Neue Randstad-Studie
KI verändert den Berufseinstieg – Unternehmen müssen umdenken

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Arbeitsplätze, sondern bereits den Einstieg ins Berufsleben. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, während die Anforderungen an Berufseinsteiger:innen steigen. Eine aktuelle Randstad-Analyse zeigt, warum Unternehmen ihre Nachwuchsstrategie überdenken sollten – und weshalb Soft Skills und kontinuierliches Lernen an Bedeutung gewinnen.

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt zunehmend – und macht sich inzwischen auch beim Berufseinstieg bemerkbar. Nach einer aktuellen Analyse des Personaldienstleisters Randstad übernehmen KI-Anwendungen bereits heute klassische Aufgaben von Berufseinsteiger:innen. Gleichzeitig erwarten die meisten Unternehmen jedoch keinen flächendeckenden Abbau von Einstiegsstellen.

Für Unternehmen verschiebt sich damit die entscheidende Frage: Welche Kompetenzen sollten junge Talente bereits mitbringen, und welche Fähigkeiten lassen sich erst im Berufsalltag entwickeln?

Routineaufgaben verschwinden, Anforderungen steigen

Laut der Randstad-ifo-HR-Befragung übernehmen in 14 Prozent der Unternehmen bereits KI-Systeme Aufgaben, die bislang häufig von Berufseinsteiger:innen erledigt wurden. Weitere 40 Prozent planen entsprechende Automatisierungen innerhalb der kommenden drei Jahre.

Dennoch rechnen 65 Prozent der befragten Unternehmen mit einer stabilen Zahl an Einstiegsstellen. Nur 19 Prozent erwarten einen Rückgang.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass KI klassische Einstiegspositionen nicht grundsätzlich ersetzt, ihre Inhalte jedoch deutlich verändert.

"KI verdrängt Einstiegsjobs nicht grundlegend. Aber sie verändert, wie junge Menschen in ihre Jobs hineinwachsen", sagt Henri Viswat, CEO von Randstad Deutschland und der DACH-Region.

Gen Z sieht fehlende Skills als größte Einstiegshürde

Während Unternehmen höhere Anforderungen formulieren, schätzen viele junge Beschäftigte ihre Lernfähigkeit deutlich optimistischer ein.

Mehr als 43 Prozent der Befragten aus der Generation Z geben an, bereits wegen fehlender Kompetenzen eine Absage erhalten zu haben. Gleichzeitig halten gut die Hälfte der jungen Menschen die in Stellenanzeigen geforderten Fähigkeiten für unrealistisch.

Fast 72 Prozent sind überzeugt, sich die erforderlichen Kenntnisse innerhalb kurzer Zeit aneignen zu können.

Für Personalverantwortliche entsteht daraus eine neue Herausforderung. Gesucht werden nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern vor allem Lernbereitschaft, Anpassungsfähigkeit und Entwicklungspotenzial.

Learning by Doing bleibt entscheidend

Die Studie zeigt außerdem, dass klassische Einarbeitung trotz KI nichts an Bedeutung verliert.

Fast 89 Prozent der Befragten lernen vor allem durch praktische Erfahrung im Arbeitsalltag. Ebenso viele nennen Kolleg:innen oder Mentor:innen als wichtigste Lernquelle. Gleichzeitig setzen bereits mehr als drei Viertel der jungen Beschäftigten KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft Copilot beim Lernen ein.

Für Unternehmen spricht vieles dafür, KI nicht als Ersatz für Einarbeitung zu verstehen, sondern als Ergänzung. Strukturierte Onboarding-Prozesse, Mentoring und der reflektierte Einsatz neuer Technologien könnten künftig darüber entscheiden, wie schnell Nachwuchskräfte produktiv werden.

Soft Skills gewinnen weiter an Bedeutung

Parallel verändert sich auch das Kompetenzprofil vieler Berufe. Besonders stark steigt laut der Randstad-Studie "Age of Augmentation" die Nachfrage nach Fähigkeiten rund um KI sowie nach Kompetenzen wie Problemlösung, Qualitätssicherung und kritischem Denken. Damit rückt zugleich die Frage in den Mittelpunkt, welche Berufe und Fähigkeiten in einer KI-geprägten Arbeitswelt Zukunft haben.

Für Unternehmen bedeutet das, Recruiting und Personalentwicklung enger miteinander zu verzahnen. Wer Berufseinsteiger:innen ausschließlich anhand vollständig erfüllter Anforderungsprofile auswählt, könnte angesichts des Fachkräftemangels wertvolles Potenzial verlieren. Gleichzeitig wird die Fähigkeit, Mitarbeitende systematisch weiterzuentwickeln, zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor.

Studienüberblick

  • Auftraggeber: Randstad
  • Randstad-ifo-HR-Befragung: 500 bis 1.000 Personalverantwortliche (Q4 2025)
  • Gen Z-Blueprint: 11.250 Befragte in 15 Ländern, darunter 500 Gen-Z-Beschäftigte in Deutschland
  • Age of Augmentation: Analyse von mehr als 35 Millionen Stellenanzeigen weltweit (2021 bis 2026)

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Studienüberblick

  • Auftraggeber: Randstad
  • Randstad-ifo-HR-Befragung: 500 bis 1.000 Personalverantwortliche (Q4 2025)
  • Gen Z-Blueprint: 11.250 Befragte in 15 Ländern, darunter 500 Gen-Z-Beschäftigte in Deutschland
  • Age of Augmentation: Analyse von mehr als 35 Millionen Stellenanzeigen weltweit (2021 bis 2026)

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