Bilder aus Hamburg
WoMen on Top lädt zur Bildungsdebatte

| Redaktion 
| 27.09.2026

Schlechte PISA-Werte sind schnell verkündet – schwieriger wird es bei der Frage, was daraus folgen soll. Genau darüber diskutierte WoMen on Top, die Initiative unter der Führung von Nena Brockhaus und Franca Lehfeldt, kürzlich mit ausgewählten Gästen in Hamburg. Brockhaus warnte dabei unter anderem, dass "eines der großen Versprechen der Bundesrepublik" längst keinen Bestand mehr hat.

Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) ist eine internationale Organisation mit Sitz in Paris, die in erster Linie für die Veröffentlichung der PISA-Studie bekannt ist. Deren jüngste Ergebnisse wiederum wurden Anfang September präsentiert und haben ein besorgniserregendes Bild vom deutschen Bildungsstand gezeichnet.

Die Leistungen der 15-Jährigen sind in Mathematik und Lesekompetenz gegenüber 2022 weiter gesunken, in den Naturwissenschaften blieben sie etwa stabil – allerdings auf mäßigem Niveau: Über einen längeren Zeitraum betrachtet markieren alle drei Bereiche im aktuellen Bericht den schlechtesten, jemals in Deutschland gemessenen Stand.

Auch der langfristige Trend scheint problematisch, immerhin stieg der Anteil der Leistungsschwachen in Deutschland verglichen mit 2015 in Mathematik um 17 Prozentpunkte, beim Lesen um 15 und in Naturwissenschaften um zehn.

Das Aufstiegsversprechen "gilt nicht mehr"

Vor diesem Hintergrund bat die Medienplattform WoMen on Top bereits Mitte des Monats zu einem "Abend für Bildungs- und Chancengerechtigkeit" in der wineBANK Hamburg, zu dem rund 50 Einladungen an Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur übermittelt wurden.

"Der Staat schuldet Dir faire Startchancen. Du schuldest Dir selbst, etwas daraus zu machen. Die Aufsteigerrepublik war eines der großen Versprechen der Bundesrepublik. Dies gilt nicht mehr. Es besteht Handlungsbedarf", stellt Journalistin, Autorin und Gastgeberin Nena Brockhaus (hier im Leadersnet-Interview) auch mit Blick darauf fest, dass die soziale Herkunft in Deutschland stark über den Bildungserfolg entscheidet.

"Die Postleitzahl darf nicht mehr zählen als der Fleiß", ergänzt Journalistin Franca Lehfeldt; ebenfalls federführend bei WoT und entsprechend genauso Gastgeberin des Abends. "Wir brauchen Ehrgeiz und klare Standards, aber auch echte Chancengerechtigkeit. Bildung ist das Aufstiegsversprechen einer Leistungsgesellschaft."

Nadin Zaya in Hamburg (Bild: Neven Hillebrands)
Nadin Zaya in Hamburg (Bild: Neven Hillebrands)

Am sogenannten WoT-Bildungsbaum konnten die Anwesenden eigene Vorschläge zur Verbesserung der Lage einreichen, die von den Verantwortlichen in gebührender Ruhe ausgewertet werden. Die beste Idee soll beim WoT-Weihnachtsevent am Samstag, 28. November ausführlicher präsentiert werden.

"Die Kinder müssen vor Schuleintritt Deutsch sprechen"

Bereits in Hamburg hat Nadin Zaya konkrete Ansätze präsentiert: Die Rechtsreferendarin ist Mitglied im Präsidium der FDP und sorgte beim 77. ordentlichen FDP-Bundesparteitag Ende Mai für Aufsehen, als sie das liberale Aufstiegsversprechen durch Bildung und eigene Leistung in den Mittelpunkt ihrer Rede stellte.

Zaya ist selbst als Kind aus dem Irak nach Deutschland gekommen, sieht Inklusion jedoch als gescheitert an und setzt sich für den Erhalt von Förderschulen ein. Grundsätzlich fordert sie: "Die Kinder müssen vor Schuleintritt Deutsch sprechen. Das muss Pflicht werden."

In der wineBANK Hamburg hörten ihr unter anderem die Unternehmerin Janina Lin Otto, Heiner Bremer (ehemals Gesicht des "RTL-Nachtjournal"), SPD-Politikerin Aynur Colpan, der ehemalige Regierungssprecher Béla Anda, Tagesschau-Moderatorin Damla Hekimoğlu oder auch Venture-Kapitalistin Sevilay Wilhelm zu. Weitere Eindrücke vom Abend vermittelt unsere Galerie vom Event.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV