83. Filmfestspiele
George Clooney erhält Goldenen Löwen in Venedig

Die Filmfestspiele Venedig 2026 sind mit einer prominenten Ehrung gestartet: George Clooney erhielt am Mittwochabend den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Der US-Schauspieler, Regisseur und Produzent nahm die Auszeichnung bei der Eröffnungszeremonie im Palazzo del Cinema entgegen. Schauspielerin Laura Dern hielt die Laudatio.

Damit rückte zum Beginn der 83. Ausgabe nicht nur das internationale Kino ins Rampenlicht. Clooney nutzte seinen Auftritt auch, um über die gesellschaftliche Bedeutung von Geschichten und Filmen zu sprechen. Anschließend eröffnete Regisseur Danny Boyle mit der Weltpremiere seines Mediendramas "Ink" den Wettbewerb. Die Filmfestspiele laufen bis 12. September.

Goldener Löwe für George Clooney

Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk vergab die Biennale auf Empfehlung des künstlerischen Festivaldirektors Alberto Barbera an George Clooney. Die Entscheidung traf der Verwaltungsrat der Biennale. Gewürdigt wird Clooneys Arbeit als Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Clooney verbindet mit Venedig eine lange Geschichte. Zu den Filmen seiner Karriere zählen “Syriana”, “Michael Clayton”, “Ocean’s Eleven”, “Gravity”, “The Descendants” und “Up in the Air”. Als Regisseur verantwortete er unter anderem “Confessions of a Dangerous Mind”, “Good Night, and Good Luck”, “The Ides of March” und “Suburbicon”.

Bei der Bekanntgabe der Auszeichnung reagierte Clooney mit Selbstironie. Der Goldene Löwe sei eine enorme Ehre, erklärte er. Gleichzeitig scherzte er, die Auszeichnung bedeute vermutlich auch, dass er alt geworden sei.

Laura Dern würdigt Clooneys Karriere

Die Laudatio hielt Oscarpreisträgerin Laura Dern, die mit Clooney zuletzt für "Jay Kelly" vor der Kamera stand. Sie würdigte dessen Arbeit als Schauspieler, Regisseur und Produzent und hob zugleich sein gesellschaftliches Engagement hervor. 

Auch eine Botschaft von Brad Pitt war Teil der Würdigung. Der Schauspieler, mit dem Clooney seit der "Ocean's"-Reihe mehrfach zusammenarbeitete, verband seine Glückwünsche mit Humor und würdigte zugleich Clooneys gesellschaftliches Engagement.

Clooney selbst rückte in seiner Dankesrede weniger die eigene Karriere als die Bedeutung des Erzählens in den Mittelpunkt. Geschichten könnten Menschen miteinander verbinden und Empathie schaffen. Besonders deutlich wurde seine Botschaft beim Verhältnis von Kunst und Macht. 

"Stories are always dangerous to people who peddle in fear", sagte Clooney. Filme könnten zwar weder Kriege beenden noch Inflation senken oder Wahlen entscheiden. Sie könnten Menschen aber daran erinnern, dass sie nicht allein seien. 

Filmfestspiele Venedig starten mit "Ink"

Auch das Programm des Eröffnungsabends griff das Verhältnis von Medien, Macht und Gesellschaft auf. Nach der Zeremonie feierte Danny Boyles "Ink" seine Weltpremiere in der Sala Grande. Der Film läuft im Hauptwettbewerb und basiert auf dem Theaterstück des britischen Autors James Graham, der auch das Drehbuch schrieb.

Im Mittelpunkt steht die Übernahme der britischen Tageszeitung The Sun durch Medienunternehmer Rupert Murdoch und deren anschließender Umbau unter Chefredakteur Larry Lamb. Guy Pearce spielt Murdoch, Jack O'Connell verkörpert Lamb. Claire Foy gehört ebenfalls zur Hauptbesetzung.

Der Film zeichnet damit ein Kapitel der britischen Mediengeschichte nach, in dem sich The Sun unter Murdoch und Lamb zu einer führenden Boulevardzeitung entwickelte. Zugleich beschäftigt sich "Ink" mit der Frage, wie Reichweite, Konkurrenz und neue publizistische Strategien Medien verändern können.

Boyles Werk erhielt nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bei seiner Premiere rund fünf Minuten Applaus. 

Venedig setzt auf politisches Kino

Die gesellschaftliche Rolle des Films prägte auch den offiziellen Auftakt. Jurypräsidentin Maggie Gyllenhaal verwies darauf, dass Kino bereits durch seine Fähigkeit, Empathie zu erzeugen, eine politische Dimension habe. 

Damit fügt sich auch "Ink" in einen Festivalauftakt ein, bei dem gesellschaftliche und politische Fragen eine wichtige Rolle spielen. Der Film über Murdoch und The Sun verbindet Mediengeschichte mit Fragen nach Einfluss, Reichweite und öffentlicher Meinungsbildung.

Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden vom 2. bis 12. September auf dem Lido statt und werden von Alberto Barbera geleitet. Im Hauptwettbewerb treten internationale Produktionen um die wichtigsten Auszeichnungen des Festivals an.

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