Sinfonieorchester
Berliner Philharmoniker: Angela Merkel besucht Saisonauftakt

| Redaktion 
| 21.08.2026

Die Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker ist ein gesellschaftliches Ereignis, das sich auf eine illustre Gästeliste verlassen darf – und insbesondere Politik und Unterhaltung haben sich auch am vergangenen Freitag zahlreich blicken lassen: Ex-Kanzlerin Angela Merkel, zwei ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt, ein hoffnungsvoller Amtsanwärter und diverse Schausteller lauschten Werken von Edward Elgars und Peter Tschaikowsky.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1882 haben sich die Berliner Philharmoniker weit über die Bundesgrenzen hinaus als eines der renommiertesten Sinfonieorchestern überhaupt etabliert. Ihr heutiges Stammhaus ist dabei selbst zu einem kleinen Wahrzeichen der Hauptstadt geworden, schließlich ist auch die von Hans Scharoun entworfene Philharmonie samt ihrer markanten Architektur längst nicht nur unter Liebhabern des klassischen Konzertbetrieb bekannt.

Selbstredend wurde genau dort am Freitag die Saisoneröffnung 2026/27 zelebriert – und das standesgemäß unter den Augen und Ohren namhafter Gäste: Nachdem sie kürzlich erst dem Auftakt der Wagner-Festspiele in Bayreuth beiwohnte, ließ sich Angela Merkel den feierlichen Start in Berlin nicht entgehen. Begleitet wurde die kulturbegeisterte Ex-Kanzlerin dabei erneut von ihrem Ehemann Joachim Sauer.

Darüber hinaus war die Politik etwa durch die beiden ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Michael Müller, vertreten, während sich mit Stefan Evers – Finanzsenator der Stadt und CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September – zudem ein kommender Amtsanwärter einfand.

Prominenz lauscht Elgar und Tschaikowsky

Publizistisch erprobte Besucher der jüngsten Philharmoniker-Saisoneröffnung waren unter anderem Schriftsteller Ferdinand von Schirach, Medienunternehmerin Friede Springer oder Michel Friedman; Schauspiel und Unterhaltung wurden derweil zum Beispiel von Olli Dittrich, Natalia Wörner, Sophie Rois, Ina Weisse, Christoph M. Ohrt oder auch Felix von Manteuffel repräsentiert.

Auch Mitsuko Shino, Japans Botschafterin in Deutschland, war zu Gast (Bild: Brauer Photos / F. Seidel)
Auch Mitsuko Shino, Japans Botschafterin in Deutschland, war zu Gast (Bild: Brauer Photos / F. Seidel)

Musikalisch fiel der Startschuss für die neue Saison mit zwei Werken, die gleichermaßen für ihre große emotionale und orchestrale Wirkung geschätzt werden.

Unter Kirill Petrenko, seit mittlerweile sieben Jahren Chefdirigent und künstlerischer Leiter, eröffneten die Berliner Philharmoniker den Abend mit Edward Elgars "Enigma"-Variationen, die zu den bekanntesten Werken des britischen Komponisten zählen.

Hinter den einzelnen Variationen verbergen sich musikalische Porträts von Menschen aus Elgars persönlichen Umfeld, die er Ende des 19. Jahrhunderts klangvoll verewigt hat.

Nach einer 20-minütigen Pause schickten die Philharmoniker außerdem Peter Tschaikowskys "Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36" ins Publikum, mit der sich der vor allem durch "Schwanensee" und "Der Nussknacker" bekannte Komponist aus Russland mit dem vielschichtigen Gedanken des Schicksals befasst.

Im Anschluss an den Saisonauftakt wartet auf die Berliner Philharmoniker ein dichtes Programm mit zahlreichen internationalen Gastdirigenten – so kehrt gleich im September mit Sir Simon Rattle ein ehemaliger Chefdirigent zurück in die Bundesmetropole. Im Rahmen des Musikfest Berlin führt er dann durch Werke von Manuel de Falla und Leoš Janáček sowie eine Uraufführung der Komponistin Cathy Milliken.

Im Oktober übernimmt Kirill Petrenko erneut das Pult, unter anderem für Brahms und Richard Strauss, ehe später in der Saison Respighis "Römische Trilogie", Beethovens "Missa solemnis", Wagners "Walküre" oder Humperdincks "Hänsel und Gretel" auf dem Programm stehen.

Weitere prominente Gäste sind Daniel Harding, der Mahlers Zweite Sinfonie dirigiert, Iván Fischer mit Mahlers Fünfter oder Zubin Mehta, der gemeinsam mit Geiger Pinchas Zukerman unter anderem Bruchs Erstes Violinkonzert präsentiert. Insgesamt haben die Philharmoniker für die Saison 34 Gäste angekündigt, zu denen sich auch Gustavo Dudamel, Maxim Emelyanychev oder Paavo Järvi gesellen.

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