Alexander Zverev hat bei den US Open nicht nur das Halbfinale erreicht. Der deutsche Tennisprofi hat sich damit auch ein weiteres Millionenpreisgeld gesichert. Rund 1,24 Millionen Euro sind ihm bereits sicher. Ein Turniersieg würde umgerechnet etwa 4,7 Millionen Euro einbringen. Eine stattliche Summe für den talentierten Burschen.
Die US Open schütten 2026 insgesamt 108 Millionen Dollar an Preisgeldern und weiteren Leistungen für die Spieler:innen aus – mehr als jedes andere Tennisturnier zuvor. Allein die Sieger der beiden Einzelbewerbe erhalten jeweils 5,5 Millionen Dollar. Das gesamte Paket liegt nach Angaben des US-Tennisverbandes USTA um 20 Prozent über dem Vorjahreswert.
Doch selbst solche Rekord-Prämien bilden nur einen Teil des Geschäfts ab. Die größten Tennisstars verdienen mit Sponsorenverträgen, Schaukampfauftritten und eigenen Unternehmen häufig mehr als mit ihren sportlichen Erfolgen.
333 Millionen Dollar für die Top Ten
Die zehn bestbezahlten aktiven Tennisprofis kamen innerhalb der vergangenen zwölf Monate zusammen auf geschätzte 333 Millionen Dollar. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahresranking, wie das US-Wirtschaftsmagazin Forbes errechnet hat.
Knapp 96 Millionen Dollar entfielen auf Preisgelder und Bonuszahlungen. Rund 237 Millionen Dollar – und damit mehr als 70 Prozent der gesamten Einnahmen – wurden abseits des Tennisplatzes verdient.
Forbes berücksichtigt die Einnahmen im Zeitraum seit den US Open 2025. Die Beträge verstehen sich vor Steuern sowie vor Abzug der Honorare für Manager und Agenturen. Einnahmen außerhalb des Sports beruhen teilweise auf Schätzungen und Gesprächen mit Brancheninsidern.
1. Jannik Sinner: 58 Millionen Dollar
Jannik Sinner führt die Liste erstmals an. Der Italiener verdiente geschätzte 23 Millionen Dollar auf dem Platz und weitere 35 Millionen Dollar außerhalb des Courts.
Sinner profitiert von Verträgen mit internationalen Marken wie Nike, Gucci, Rolex, Lavazza und Allianz. Hinzu kommen lukrative Schaukampfturniere. Seine beiden Siege beim Six Kings Slam in Saudi-Arabien brachten ihm jeweils sechs Millionen Dollar ein.
2. Carlos Alcaraz: 53,7 Millionen Dollar
Sportlich nahm Carlos Alcaraz innerhalb des Forbes-Zeitraums rund 15,7 Millionen Dollar ein. Sponsoren, Schaukämpfe und andere Geschäfte steuerten geschätzte 38 Millionen Dollar bei.
Damit ist der Spanier der derzeit bestbezahlte Werbeträger im aktiven Herrentennis. Zu seinen Partnern zählen unter anderem Nike, Rolex, BMW, Louis Vuitton, Infosys und der chinesische Finanztechnologiekonzern Ant International.
3. Serena Williams: 40,1 Millionen Dollar
Serena Williams zeigt besonders deutlich, dass sportlicher Erfolg und wirtschaftliche Zugkraft längst getrennte Größen sind. Auf dem Platz verdiente die Rückkehrerin lediglich rund 100.000 Dollar. Abseits davon waren es geschätzte 40 Millionen Dollar.
Williams ist Markenbotschafterin, Unternehmerin und Investorin. Über Serena Ventures beteiligt sie sich an jungen Unternehmen. Forbes schätzt ihr Vermögen mittlerweile auf 400 Millionen Dollar.
4. Aryna Sabalenka: 36,1 Millionen Dollar
Aryna Sabalenka kommt auf 13,1 Millionen Dollar an sportlichen Einnahmen und 23 Millionen Dollar aus Werbeverträgen und Auftritten.
Die Belarussin baute ihr Sponsorenportfolio zuletzt kräftig aus. Zu ihren Partnern gehören unter anderem Nike, Audemars Piguet, Emirates, Stella Artois und der Schmuckhändler Material Good.
