Bilder aus Berlin
Götz George Preis geht an Christian Redl

| Redaktion 
| 15.09.2026

Vor einem Jahrzehnt ist mit Götz George einer der größten deutschen Schauspieler überhaupt verstorben. Um die Erinnerung an den Schimanski-Darsteller auch abseits seiner umfangreichen Filmographie lebendig zu halten, vergibt die Götz George Stiftung einen Ehrenpreis an gleichermaßen verdiente wie lebenserfahrene Akteure – in diesem Jahr etwa Christian Redl, der Montagabend in Berlin ausgezeichnet wurde.

Kaum ein deutscher Schauspieler hat sich so tief ins kollektive Gedächtnis gespielt wie Götz George. Neben rauem Charisma bleibt vor allem die Spannweite eines Darstellers in Erinnerung, der sich nie auf einen Typus festlegen ließ: Als Horst Schimanski machte er den Duisburger "Tatort"-Kommissar zum fluchenden, prügelnden und dennoch verletzlichen Ruhrpott-Original und veränderte das Bild des deutschen TV-Ermittlers nachhaltig.

Als Fritz Haarmann in "Der Totmacher" zeigte er 1995 wiederum eine verstörend kontrollierte Seite, wofür er in Venedig als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde. Auch als sein eigener Vater Heinrich in "George" oder Josef Mengele in "Nichts als die Wahrheit" scheute er keinesfalls vor schwierigen, unbequemen Figuren zurück.

Christian Redl folgt auf Judy Winter

Anlässlich seines 80. Geburtstags, den Götz George selbst nicht mehr erlebt hat, hoben Witwe Marika und Tochter Tanja die Götz George Stiftung aus der Taufe – einen nach der Schauspiellegende benannten Preis inklusive.

Auf Wunsch des "Rossini"-Darstellers zeichnet dieser seit 2018 „vornehmlich ältere Schauspielerinnen und Schauspieler aus und möchte an ihr Lebenswerk, besondere Rollen und berufliche Verdienste erinnern.“

Der erste Götz George Preis überhaupt ging vor acht Jahren an Karin Baal, während 2024 der kürzlich verstorbene Michael Mendl und vergangenes Jahr Judy Winter geehrt wurden.

Christian Redl mit Adrina Altaras, Tanja und Marika George (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Christian Redl mit Adrina Altaras, Tanja und Marika George (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Dazwischen ging die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung außerdem an Margit Carstensen, Peter Striebeck, Gudrun Ritter, Matthias Habich sowie Angela Winkler – und nun darf sich Christian Redl in diese illustre Riege einreihen, der am Montagabend im Berlinerin Kaiserin-Friedrich-Haus entsprechend geehrt wurde.

Der 1948 in Schleswig geborene Darsteller begann seine Karriere am Theater und arbeitete beispielweise mit Regisseuren wie Claus Peymann und Peter Zadek zusammen, bevor er Kino und Fernsehen prägte – etwa durch seine Durchbruch-Rolle im "Hammermörder", für die er 1990 den Grimme-Preis in Empfang nahm.

An den Hamburger Kammerspielen spielte er unter anderem auch in einer Adaption von "Der Totmacher", sodass eine konkrete Verbindung zum Schaffen des Preispaten selbst besteht. Einem breiten Publikum ist Redl vor allem als Kommissar Krüger im "Spreewaldkrimi" bekannt, den er seit 2006 verkörpert.

Auch an den Nachwuchs ist gedacht

Auf der anderen Seite des Altersspektrums möchte der Götz George Nachwuchspreis namensgemäß auf bislang weitgehend unbekannte Schauspieltalente aufmerksam machen – und das sogar schon ein Jahr länger als der Hauptpreis.

Vergeben wird die Auszeichnung von Anfang an im Rahmen des First Steps Award, für den wiederum die Deutsche Filmakademie hauptverantwortlich zeichnet.

  • Tommes Diallo in "Champions und wir"; Filmuniversität Babelsberg
  • Georgia Rushton in "Eggshells"; Züricher Hochschule der Künste und
  • Lorena Emmi Mayer in "Hasenfuss"; Filmakademie Wien

… dürfen sich in diesem Jahr berechtigte Hoffnung auf den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Götz George Nachwuchspreis machen, den in der Vergangenheit unter anderem Jonas Dassler, Steve Sowah oder zuletzt und Julia Windischbauer und Ladina von Frisching für sich beanspruchen konnten.

Am Montag, 05. Oktober geht der First Steps Award im Theater des Westens, ebenfalls in Berlin, über die Bühne.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV