Arbeitsbarometer 2026
Gen Z im Job: Jeder Vierte ist auf KI angewiesen

| Redaktion 
| 03.09.2026

Mehr als jede:r vierte Beschäftigte der Gen Z in Deutschland könnte den eigenen Job nach eigener Einschätzung ohne KI nicht mehr erledigen. Bei älteren Generationen fällt der Anteil deutlich geringer aus. Das Randstad Arbeitsbarometer 2026 zeigt zudem: Im internationalen Vergleich gehört Deutschland bei der KI-Nutzung im Beruf weiterhin zu den Nachzüglern.

27 Prozent der Gen Z geben an, für ihren aktuellen Job auf KI-Tools angewiesen zu sein. Bei den Millennials sind es 22 Prozent, in der Gen X 16 Prozent und bei den Babyboomern zehn Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil in Deutschland bei 19 Prozent.

"Dass jüngere Beschäftigte KI selbstverständlicher in ihren Arbeitsalltag integrieren als ältere Generationen, überrascht wenig“, sagt Susanne Wißfeld, Geschäftsführerin Business Innovation & Concepts bei Randstad Deutschland. Aus ihrer Sicht spielt neben der höheren Technikaffinität auch eine Rolle, dass immer mehr Aufgaben und Prozesse bereits durch KI unterstützt werden.

Randstad zieht dabei einen Vergleich zur Entwicklung des Computers am Arbeitsplatz. So wie viele Tätigkeiten heute ohne Rechner kaum noch denkbar sind, könnten künftig auch bestimmte Jobs ohne KI nicht mehr erledigt werden. Die Abhängigkeit entsteht damit nicht nur durch persönliche Nutzung, sondern zunehmend auch durch Prozesse, in denen KI bereits fest eingebaut ist.

Deutschland liegt im internationalen Vergleich zurück

Mit einem Anteil von 19 Prozent liegt Deutschland bei der beruflichen KI-Nutzung nur knapp vor Frankreich und Tschechien mit jeweils 18 Prozent. Deutlich höhere Werte erreicht das Randstad Arbeitsbarometer unter anderem in Polen mit 30 Prozent und Norwegen mit 31 Prozent. In der Schweiz geben 40 Prozent der Befragten an, ihren Job nicht ohne KI erledigen zu können, in Luxemburg sind es 41 Prozent. Den höchsten in der Mitteilung genannten Wert erreicht Indien mit 48 Prozent.

Deutschland gehört damit trotz der wachsenden Nutzung nicht zu den europäischen Vorreitern. Für Unternehmen stellt sich deshalb nicht nur die Frage, wie schnell neue Anwendungen eingeführt werden, sondern auch, wie Beschäftigte auf deren Einsatz vorbereitet werden.

Randstad betont zugleich, dass eine stärkere KI-Nutzung nicht automatisch bedeutet, dass menschliche Arbeit an Bedeutung verliert. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel von Technologie und Fähigkeiten, die sich nicht ohne Weiteres automatisieren lassen.

Neben KI-Wissen zählen menschliche Fähigkeiten

Mit dem stärkeren Einsatz von KI verändert sich auch das Anforderungsprofil vieler Jobs. Randstad verweist dazu auf die eigene Studie "Age of Augmentation“. Demnach suchen Arbeitgeber nicht nur nach Beschäftigten mit KI-Kenntnissen, sondern zunehmend auch nach Kompetenzen wie kritischem Denken, Problemlösung und der Fähigkeit, Ergebnisse von KI-Systemen einzuordnen und verantwortungsvoll zu nutzen. Wie sich diese Entwicklung bereits beim Einstieg ins Berufsleben bemerkbar macht, zeigt eine frühere Randstad-Studie dazu, wie KI den Berufseinstieg verändert.

Für Unternehmen wächst damit der Druck, technologische Einführung und Qualifizierung miteinander zu verbinden. Wer neue Systeme in Arbeitsprozesse integriert, muss zugleich sicherstellen, dass Mitarbeiter:innen deren Ergebnisse prüfen, bewerten und sinnvoll einsetzen können. Zusätzlichen Handlungsbedarf macht eine TÜV-Studie zur KI-Nutzung im Job deutlich: Viele Beschäftigte arbeiten bereits mit KI, obwohl in zahlreichen Unternehmen klare Regeln und systematische Schulungen fehlen.

"Es kommt auf die richtige Mischung von Mensch und Technologie an“, sagt Wißfeld. Gerade weil KI im Beruf für viele Beschäftigte noch Neuland sei, seien Qualifizierungsangebote seitens der Arbeitgeber ein wichtiges Mittel. Arbeitnehmer:innen müssten im Gegenzug bereit sein, sich neue Kenntnisse anzueignen und zugleich ihre eigenen, nicht automatisierbaren Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Was die Zahlen für Arbeitgeber bedeuten

Der Generationenvergleich zeigt, dass Unternehmen künftig mit sehr unterschiedlichen Erfahrungsständen innerhalb ihrer Belegschaften umgehen müssen. Jüngere Beschäftigte nutzen KI bereits deutlich selbstverständlicher, während ältere Generationen seltener angeben, auf entsprechende Anwendungen angewiesen zu sein.

Für Personalverantwortliche entsteht daraus eine praktische Aufgabe: Schulungen und Einsatzmodelle müssen unterschiedliche Vorkenntnisse berücksichtigen. Gleichzeitig reicht es nicht, allein den Umgang mit einzelnen Tools zu vermitteln. Entscheidend wird, ob Beschäftigte verstehen, wann KI sinnvoll eingesetzt werden kann, wo ihre Grenzen liegen und wann menschliches Urteil gefragt ist.

Das Randstad Arbeitsbarometer zeigt damit vor allem eines: KI ist in Teilen der Arbeitswelt bereits fester Bestandteil des Berufsalltags. Wie stark Beschäftigte darauf angewiesen sind, unterscheidet sich jedoch erheblich nach Generation und Land. Für Deutschland bleibt neben der Einführung neuer Technologien vor allem die Frage offen, wie schnell Unternehmen die dafür notwendigen Kompetenzen in ihren Belegschaften aufbauen.

KI im Job: Deutschland im internationalen Vergleich

  1. Indien: 48 Prozent
  2. Luxemburg: 41 Prozent
  3. Schweiz: 40 Prozent
  4. Norwegen: 31 Prozent
  5. Polen: 30 Prozent
  6. Deutschland: 19 Prozent
  7. Frankreich: 18 Prozent
  8. Tschechien: 18 Prozent

Anteil der Beschäftigten, die angeben, ihren aktuellen Job ohne KI nicht erledigen zu können. Quelle: Randstad Arbeitsbarometer 2026.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

KI im Job: Deutschland im internationalen Vergleich

  1. Indien: 48 Prozent
  2. Luxemburg: 41 Prozent
  3. Schweiz: 40 Prozent
  4. Norwegen: 31 Prozent
  5. Polen: 30 Prozent
  6. Deutschland: 19 Prozent
  7. Frankreich: 18 Prozent
  8. Tschechien: 18 Prozent

Anteil der Beschäftigten, die angeben, ihren aktuellen Job ohne KI nicht erledigen zu können. Quelle: Randstad Arbeitsbarometer 2026.

leadersnet.TV