5. Coco Gauff: 35,5 Millionen Dollar
Coco Gauff verdiente rund 7,5 Millionen Dollar auf dem Platz und geschätzte 28 Millionen Dollar daneben. Die US-Amerikanerin arbeitet mit mehr als einem Dutzend Marken zusammen.
Neben klassischen Werbeverträgen erweitert Gauff ihr Geschäft in Richtung Medien. 2026 war sie unter anderem als Executive Producer an zwei Kurzdokumentationen für den Tennis Channel beteiligt.
6. Novak Djokovic: 30,2 Millionen Dollar
Bei Novak Djokovic stammen nur 5,2 Millionen Dollar aus sportlichen Einnahmen. Sponsorings und weitere Geschäfte bringen dem Serben geschätzte 25 Millionen Dollar.
Zu seinen Partnern zählen Lacoste, Hublot und Qatar Airways. Außerdem ist Djokovic als globaler strategischer Berater für die Investmentgesellschaft General Atlantic tätig.
7. Qinwen Zheng: 22,6 Millionen Dollar
Qinwen Zheng kassierte verletzungsbedingt lediglich rund 600.000 Dollar auf dem Platz. Ihre Werbeeinnahmen schätzt Forbes dagegen auf 22 Millionen Dollar.
Die Olympiasiegerin besitzt vor allem in China eine enorme Reichweite. Sie wirbt unter anderem für Alipay, den Teeanbieter Chagee, Turkish Airlines und Alibabas KI-Plattform Qwen.
8. Iga Świątek: 20,5 Millionen Dollar
Iga Świątek nahm innerhalb des betrachteten Zeitraums 5,5 Millionen Dollar durch Tennis ein. Weitere 15 Millionen Dollar kamen von Sponsoren und Geschäftspartnern.
Die Polin arbeitet unter anderem mit der Modemarke Coach, dem Schweizer Sportartikelhersteller On und Oral-B zusammen.
9. Alexander Zverev: 18,7 Millionen Dollar
Alexander Zverev verdiente laut Forbes 13,7 Millionen Dollar auf dem Platz und fünf Millionen Dollar außerhalb davon. Unter allen Spieler:innen in den Top Ten ist sein Einkommen damit besonders stark von sportlichen Resultaten abhängig.
Seine jüngsten Einnahmen bei den US Open sind in dieser Berechnung noch nicht vollständig enthalten. Durch den Einzug ins Halbfinale steigt sein Jahresverdienst weiter. Mit jedem zusätzlichen Sieg wächst auch das Preisgeld deutlich.
10. Elena Rybakina: 17,4 Millionen Dollar
Elena Rybakina komplettiert die Top Ten mit 17,4 Millionen Dollar. Davon stammen 11,4 Millionen Dollar aus Preisgeldern und sechs Millionen Dollar aus Werbeverträgen.
Sie setzt damit stärker als viele andere Spitzenprofis auf sportliche Einnahmen. Zu ihren Partnern gehören Yonex, der Uhrenhersteller Vanguart und die kasachische Bank RBK.
Erstmals mehr Frauen als Männer
Die Forbes-Liste liefert noch ein bemerkenswertes Ergebnis: Zum ersten Mal seit Einführung des Rankings befinden sich mehr Frauen als Männer unter den zehn bestbezahlten Tennisprofis. Sechs Spielerinnen stehen vier Spielern gegenüber.
Von vollständiger finanzieller Gleichstellung kann dennoch keine Rede sein. Bei den vier Grand-Slam-Turnieren erhalten Frauen und Männer zwar identische Preisgelder. Bei kleineren Veranstaltungen bestehen weiterhin Unterschiede. Die WTA hat angekündigt, diese Lücke schrittweise zu schließen.
Gleichzeitig fordern die Profis insgesamt einen größeren Anteil an den Erlösen der wichtigsten Turniere. Die Veranstalter reagieren bereits: Wimbledon und die US Open erhöhten ihre Preisgelder 2026 deutlich. In New York wird damit so viel ausgeschüttet wie noch nie – doch für die größten Stars beginnt das eigentliche Geschäft weiterhin erst nach dem Matchball.
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