Aufsichtsrat stützt Sparkurs
Porsche-Sparpaket könnte bis zu 6.000 Jobs kosten

| Redaktion 
| 23.07.2026

Porsche stellt die Weichen für einen weitreichenden Konzernumbau. Der Aufsichtsrat unterstützt den aktuellen Verhandlungsstand des Zukunftspakets und gibt dem Vorstand damit Rückendeckung für den verschärften Sparkurs. Noch sind zentrale Details offen. Für die Beschäftigten zeichnet sich jedoch ab, dass die nächsten Einschnitte deutlich über die bisherigen Maßnahmen hinausgehen könnten.

Porsche kommt bei den Verhandlungen über sein Zukunftspaket offenbar voran. Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat dem Vorstand seine Unterstützung für den aktuellen Stand der Gespräche zugesagt. Nun gelte es, "die letzten Schritte zu finalisieren", erklärte ein Unternehmenssprecher.

Welche konkreten Maßnahmen das Paket enthält, teilte Porsche nicht mit. Noch laufen Verhandlungen zwischen dem Unternehmen, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft. Im Mittelpunkt stehen weitere Einsparungen, die künftige Personalstärke und die Beschäftigungssicherung.

Bis zu 6.000 Stellen könnten wegfallen

Wie die Tagesschau berichtet, könnten bis 2035 zwischen 5.000 und 6.000 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden. Porsche bestätigte diese Größenordnung nicht. Der Sportwagenhersteller verwies stattdessen auf die noch nicht abgeschlossenen Gespräche mit den Arbeitnehmervertreter:innen.

Damit bleibt offen, wie umfangreich der Personalabbau tatsächlich ausfallen wird und auf welche Standorte oder Unternehmensbereiche er sich verteilen könnte. Die genannte Größenordnung zeigt jedoch, dass es bei den Verhandlungen nicht um eine kurzfristige Einzelmaßnahme, sondern um einen langfristigen Umbau des Unternehmens geht.

Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März angekündigt, den Konzern deutlich schlanker aufstellen zu wollen. Die bestehenden Programme sollten verschärft werden. Dabei schloss Leiters einen weiteren Stellenabbau ausdrücklich ein.

Beschäftigungssicherung als Teil der Gespräche

Im Gegenzug könnte Porsche die bestehende Beschäftigungssicherung verlängern. Diese schließt betriebsbedingte Kündigungen derzeit bis Mitte 2030 aus. Eine Verlängerung würde den Beschäftigten über einen längeren Zeitraum Planungssicherheit geben, während das Unternehmen seine Personalstruktur schrittweise anpasst.

Für die Unternehmensführung ist das ein entscheidender Teil der Verhandlungen. Porsche muss Kostensenkungen umsetzen, ohne den sozialen Ausgleich und die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertreter:innen aus dem Blick zu verlieren. Das Zukunftspaket verbindet damit wirtschaftliche Einschnitte mit langfristigen Vereinbarungen für die Belegschaft.

Der geplante Umbau beginnt nicht bei null. Bereits vor rund eineinhalb Jahren kündigte Porsche an, in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1.900 Stellen sozialverträglich abzubauen. Zusätzlich liefen die Verträge von etwa 2.000 befristet Beschäftigten aus. Auch im Leipziger Werk wurden Arbeitsplätze reduziert.

Sparkurs wird zur langfristigen Strategie

Sollten weitere 5.000 bis 6.000 Stellen entfallen, würde Porsche seinen bisherigen Sparkurs erheblich ausweiten. Der Zeithorizont bis 2035 macht deutlich, dass es nicht um eine kurzfristige Einzelmaßnahme, sondern um einen langfristigen Umbau des Unternehmens geht. Wie stark der wirtschaftliche und strategische Druck auf den Sportwagenhersteller bereits ist, zeigt auch der DAX-Abstieg der Porsche AG.

Für Führungskräfte, Investor:innen und Geschäftspartner:innen ist vor allem diese langfristige Perspektive relevant. Personalabbau, Beschäftigungssicherung und organisatorische Verschlankung werden nicht getrennt voneinander verhandelt, sondern zu einem umfassenden Zukunftspaket gebündelt.

Die Unterstützung des Aufsichtsrats ist dabei ein wichtiges Signal nach innen. Sie stärkt den Vorstand in der entscheidenden Verhandlungsphase. Eine endgültige Einigung steht allerdings noch aus. Erst nach Abschluss der Gespräche dürfte feststehen, wie viele Stellen tatsächlich betroffen sind und welche Zusagen Porsche im Gegenzug für die Beschäftigten macht.

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