OpenAI startet Werbung
ChatGPT Ads kommen jetzt nach Deutschland

| Redaktion 
| 19.08.2026

Werbung hält Einzug bei ChatGPT: OpenAI startet seine ChatGPT Ads in Deutschland und 30 weiteren europäischen Märkten. Für Werbekunden entsteht damit ein neuer Kanal, der Nutzer:innen mitten in Recherche-, Vergleichs- und Entscheidungsprozessen erreichen soll. Doch nicht alle werden die Anzeigen zu sehen bekommen – und OpenAI zieht eine klare Grenze zwischen Werbung und den Antworten des KI-Chatbots.

OpenAI bringt ChatGPT Ads nach Deutschland. Ab kommender Woche weitet das Unternehmen sein Werbeangebot auf insgesamt 31 europäische Märkte aus. Neben Deutschland gehören Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark und die Niederlande zu den von OpenAI genannten Ländern.

Damit vollzieht OpenAI die bislang größte geografische Expansion seines noch jungen Werbegeschäfts. Erst im Februar 2026 startete das Unternehmen einen Pilotversuch mit Werbung in ChatGPT in den USA. In den vergangenen sechs Monaten kamen acht weitere Märkte hinzu. Nach Angaben von OpenAI haben inzwischen Zehntausende Marketer Anzeigen auf der Plattform geschaltet.

Für Nutzer:innen gilt dabei eine klare Einschränkung: Werbung wird ausschließlich in den Plänen Free und Go angezeigt. Plus, Pro und Enterprise bleiben laut OpenAI werbefrei.

ChatGPT Ads setzen bei Entscheidungen an

Für Werbekunden unterscheidet sich ChatGPT vor allem durch die Art der Nutzung von klassischen Werbeumfeldern. Statt nur einzelne Suchbegriffe einzugeben, können Nutzer:innen im Dialog ausführlich beschreiben, was sie suchen, welche Anforderungen sie haben und welche Einschränkungen bei einer Entscheidung eine Rolle spielen.

OpenAI nennt dafür mehrere Beispiele: Menschen planen mit ChatGPT Reisen, suchen Software für ihr Unternehmen, beschäftigen sich mit der Einrichtung ihrer Wohnung oder informieren sich über ein neues Hobby. ChatGPT Ads sollen Unternehmen die Möglichkeit geben, Nutzer:innen während solcher Recherche- und Vergleichsprozesse zu erreichen. Mit dem bereits 2025 eingeführten Shopping-Feature hatte OpenAI ChatGPT zuvor schon stärker in Richtung Produktsuche und Kaufentscheidung entwickelt.

Damit positioniert OpenAI sein Werbeangebot entlang verschiedener Phasen der Customer Journey. Anzeigen können demnach während der Entdeckung und Bewertung von Optionen bis hin zu einer möglichen Kaufentscheidung relevant werden.

Wie einzelne Anzeigen ausgewählt und in konkreten Nutzungssituationen ausgespielt werden, erläutert OpenAI in seiner Ankündigung nicht näher.

Werbekunden buchen zunächst über Partner

Unternehmen erhalten zum Europastart noch keinen allgemeinen Self-Service-Zugang zu ChatGPT Ads. Werbekunden können das Angebot zunächst über das OpenAI Ads Solutions Team sowie über Agentur- und Technologiepartner nutzen.

Ein Self-Service-Zugang über den Ads Manager soll später im Sommer folgen. Gleichzeitig hat OpenAI die technischen Möglichkeiten seiner Werbeplattform seit dem US-Start erweitert.

Neben CPM- und CPC-Geboten unterstützt die Plattform inzwischen auch Conversion-Optimierung. Hinzu kommen Geo-Targeting und Custom Audiences, mit denen Werbetreibende ihre Zielgruppen genauer eingrenzen können.

Auch die Erfolgsmessung wurde erweitert. Dafür bietet OpenAI den OpenAI Pixel, eine Conversions API sowie Integrationen mit Drittanbietern an. Werbekunden sollen so über reine Klickzahlen hinaus erfassen können, welchen Beitrag ihre Anzeigen zu Geschäftsergebnissen leisten.

Werbung soll keinen Einfluss auf Antworten haben

Mit dem Einstieg ins Werbegeschäft stellt sich auch die Frage, ob zahlende Werbekunden Einfluss darauf nehmen können, welche Produkte, Marken oder Unternehmen ChatGPT in seinen Antworten berücksichtigt.

OpenAI erklärt, dass Anzeigen klar gekennzeichnet und von den Antworten des KI-Chatbots getrennt werden. Werbung habe keinen Einfluss auf die Antworten, die ChatGPT ausgibt.

Auch die Gespräche der Nutzer:innen sollen gegenüber Werbetreibenden privat bleiben. OpenAI gibt an, Kundendaten nicht an Werbekunden zu verkaufen. Nutzer:innen sollen zudem Kontrolle über die Personalisierung von Werbung erhalten.

OpenAI begründet das Werbemodell damit, kostenlosen und kostengünstigen Zugang zu ChatGPT mitzufinanzieren. Wer keine Anzeigen sehen möchte, kann weiterhin einen der werbefreien kostenpflichtigen Pläne nutzen.

Europa wird zum bislang größten Ausbau

Mit dem Start in 31 europäischen Ländern erreicht ChatGPT Ads seinen bislang größten geografischen Ausbau. Gleichzeitig befindet sich die Werbeplattform noch in einer frühen Entwicklungsphase. OpenAI kündigt weitere Formate sowie zusätzliche Werkzeuge für Optimierung und Erfolgsmessung an.

Für Werbetreibende in Deutschland entsteht damit ein zusätzlicher digitaler Werbekanal. Eine Besonderheit liegt im Nutzungskontext: Anzeigen können Menschen erreichen, während diese ihre Anforderungen formulieren, verschiedene Optionen gegeneinander abwägen und Entscheidungen vorbereiten.

Wie stark Unternehmen ihre Werbebudgets künftig in Richtung ChatGPT verschieben, ist offen. OpenAI nennt bislang weder Umsatzzahlen für das Werbegeschäft noch konkrete Zahlen für Deutschland. Ab kommender Woche steht der Werbekanal hierzulande jedoch grundsätzlich zur Verfügung.

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