Kloeppel, Raab, Lanz oder Chabos
Deutscher Fernsehpreis: Die Gewinner aus Köln

| Redaktion 
| 10.09.2026

Beim Deutschen Fernsehpreis wechselt die Federführung turnusgemäß zwischen RTL, ZDF, Sat.1, dem Ersten und MagentaTV. Dieses Jahr gebührte RTL die Ehre und Verantwortung – und so stellte Köln am Mittwoch den Schauplatz der 27. Würdigung herausragender TV-Beiträge. Laut Jury kamen die im vergangenen Jahr etwa in Form von "Olivia", "Chabos", "Die Nichte des Polizisten", der WM-Berichterstattung oder Markus Lanz.

Nach anfänglicher Einstimmung im Frühling, der Bestätigung von Barbara Schöneberger als Moderatorin und zuletzt der Enthüllung der Nominierten war es am Mittwochabend endlich soweit: Unter Federführung von RTL – dieses Jahr turnusmäßig an der Reihe – wurde der Deutsche Fernsehpreis 2026 im Kölner Confex-Center vergeben.

Als unabhängiger Jurychef für die 27. Ausgabe wurde Journalist, Dokumentarfilmer und Produzent Stephan Lamby auserkoren. "Wir sehen, dass die Branche unter wachsendem Druck steht", gibt dieser zu bedenken.

"Umso mehr hat die Jury sich gefreut, zu wie viel Exzellenz sie weiterhin in der Lage ist. Und besonders haben wir uns gefreut, wenn Kreative neue Wege beschritten haben. Unsere Preisentscheidungen sollen herausragende Leistungen belohnen und allen Programmmachern Mut machen."

Fiktion: Preise für "Olivia", "Chabos" und "Hundertdreizehn"

In der Hauptkategorie Fiktion durfte "Die Nichte des Polizisten" nach einem bereits gewonnenen Grimme-Preis durchaus eine Favoritenrolle zugesprochen werden – letztlich machte "Olivia" jedoch das Rennen als Bester Fernsehfilm oder Mehrteiler. Zwei weitere Preise (Montage und Buch) wurden "Die Nichte des Polizisten" trotzdem zugesprochen.

Der Cast von "Chabos" (Bild: RTL / Julia Feldhagen)
Der Cast von "Chabos" (Bild: RTL / Julia Feldhagen)

"Hundertdreizehn" verwies "Maxton Hall" oder "Die Nibelungen" derweil als Beste Drama-Serie auf die Plätze, während "Chabos" als Comedy überzeugte und dem Ensemble um Nico Marischka, Jonathan Kriener, Arsseni Bultmann und Loran Alhasan zudem den Förderpreis einbrachte.

Die Gewinner in der Hauptkategorie Fiktion im Überblick:

  • Bester Fernsehfilm / Mehrteiler: Olivia 
  • Beste Drama-Serie: Hundertdreizehn 
  • Beste Comedy-Serie: Chabos 
  • Beste Schauspielerin: Karin Hanczewski in "Call My Agent Berlin"
  • Bester Schauspieler: Tom Schilling in "Achtsam Morden"
  • Beste Regie: Bettina Oberli für "naked"
  • Bestes Buch: Rolf Basedow, Nicole Armbruster und Gabriela Sperl für "Die Nichte des Polizisten"
  • Beste Kamera: Theo Bierkens für "Sturm kommt auf"
  • Beste Montage: Anna Nekarda für "Die Nichte des Polizisten"
  • Beste Musik: Stefan Will, Robert Henke für "Crooks" und "Banksters"
  • Beste Ausstattung: Matthias Müsse (Szenenbild) und Pierre-Yves Gayraud (Kostümbild) für "Die Nibelungen – Kampf der Königreiche"

Den diesjährigen Ehrenpreis der Stifter durfte der vor allem als Chefmoderator von "RTL Aktuell" unvergessene Peter Kloeppel entgegennehmen.

Ehrenpreisträger Peter Kloeppel (Bild: RTL / Julia Feldhagen)
Ehrenpreisträger Peter Kloeppel (Bild: RTL / Julia Feldhagen)

"In den mehr als 30 Jahren seiner Tätigkeit war er der tägliche Anker um 18:45 Uhr, der den Zuschauerinnen und Zuschauern auch in herausfordernden Nachrichtenlagen Orientierung gab, indem er das jeweilige Geschehen verlässlich und menschlich präsentierte", ehrte ihn RTLs Chief Content Officer Inga Leschek schon im Vorfeld der Verleihung.

Unterhaltung: DF für WWWWWW

In der Königskategorie Beste Unterhaltung Show konnte sich die Jury auf "Wer weiß wie wann was war?" von Stefan Raab und mit Barbara Schöneberger einigen; die frisch verliebte Laura Wontorra wiederum wurde für ihre Moderation bei "Deutschland sucht den Superstar" ausgezeichnet.

Die Gewinner in der Hauptkategorie Unterhaltung im Überblick:

  • Beste Unterhaltung Show: Wer weiß wie wann was war?
  • Beste Comedy / Late Night: heute-show extra: Next Stop Köster
  • Bestes Factual Entertainment: Roadtrip Australien – Drei Spitzenköche auf vier Rädern
  • Beste Unterhaltung Reality: Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung
  • Beste Moderation / Einzelleistung: Laura Wontorra für "Deutschland sucht den Superstar"
  • Beste Regie: Carsten Seibt für "Silvester-Schlagerbooom 2026 live – Die Wunderlichtershow"
  • Bestes Buch: Christian Ehring und Dietmar Jacobs für "extra 3" vom 23.10.2025 – "Streit ums Stadtbild: Merz poltert"
  • Beste Ausstattung Unterhaltung: Katia Convents (Kostüm) und Paola von Griesheim (Requisite) für "Let‘s Dance"

Die versammelten Gewinner des Abends (Bild: RTL / Willi Weber)
Die versammelten Gewinner des Abends (Bild: RTL / Willi Weber)

Last, but not least enthält auch die Hauptkategorie Information wohlbekannte Preisträger – etwa Markus Lanz (Beste Information) oder Joko und Klaas für ihren Ukraine-Appell "#dontlookaway" (Beste Dokumentation / Reportage).

Daneben wurde etwa die WM-Berichterstattung von MagentaTV in einer auffällig stark von Fußball und Krieg beziehungsweise Militär geprägten Kategorie ausgezeichnet.

Die Gewinner in der Hauptkategorie Information im Überblick:

  • Beste Information: Markus Lanz
  • Bestes Infotainment: "Terra Xplore" mit Leon Windscheid
  • Beste Dokumentation / Reportage: Joko & Klaas LIVE – #dontlookaway
  • Beste Doku-Serie: Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden
  • Beste Moderation / Einzelleistung: Ibrahim Naber für Ukraine-Berichterstattung
  • Beste Kamera: Eike Köhler, Kim Kristin Mauch, Björn Kurtenbach für "Minentaucher – Der harte Weg in die Elite der Bundeswehr"
  • Beste Montage: Xenja Kupin für "Rise & Fall of 1860 München"
  • Beste Sportsendung: WM-Berichterstattung 2026

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