine Arbeitswelt, die von Unsicherheit geprägt ist. 86 Prozent der Wissensarbeiter haben im vergangenen Jahr Veränderungen in ihrer Organisation erlebt – etwa bei Leistungserwartungen, Technologien oder Arbeitsweisen.

67 Prozent geben an, dass ihnen ein Wechsel des Arbeitsplatzes derzeit zu riskant erscheint. Einige versuchen, sich zusätzliche Optionen zu schaffen: 36 Prozent der Befragten verfügen über eine einkommensbringende Nebentätigkeit oder ein entsprechendes Projekt. In der Generation Z liegt der Anteil bei 48 Prozent.

Trotz dieser Unsicherheit hat sich das Verhältnis zur Arbeit gegenüber dem Vorjahr verbessert. 29 Prozent der Wissensarbeiter weisen laut HP eine gesunde Beziehung zur Arbeit auf. Das sind acht Prozentpunkte mehr als 2025.

Für Unternehmen zeichnet die Studie damit ein widersprüchliches Bild: KI-Agenten und andere KI-Werkzeuge werden schnell Teil alltäglicher Arbeitsprozesse und von vielen Beschäftigten positiv wahrgenommen. Je stärker die Technologie in konkrete Tätigkeiten eingreift, desto sichtbarer werden jedoch Fragen nach Rollen, Fähigkeiten und Arbeitsplatzsicherheit. Die Einführung neuer Systeme allein dürfte deshalb nicht ausreichen. Entscheidend wird auch, wie Unternehmen ihre Beschäftigten auf die veränderten Anforderungen vorbereiten.

Die wichtigsten Zahlen

  • 47 % nutzen KI-Agenten

  • 59 % nutzen regelmäßig KI-Tools

  • 44 % fürchten Verdrängung

  • 47 % erwarten unklarere Rollen

  • 67 % scheuen einen Jobwechsel

  • 73 % setzen auf Weiterbildung

  • 69 % sehen Technologie positiv

  • 29 % haben eine gesunde Arbeitsbeziehung

Quelle: HP Work Relationship Index 2026

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Die wichtigsten Zahlen

  • 47 % nutzen KI-Agenten

  • 59 % nutzen regelmäßig KI-Tools

  • 44 % fürchten Verdrängung

  • 47 % erwarten unklarere Rollen

  • 67 % scheuen einen Jobwechsel

  • 73 % setzen auf Weiterbildung

  • 69 % sehen Technologie positiv

  • 29 % haben eine gesunde Arbeitsbeziehung

Quelle: HP Work Relationship Index 2026

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