Vor dem Durchbruch
Thermoakustische Wärmepumpen: Wie die neue Technologie ohne klassischen Kompressor funktioniert

Sie gelten als die Zukunftstechnologie in Sachen Heizung und Energietechnik: Als mögliche Weiterentwicklung klassischer Wärmepumpen nutzen Thermoakustische Wärmepumpen statt eines Kompressors Schallwellen zur Wärmeübertragung – mit dem Ziel, Heizsysteme leiser, wartungsärmer und einfacher in Gebäude zu integrieren. Das niederländische Unternehmen BlueHeart Energy testet derzeit unter realen Bedingungen und hofft, dass erste Systeme schon 2027 marktreif sind.

Thermoakustische Wärmepumpen zählen zu den spannendsten Entwicklungen im Heizungsmarkt. Während herkömmliche Wärmepumpen mit einem Kompressor und einem Kältemittelkreislauf arbeiten, erzeugt die neue Technologie Temperaturunterschiede mithilfe von Schallwellen.

Dadurch benötigt das System weniger bewegliche Bauteile und könnte langfristig leiser, wartungsärmer und einfacher nachrüstbar sein. Genau diese Eigenschaften werden nun in ersten Praxistests überprüft.

Der Markt für Wärmepumpen wächst seit Jahren. Hersteller suchen stetig nach Möglichkeiten, typische Schwächen heutiger Systeme zu reduzieren – etwa Betriebsgeräusche, Wartungsaufwand oder den Einbau in Bestandsgebäuden.

Wie funktioniert eine thermoakustische Wärmepumpe?

Der entscheidende Unterschied liegt im Antrieb. Statt eines mechanischen Kompressors erzeugen akustische Druckwellen die Temperaturunterschiede, die für den Wärmetransport benötigt werden.

Dazu wird Helium in einem geschlossenen Kreislauf mithilfe von Schallwellen verdichtet und wieder entspannt. Durch diese wechselnden Druckverhältnisse entstehen Temperaturunterschiede, die über einen Wärmetauscher zum Heizen oder Kühlen genutzt werden können.

Da deutlich weniger bewegliche Komponenten erforderlich sind als bei konventionellen Wärmepumpen, verspricht sich BlueHeart Energy einen geringeren Verschleiß und niedrigere Wartungskosten.

BlueHeart Energy testet die neue Wärmepumpentechnologie erstmals in Wohnhäusern

Entwickelt wurde die Technologie vom niederländischen Unternehmen BlueHeart Energy, einem Spin-off der Forschungsorganisation TNO. Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Start-up 2025 durch eine Investition des US-Heiztechnikunternehmens Copeland.

Nach Angaben des Fachmediums PV Magazine laufen inzwischen die ersten Feldtests in Wohngebäuden. Dabei soll sich zeigen, ob die Technologie ihre Vorteile auch außerhalb des Labors ausspielen kann. Verläuft die Erprobung erfolgreich, könnte die Markteinführung 2027 beginnen. Zunächst dürfte die Produktion allerdings noch begrenzt sein.

BlueHeart selbst will dabei nicht komplette Wärmepumpen herstellen. Das Unternehmen liefert vielmehr den thermoakustischen Kern der Technologie, während Industriepartner daraus marktreife Heizsysteme entwickeln.

Warum thermoakustische Wärmepumpen besonders für Bestandsgebäude interessant sein könnten

Ein großes Einsatzfeld sieht BlueHeart in bestehenden Wohngebäuden. Nach Unternehmensangaben soll sich die Technologie einfacher in vorhandene Heizungs- und Rohrsysteme integrieren lassen als viele heutige Wärmepumpen.

Hinzu kommen weitere mögliche Vorteile: ein geringerer Stromverbrauch, weniger wartungsintensive Bauteile sowie eine erwartete Lebensdauer von rund 20 Jahren. Die Anschaffungskosten sollen sich langfristig auf einem ähnlichen Niveau wie bei klassischen Wärmepumpen bewegen. Ob sich diese Erwartungen erfüllen, müssen allerdings erst die laufenden Praxistests zeigen.

Welche Vorteile thermoakustische Wärmepumpen gegenüber klassischen Wärmepumpen bieten sollen

Neben der einfacheren Konstruktion setzt BlueHeart vor allem auf einen leiseren Betrieb. Das System arbeitet mit einer konstanten Frequenz von 60 Hertz, die sich laut Unternehmen besonders gut schallisolieren lässt.

Der angegebene Schalldruckpegel liegt bei weniger als 40 dB(A) – ungefähr vergleichbar mit einem leisen Kühlschrank oder sehr leisem Flüstern.

Auch die Baugröße fällt kompakt aus. Die Basiseinheit benötigt lediglich rund 55 × 55 Zentimeter Stellfläche. Je nach Ausführung reicht die Heizleistung von einem bis sechs Kilowatt. Für größere Wohnanlagen oder gewerbliche Gebäude sollen mehrere Module miteinander kombiniert werden können.

Thermoakustische Wärmepumpen können heizen, kühlen und Warmwasser erzeugen

Nach Angaben des Unternehmens arbeitet das System in einem Temperaturbereich zwischen minus 25 und plus 40 Grad Celsius effizient. Die Vorlauftemperatur kann bis zu 80 Grad erreichen, sodass sich die Technologie auch für die Warmwasserbereitung eignen soll.

Wie klassische Wärmepumpen lässt sich das Verfahren außerdem umkehren. Dadurch kann dieselbe Anlage im Sommer auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden.

Noch befindet sich die Technik in einer frühen Phase der Markteinführung. Sollte sich das Konzept in den laufenden Praxistests bewähren, könnten thermoakustische Wärmepumpen in den kommenden Jahren eine interessante Alternative zu heutigen Kompressorsystemen werden – insbesondere dort, wo geringe Lautstärke, niedriger Wartungsaufwand und eine einfache Nachrüstung gefragt sind.

Thermoakustische Wärmepumpen – die wichtigsten Fakten

  • Entwickler: BlueHeart Energy (Niederlande)
  • Technologie: Wärmeübertragung durch Schallwellen statt klassischen Kompressor
  • Funktionsgas: Helium
  • Status: Feldtests in Wohnhäusern laufen
  • Geplanter Marktstart: frühestens 2027
  • Lautstärke: unter 40 dB(A) laut Hersteller
  • Vorlauftemperatur: bis zu 80 °C
  • Einsatz: Heizen, Kühlen und Warmwasser
  • Temperaturbereich: -25 bis +40 °C
  • Mögliche Vorteile: weniger bewegliche Bauteile, geringerer Wartungsaufwand, kompakte Bauweise, einfachere Integration in Bestandsgebäude

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Thermoakustische Wärmepumpen – die wichtigsten Fakten

  • Entwickler: BlueHeart Energy (Niederlande)
  • Technologie: Wärmeübertragung durch Schallwellen statt klassischen Kompressor
  • Funktionsgas: Helium
  • Status: Feldtests in Wohnhäusern laufen
  • Geplanter Marktstart: frühestens 2027
  • Lautstärke: unter 40 dB(A) laut Hersteller
  • Vorlauftemperatur: bis zu 80 °C
  • Einsatz: Heizen, Kühlen und Warmwasser
  • Temperaturbereich: -25 bis +40 °C
  • Mögliche Vorteile: weniger bewegliche Bauteile, geringerer Wartungsaufwand, kompakte Bauweise, einfachere Integration in Bestandsgebäude

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